Für ein Leben in Balance

Müttergenesung

Die Situation für Mutter-Kind-Kliniken in Deutschland spitzt sich aufgrund der Corona-Pandemie zu. Die KAG Müttergenesung, in der die kfd Mitglied ist, wendet sich nun an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn.

Zeitdruck, Unsicherheit im Lebenslauf, Überlastung durch Erwerbstätigkeit und traditionelle Rollenerwartungen sowie die Verantwortung für den Bildungserfolg der Kinder oder die Pflege von Angehörigen: Die Lebensbedingungen von Frauen haben sich extrem verändert, die Belastungen steigen.

In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Anzahl der Mütter mit Erschöpfungssyndrom, Burn-Out, Schlafstörungen oder akutem Zeitdruck um fast 40 Prozent erhöht. Auch pflegende Angehörige sind vielfach überlastet und erschöpft. Die Belastungen sind kein Zeichen dafür, dass Frauen individuell versagen, sondern gesellschaftlich bedingt.

KAG Müttergenesung

Die kfd setzt sich für die Gesundheit von Müttern, Kindern und Familien ein und engagiert sich in der Katholischen Arbeitsgemeinschaft Müttergenesung (KAG). kfd-Bundesvorstandsmitglied Lucia Lagoda ist Bundesvorsitzende der KAG Müttergenesung.

Die KAG Müttergenesung ist ein Zusammenschluss von vier katholischen Verbänden, die sich seit 90 Jahren für die Müttergenesung, später auch für Väter und pflegende Angehörige, stark machen.

Neben der kfd sind der Katholische Deutsche Frauenbund, der Deutsche Caritasverband sowie die Caritas-Konferenz Deutschland beteiligt. In der KAG wirken 21 Fachkliniken und 350 Beratungs- und Vermittlungsstellen mit.

Mutter-Kind-Kliniken schlagen Alarm

Die Situation für Mutter-Kind-Kliniken in Deutschland spitzt sich zu. Bis Ende September standen sie als Teil der lokalen Notfallversorgung unter dem Rettungsschirm der Bundesregierung. Während der Schutz für Reha-Kliniken im Bereich der Rentenversicherungsträger vom Arbeitsministerium verlängert wurde, verweigert das für den Bereich der gesetzlichen Krankenversicherungsträger zuständige Gesundheitsministerium eine Folgeregelung für Mutter-Kind-Kliniken.

Die Katholische Arbeitsgemeinschaft (KAG) Müttergenesung, die der größte Trägerzusammenschluss im Müttergenesungswerk und in der die kfd Mitglied ist, fordert Bundesgesundheitsminister Jens Spahn in einem Schreiben zu weiteren Absicherungen für Mutter-Kind-Kliniken auf.

Wir sind tief besorgt, dass dieses wichtige Gesundheitsangebot für Mütter und Väter erneut in seinem Fortbestand bedroht ist."

Ohne Unterstützung werden die pandemiebedingten Minderauslastungen schon in den nächsten Wochen existenzbedrohlich. Erst seit Juni dürfen Mütter- und Mutter-Kind-Kliniken wieder Patienten aufnehmen. Nur langsam und unter Berücksichtigung eines Sicherheits- und Hygienekonzepts wird die Betten-Kapazität erhöht.

"Die Belegung ist äußerst fragil. In dieser schwierigen Situation sind die Kliniken seit dem 1. Oktober ausschließlich auf sich alleine gestellt. Wir sind tief besorgt, dass dieses wichtige Gesundheitsangebot für Mütter und Väter erneut in seinem Fortbestand bedroht ist", betont Lucia Lagoda, Bundesvorsitzende der KAG und Kuratorin im Deutschen Müttergenesungswerk. Zur Meldung

Auszeichnung für das Müttergenesungswerk

Eine besondere Auszeichnung ist am 6. März 2020 dem Müttergenesungswerk (MGW) zuteil geworden: Als erste Mütterorganisation hat sie den Mestemacher Preis erhalten. Das Gütersloher Familienunternehmen fördert seit dem Jahr 2000 die Gleichberechtigung von Frauen und Männern.

Besonders vorbildliche Menschen und Einrichtungen zeichnet das Unternehmen jährlich mit einem Preis aus, der mit 5.000 Euro dotiert ist.

"Dass uns diese wertschätzende Auszeichnung im Jahr unseres 70. Jubiläums zuteil wird, freut uns ganz besonders. Der Preis ist für uns Ansporn und Herausforderung, weiterhin die ganzheitliche und gendersensible Gesundheit von Müttern, Vätern, Kindern und Pflegenden Angehörigen zu fördern", so Lucia Lagoda, Vorsitzende der KAG Müttergenesung und kfd-Bundesvorstandsmitglied.

Neben Lagoda war für die KAG, immerhin größte Trägergruppe des Müttergenesungswerkes, deren Geschäftsführerin Margot Jäger bei der Preisübergabe dabei. Den Preis nahm MGW-Kuratoriumsvorsitzende Svenja Stadler (MdB) von Professorin Dr. Ulrike Detmers entgegen, Mitglied der Geschäftsführung und Gesellschafterin der Mestemacher-Gruppe.

In ihrer Dankesrede ging Stadler darauf ein, dass das Müttergenesungswerk seit seiner Gründung 1950 für die individuelle Unterstützung von Müttern und Vätern stehe: durch Beratungsstellen, Kurkliniken und Spenden ebenso wie durch kontinuierliche Aufklärung und Information von Betroffenen, Öffentlichkeit und Politik.

Die Laudatio hielt Schwester Lea Ackermann von Solwodi. Verdienst des Müttergenesungswerkes sei es, dass die Vorsorge- und Reha-Maßnahmen ins Sozialgesetzbuch übernommen und damit Kuren für Mütter, Väter und jetzt pflegende Angehörige Pflichtleistungen der Krankenkassen wurden.

Da das Müttergenesungswerk keine öffentliche Regelförderung erhält, ist es auf Spenden angewiesen. Deshalb dankte Kuratoriumsvorsitzende Stadler ausdrücklich den vielen Spenderinnen und Spendern für ihre Hilfe.

Materialien

Gottesdienstvorschlag/Impuls
  • Mütterliche Menschen Impuls 66 KB Download
  • Vorschlag für einen Wortgottesdienst zum Muttertag am Sonntag, 10. Mai 2020 480 KB Download
  • Vorschlag für eine Eucharistiefeier zum Muttertag am Sonntag, 10. Mai 2020 483 KB Download
Flyer, Positionen, Ideenkiste Müttergenesung
  • kfd-Flyer: Für ein Leben in Balance Müttergenesung und Frauengesundheit 306 KB Download
  • Ideenkiste Müttergenesung Kleine Aktionen mit geringem Aufwand zum Muttertag 597 KB Download
  • kfd-Positionspapier "Frauengerechte Gesundheitsversorgung" Die kfd hat bereits 2004 das Positionspapier "Frauengerechte Gesundheitsversorgung" beschlossen. 2016 wurde die 3. Auflage des Positionspapiers veröffentlicht. 865 KB Download
Kontakt
Annamaria Stahl

Referentin

annamaria.stahlat-Zeichenkfd.de

KAG Müttergenesung

Die KAG Müttergenesung ist die größte Trägergruppe in der Elly­-Heuss-­Knapp­-Stiftung, Deutsches Müttergenesungswerk. Jährlich werden rund 35.000 Mütter/ Väter bei ihren Fragen zu ihrer gesundheitlichen und psychosozialen Situation beraten. In den angeschlossenen 21 Kliniken stärken jedes Jahr rund 14.000 Mütter/ Väter und etwa 19.000 Kinder mit Hilfe einer Mütter- Väter / Mutter-Kind- / Vater-Kind-Kur ihre körperliche und psychische Gesundheit.

Stand: 03.12.2020
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