24. Juli 2020 Aktuelles

"Wir wollen die Zukunft der katholischen Kirche mitgestalten"

Kabarettistin Carolin Kebekus und kfd-Bundesvorsitzende Mechthild Heil haben sich zum Doppelinterview getroffen. Fotos: Moritz Mumpi Künster/ Kay Herschelmann

kfd-Bundesvorsitzende Mechthild Heil und Kabarettistin Carolin Kebekus sprechen im Doppelinterview mit dem Kölner Stadt-Anzeiger über Frauen in der katholischen Kirche, nötige Reformen und die erste Päpstin.

Mitte Juli hat Komikerin Carolin Kebekus mit ihrem Video "Im Namen der Mutter" zur Frauenfrage in der katholischen Kirche für Aufsehen gesorgt.

"Satire darf Grenzen überspringen und überspitzen. Das mag nicht allen gefallen, aber es ist ein absolut legitimes Mittel der Kritik", sagte kfd-Bundesvorsitzende Mechthild Heil daraufhin und lud die Kabarettistin zum Gespräch ein.

Mit ihrem Video wolle sie keine religiösen Gefühle verletzen, machte Carolin Kebekus im Doppelinterview mit Mechthild Heil (Kölner Stadt-Anzeiger, Ausgabe vom 24. Juli 2020) deutlich: "Das Thema Kirche ist für mich wahnsinnig emotional. Ich wollte mit dem neuen Clip zeigen: Es gibt in der Kirche so viele Frauen mit solch einer großen Liebe. Aber die bleibt ungenutzt."

"Wir wollen Veränderung"

Mit ihrer Kritik habe sie vollkommen recht, betonte Mechthild Heil und ergänzte: "Was ist eigentlich mit den Gefühlen unzähliger Frauen, die von der Kirche über Jahrhunderte verletzt worden, ohne dass sie sich darum geschert hätte. Da hätten Sie Stoff für eine ganze Serie, Frau Kebekus."

Letztlich zeigte sich die kfd-Bundesvorsitzende zuversichtlich, dass sich die Kirche doch noch verändern werde: "Die Kirche hat immer auf gesellschaftliche Entwicklungen reagiert und sich verändert. Ich bin überzeugt, das wird auch bei der Gleichberechtigung der Frauen so sein. Sie wird die Kurve kriegen. Es geht gar nicht anders, wenn die Kirche überleben will."

Sie habe sich entschlossen, zu bleiben, so Mechthild Heil. "Als Vorsitzende eines großen Verbands bin ich davon überzeugt, etwas bewegen zu können. Und meinem Gefühl nach wird mein Platz immer in der Kirche sein. Und ich sage mir: Wenn nur die bleiben, die keine Veränderungen wollen, dann bleiben die Falschen. Denen will ich die Kirche nicht überlassen!"

Für die Anliegen der kfd und auch für sie ist es wichtig, dass möglichst viele bleiben und die Zukunft der Kirche mitgestalten.

Für Carolin Kebekus ist indes klar: "Die tollen Frauen in der Kirche" wolle sie mit ihren Mitteln unterstützen. Sie könne sich durchaus vorstellen, wieder in die katholische Kirche einzutreten, "wenn sich wirklich etwas bewege" - und das sei wohl erst, wenn die erste Päpstin gewählt werde. 

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Stand: 24.07.2020
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