Mitgliedschaft

Unvereinbarkeit

Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands setzt ein klares Zeichen gegen Rechtspopulismus: Eine Mitgliedschaft in der Partei "Alternative für Deutschland" (AfD) ist mit einer Mitgliedschaft in der kfd unvereinbar.

Der größte katholische Frauenverband Deutschlands positioniert sich damit klar gegen Rechtspopulismus, Rassismus und überholte Geschlechterrollen. Einstimmig haben die rund 100 Delegierten der kfd-Bundesversammlung im September 2020 den Unvereinbarkeitsbeschluss gefasst. 

"Mit dem Beschluss zeigen wir, dass wir für eine vielfältige, offene und geschlechtergerechte Gesellschaft stehen und uns klar gegen populistische Tendenzen von rechts einsetzen", sagt Mechthild Heil, kfd-Bundesvorsitzende.

Die Positionen der kfd stehen konträr zu denen der AfD. Gegen Rechtsextremismus grenzt sich die AfD nicht klar genug ab.

Die kfd hingegen setzt sich in ihrer Arbeit für interkulturellen und interreligiösen Dialog ein und versteht sich als aktiver Teil der deutschen Zivilgesellschaft, der die Demokratie stärkt und friedliches Miteinander fördert.

Gleichberechtigung

Während die kfd sich für eine Gleichberechtigung von Frauen und Männern in allen Lebensbereichen einsetzt - und somit für eine gleiche Teilhabe von Frauen und Männern an Erwerbs- und Sorgearbeit - steht die AfD für ein veraltetes Rollenbild von Frauen und spricht sich gegen die Förderung von Aktionen aus, die eine gleiche Bezahlung von Frauen und Männern zum Ziel haben, sowie gegen Quotenregelungen in der Arbeitswelt.

Mechthild Heil: "Ein solch rückständiges Frauenbild akzeptieren wir nicht und stellen uns dem klar entgegen."

Rechtsextreme Einstellungen der Wähler*innen vor der Bundestagswahl 2021 

Knapp acht Prozent aller Wahlberechtigten in Deutschland vertreten manifest rechtsextreme Einstellungen, so eine Untersuchung der Bertelsmann-Stiftung. Bei populistisch eingestellten Wähler*innen ist der Anteil jedoch mehr als doppelt so hoch und bei den Anhänger*innen der AfD sogar fast viermal so hoch.

Mehr als die Hälfte der AfD-Wählerschaft ist latent oder manifest rechtsextrem eingestellt. Zur Studie

Umweltschutz und Nachhaltigkeit

Für die kfd ist das Thema Nachhaltigkeit und Umweltschutz ein zentrales Thema. Sie tritt für die Bewahrung der Schöpfung ein und setzt sich aktiv für Nachhaltigkeit ein. 

Die AfD hingegen fordert die Kündigung des Pariser Klimaabkommens und die Aufhebung des Klimaschutzplans der Bundesregierung. "Die AfD leugnet die Verantwortung des Menschen für den Klimawandel. Eine Position, die nicht mit unserer vereinbar ist", macht Mechthild Heil klar.

Christliche Werte sind nicht mit den Werten der AfD vereinbar."

"Wir nehmen damit unsere Verantwortung als großer katholischer Frauenverband wahr und zeigen, dass christliche Werte nicht mit den Werten der AfD vereinbar sind", so die kfd-Bundesvorsitzende.

Weitere Positionierungen

Mit ihrem Unvereinbarkeitsbeschluss reiht sich die kfd ein in das Engagement von Prof. Dr. Thomas Sternberg, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) und verschiedener Bischöfe, die sich klar gegen die AfD positionieren. 

Auch andere katholische Bundesverbände wie der Bund der Katholischen Jugend (BDKJ) und die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) haben bereits Unvereinbarkeitsbeschlüsse verabschiedet.

Hintergrund

  • Hintergrundinformationen zum kfd-Beschluss Mitgliedschaft in der kfd ist mit einer Mitgliedschaft in der Partei "AfD" nicht vereinbar, 19. September 2020. Inhaltliche Begründung, Belege und Hintergrundinfos (auch zum Thema AfD-Stiftung) 592 KB Download
Stand: 31.03.2021