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 Positionspapier

Frauengerechte Gesundheitsversorgung

Die kfd fordert die konsequente Anwendung der Prinzipien des Gender Mainstreamings im Gesundheitswesen, damit jede Fehl-, Über- und Unterversorgung von Frauen beseitigt wird. Gender-Mainstreaming muss eine Querschnittsaufgabe in allen Bereichen der Gesundheitsversorgung und -politik werden.

Frauen leben durchschnittlich sechs Jahre länger als Männer. Doch die Zahl der Lebensjahre, die sie bei guter Gesundheit verbringen, ist nicht höher als bei Männern. Frauen und Männer gehen unterschiedlich mit ihrer Gesundheit um und haben ein unterschiedliches Körperbewusstsein.

Reform des Gesundheitswesens

Die gleiche Krankheit hat bei Frauen und Männern vielfach verschiedene Ursachen, zeigt sich in anderen Symptomen und wird auch von Ärztinnen und Ärzten anders behandelt. Gesundheitliche Folgen von frauenspezifischen psychischen und physischen Belastungen (in der Familie, am Arbeitsplatz, in der Partnerschaft) werden in der Medizin oft nur symptomatisch behandelt.

Das Risiko, im Alter zum Pflegefall zu werden und nicht auf Angehörigenhilfe zählen zu können, ist für Frauen besonders hoch. Von den circa 2,9 Millionen Pflegebedürftigen sind 64 Prozent Frauen.

Frauen sind wegen der höheren Lebenserwartung häufiger als Männer am Lebensende allein und auf außerfamiliäre Begleitung und Unterstützung angewiesen.

Vor diesem Hintergrund fordert die kfd die konsequente Anwendung der Prinzipien des Gender Mainstreamings im Gesundheitswesen, damit jede Fehl-, Über- und Unterversorgung von Frauen beseitigt wird. Gender-Mainstreaming muss eine Querschnittsaufgabe in allen Bereichen der Gesundheitsversorgung und -politik werden.

Gesundheit ist keine Ware

Alle Bürgerinnen und Bürger sollen zur solidarischen Kranken- und Pflegeversicherung gemäß ihrem Einkommen beitragen und dort gegen Krankheiten und Pflegebedürftigkeit abgesichert werden.

Die Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung und der Pflegeversicherung muss alle Einkommensarten unter Berücksichtigung eines angemessenen Freibetrages einbeziehen und für alle die volle Absicherung bei Krankheit und die Gewährung menschenwürdiger Pflege im Alter garantieren.

Prävention und Rehabilitation

Die kfd fordert seit langem die gesellschaftliche Anerkennung der unbezahlten Arbeit in der Familie, die Frauen zum Teil zusätzlich zu Erwerbsarbeit leisten. Dazu gehört das Recht auf präventive Rehabilitation, die auf die spezifischen Belastungen und Erfordernisse der Familienarbeit angepasst ist, wie sie zum Beispiel das Müttergenesungswerk in seinen Einrichtungen anbietet.

Materialien

  • kfd-Positionspapier "Frauengerechte Gesundheitsversorgung" Die kfd hat bereits 2004 das Positionspapier "Frauengerechte Gesundheitsversorgung" beschlossen. Es hat die Erkenntnisse des ersten und bisher einzigen Frauengesundheitsberichts der Bundesregierung aus dem Jahr 2001 aufgegriffen und in seiner grundsätzlichen Ausrichtung nichts an Aktualität verloren. Einige der damals gestellten kfd-Forderungen wurden inzwischen politisch umgesetzt. Dennoch bleibt viel zu tun. Lobbyarbeit für angemessene Gesetze ist eine Seite des Engagements der kfd; ihr steht die Umsetzung in die Praxis gegenüber. Hierzu tragen kfd-Gemeinschaften vor Ort in besonderer Weise bei. 2016 wurde die 3. Auflage des Positionspapiers veröffentlicht. 865 KB Download

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Gender Mainstreaming

Gender Mainstreaming im Gesundheitswesen heißt, wahrzunehmen, dass die gesundheitliche Situation von Frauen und Männern verschieden ist. Neben biologischen Ursachen spielen die Sozialisation, das Gesundheitsverhalten, die Arbeits- und Lebensbedingungen und der Umgang des Gesundheitswesens mit den Frauen eine Rolle. Das betrifft alle Lebensalter.

Stand: 17.05.2021
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