15. Juni 2020 Presse

"gleich und berechtigt": Ein Jahr unter dem Purpurkreuz

kfd-Bundesvorsitzende Mechthild Heil mit dem Purpurkreuz. Foto: kfd/Anne Orthen

Im Juni 2019 verabschiedete die kfd-Bundesversammlung einstimmig das Positionspapier "gleich und berechtigt. Zugang von Frauen zu allen Diensten und Ämtern in der Kirche" - ein Meilenstein für den Verband. Zum ersten Jubiläum zieht kfd-Bundesvorsitzende Mechthild Heil eine Zwischenbilanz, auch mit Blick auf Erfahrungen aus der Corona-Krise.

Eine Zwischenbilanz

Die Bundesversammlung der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) - Bundesverband e.V. im Juni 2019 wertet die kfd-Bundesvorsitzende Mechthild Heil rückblickend als wegweisend für den Verband. Die 92 Delegierten gaben nicht nur einstimmig grünes Licht für das neue Positionspapier "gleich und berechtigt". Sie stellten zudem die Weichen für eine mehrjährige Verbandsoffensive, deren erstes Jahr sich unter dem Slogan "Frauen, worauf wartet Ihr?" schwerpunktmäßig der Forderung nach einer geschlechtergerechten Kirche widmete.

Purpurkreuz etabliert sich als Symbol

Als neues Symbol für die Forderung nach dem Zugang von Frauen zu allen Diensten und Ämtern führte die kfd das "Purpurkreuz" ein. "Wir sehen, dass das Purpurkreuz langsam zum Inbegriff der Forderung nach einer geschlechtergerechten Kirche wird. In den Sozialen Medien findet es sich immer häufiger in Beiträgen von Menschen, die damit ihre Solidarität bekunden und ihrem eigenen Wunsch nach einer Kirche Ausdruck verleihen, die Frauen und Männer gleichermaßen mit ihren Berufungen anerkennt. Das freut uns sehr und gibt uns Kraft", so Bundesvorsitzende Heil.

Der Erfolg des Symbols schlägt sich auch in Zahlen nieder: Eine zu Beginn der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) im September 2019 in Fulda lancierte Unterschriftensammlung für eine geschlechtergerechte Kirche brachte bis Jahresende 115.000 Unterschriften, die mit weiteren 16.000 Unterschriften des Schwesternverbands KDFB am 2. März 2020 dem Präsidium des Synodalen Wegs bei der DBK-Frühjahrsvollversammlung in Mainz übergeben wurden.

Anknüpfen an ein Statussymbol für Würdenträger

Das Purpurkreuz selbst wurde als kleine Anstecknadel bisher (Stand Juni) an mehr als 130.000 Menschen verteilt, das ein klares Statement abgibt: Damit stellt die kfd sich in die Tradition der ersten europäischen Christin, Lydia. Sie war Purpurhändlerin, die Farbe Purpur ein kostbares Statussymbol.

"Wir knüpfen damit an die Würde an, für die diese Farbe bei hohen Amtsträgern in der katholischen Kirche steht, und wollen ausdrücken: Wir haben von Gott dieselbe Würde verliehen bekommen, da steht es keinem Menschen zu, uns Berufungen und Eignungen abzusprechen, nur, weil wir Frauen sind", so Heil.

Berufungen und Eignungen von Frauen

Diese Berufungen und Eignungen, so Heil, zeigten sich aktuell in der Corona-Krise. Viele kfd-Gruppen entwickelten digitale Formate, nahmen Videogottesdienste auf, hängten Nimm-mit-Gebete vor Kirchentüren oder luden zu virtuellen Gebetsketten ein. Eindrucksvoll bewiesen das zum Tag der Apostelin Junia im Mai zwölf Geistliche Leiterinnen und Begleiterinnen der kfd, die am ersten bundesweiten kfd-Predigerinnentag teilnahmen und u.a. in Eucharistiefeiern predigten.

"Einen deutlicheren Beweis gibt es nicht, dass Frauen für die Kirche systemrelevant sind und das geistliche Leben nicht nur prägen, sondern entscheidend mittragen. Wir wünschen uns, dass dies durch eine Weihe zur Diakonin oder Priesterin endlich auch formell anerkannt wird", so Heil abschließend. Der Verband sei sich bewusst, dass die aktuelle Krise viele wichtige Fragen an das Leben stelle. Trotzdem halte die kfd an ihrer Forderung fest. "Wir Frauen wollen der Kirche nicht nur dienen, sondern auch Verantwortung und Macht übernehmen."

Hoffnung auf Synodalen Weg

Große Hoffnungen setzt der Verband daher in den Synodalen Weg, den zweijährigen Erneuerungsprozess der katholischen Kirche von DBK und Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK). Durch Mitwirkung in zwei Foren und bei öffentlichen Auftritten verschafft die kfd sich Gehör und lenkt das Augenmerk auf die fortbestehenden Ungerechtigkeiten in der katholischen Kirche, darunter unaufgearbeitete Missbrauchsfälle, Machtgefälle zwischen Klerus und Lai*innen oder Laienpredigtverbot in der Eucharistiefeier.

Die Bundesversammlung 2020 wurde aufgrund der Corona-Pandemie  verschoben. Stattdessen findet sie am Samstag, 19. September, als eintägige Konferenz in Mainz statt.

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Stand: 15.06.2020
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