Sorgearbeit

Equal Care Day

Sorge-Arbeit gerecht gestalten: Die kfd setzt sich für mehr Anerkennung der Care-Arbeit und eine fürsorgliche Gesellschaft ein. Am Equal Care Day am 1. März hat sie erneut darauf aufmerksam gemacht.

Die Corona-Pandemie zeigt mehr denn je: Care-Arbeit ist in Deutschland sehr ungleich verteilt. Frauen übernehmen rund 80 Prozent der Care-Arbeit. Die ungleiche Verteilung von Sorgearbeit zwischen den Geschlechtern wird auch als Gender Care Gap bezeichnet.

Ungleiche Verteilung

"Wir müssen die ungleiche Verteilung endlich ändern. Die unbezahlte und oft unsichtbare Arbeit von Frauen muss endlich die Aufwertung erfahren, die sie verdient", forderte kfd-Bundesvorsitzende Mechthild Heil anlässlich des Equal Care Days 2021. Wenn Care-Arbeit vor allem einseitig von Frauen geleistet wird, führt dies zu Überlastung, Arbeitszeitreduzierung und geringeren Verdienstmöglichkeiten. Außerdem fehlt Zeit für Selbstfürsorge, Freizeitbeschäftigung und ehrenamtliches Engagement. 

Care bedeutet Fürsorge, Achtsamkeit und Pflege und beschreibt alle konkreten Tätigkeiten des Sorgens wie Kindererziehung, Pflege alter, kranker oder beeinträchtigter Menschen und Hauswirtschaft oder emotionale Unterstützung für andere - sei es im privaten Bereich oder als professionelle Erwerbstätigkeit.

Ziel des Equal Care Day

Der Equal Care Day hat 2016 zum ersten Mal stattgefunden, am 29. Februar. Der Schalttag ist bewusst gewählt, denn genau wie der 29. Februar bleibt Care-Arbeit häufig unsichtbar.

Das Ziel des Equal Care Day: Sorge-Arbeit soll öffentlich sichtbar und die Forderungen nach besseren Arbeitsbedingungen und mehr Anerkennung in der Gesellschaft laut werden.

Damit der Equal Care Day aber nicht aus dem Blickfeld verschwindet, wird der "unsichtbare" Schalttag einfach übersprungen! Und so findet der Tag rund um die Sorgearbeit, das Kümmern und Pflegen in diesem Jahr am 1. März statt.

Equal Care Manifest

Das Equal Care Manifest wurde am 19. Mai 2020 veröffentlicht. Die kfd hat die gemeinsame Erklärung für eine geschlechtergerechte Verteilung und Aufwertung von beruflicher und familiärer Sorge-Arbeit mitunterzeichnet

Sorge- und Erwerbsarbeit neu verteilen

Frauen übernehmen 80 Prozent der Sorgearbeit, Männer nur 20 Prozent. Diese ungleiche Verteilung von Sorgearbeit zwischen Frauen und Männern wird als Gender Care Gap bezeichnet. Der Gender Care Gap weist auch darauf hin, dass Care-Arbeit weniger gesellschaftliche Anerkennung erfährt als beispielsweise technische Tätigkeiten.

Ein Blick auf die Lebensverlaufsperspektive zeigt: Die fehlende Anerkennung für Care-Arbeit drückt sich gravierend im Gehaltsgefüge aus und trägt entscheidend zu Überlastung und prekären Lebenssituationen von Frauen bei.

Das neue Leitbild der Gesellschaft sollte ein Erwerb-Sorge-Modell sein, bei dem Männer und Frauen zu gleichen Teilen Sorgearbeit übernehmen und dafür u. a. die Erwerbsarbeit reduzieren.

Lohngerechtigkeit

"Die Lohnlücke lässt sich nur schließen, wenn wir zu einer gerechteren Aufteilung der Sorgearbeit in der Familie kommen."

Das sagt Katharina Wrohlich, Leiterin der Forschungsgruppe "Gender Economics" am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) Berlin. Ein Gespräch über Sorgearbeit, Lohnlücken, Quotenregelungen und mutige Politik.

Sorgelücken werden durch weitere Personen (Verwandte) oder Dienstleister (haushaltsnahe Dienstleistungen sowie Pflegedienste o.ä.) gefüllt.

Als größter katholischer Frauenverband setzen wir uns seit vielen Jahrzehnten für eine faire Verteilung und Bewertung der unbezahlten Sorgearbeit und der Erwerbsarbeit ein.

Care-Arbeit muss aufgewertet und als wichtige Aufgabe in unserer Gesellschaft anerkannt werden. Deshalb fordern wir konkret:

  • Eine fürsorgliche Gesellschaft, in der die Erfüllung menschlicher Bedürfnisse im Vordergrund steht.
  • Veränderte Rollenbilder für Frauen und Männer, z. B. durch Hauswirtschaftsunterricht und gesellschaftliche Auseinandersetzung mit Geschlechterklischees.
  • Mehr gesetzliche und betriebliche Anreize für partnerschaftliche Aufteilung von Care-Arbeit, z. B. durch ElterngeldPlus oder Ausweitung der nichtübertragbaren Elterngeldzeiten
  • Ausbau der qualitativ hochwertigen und flexiblen Kinderbetreuung
  • Reform des Gesundheitswesens mit mehr Pflegepersonal und verbesserten Arbeitsbedingungen für Pfleger*innen
  • Stärkere Berücksichtigung von unbezahlter Care- Arbeit in der Rente

Materialien zum Equal Care Day

Flyer
Weitere Materialien
Stand: 18.03.2021
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