Geschlechtergerechtigkeit

Equal Pay Day und
Equal Care Day 

Zwei Tage Aufmerksamkeit für Geschlechtergerechtigkeit: Mit dem Equal Pay Day am 17. März 2020 steht die Forderung nach Entgeltgleichheit zwischen Frauen und Männern im Fokus.

Bereits am 29. Februar 2020 wurde mit dem Equal Care Day auf die Wertschätzung von Care-Arbeit und eine faire Verteilung in der Partnerschaft aufmerksam gemacht. 

Equal Pay Day

Am 17. März 2020 ist Equal Pay Day (EPD). Das heißt: Frauen werden 2020 erst ab dem 17. März für ihre Arbeit bezahlt, 77 Tage lang arbeiten sie "gratis".

Ein Grund dafür, dass Frauen auch auf der gleichen Stelle und mit gleicher Qualifikation ein geringeres Gehalt beziehen als ihre männlichen Kollegen, sind Nachteile bei Gehaltsverhandlungen oder Aufstiegsmöglichkeiten. Frauen geben seltener den Anstoßdazu, akzeptieren zu schnell ein "Nein" oder geben sich mit weniger zufrieden, als ihnen zusteht.

Auf Augenhöhe verhandeln

So lautet das Motto des Equal Pay Day 2020. Die kfd fragt gemeinsam mit vielen anderen: Ist geschlechtstypisches Verhandlungsverhalten eine Erklärung für die Lohnlücke?

Frauen wollen verhandeln, das ist Fakt. Doch Verhandlungssituationen rufen Stereotype und Rollenerwartungen auf beiden Seiten hervor. Weibliche Forderungen werden anders bewertet, im Beruflichen wie im Privaten. Was bei Männern Durchsetzungsstärke ist, wird bei Frauen nicht selten als Verbissenheit beurteilt. Verhandlungen sind ein emotionales Thema. Genau wie Geld.

Im Kampagnenjahr 2020 des Equal Pay Day wollen wir es wissen: Wie schaffen wir es, uns trotzdem auf Augenhöhe zu begegnen?

Schluss mit dem Schubladendenken

Mehr gutverdienende Frauen und gleichberechtigte Partnerschaften sorgen auch für neue Rollenbilder. Kommen Sie mit uns ins Gespräch! Es braucht mehr als eine gesetzlich vorgeschriebene Lohntransparenz zur Durchsetzung der Entgeltgleichheit zwischen Frauen und Männern.  

Wir machen uns für Frauen stark

  • mit politischer Lobbyarbeit: Einführung des Entgelttransparenzgesetzes 2017, Einführung des Gesetzes der befristeten Teilzeit 2018.
  • mt dem Projekt "Haushaltsbezogene Dienstleistungen: fair - legal - bezahlbar" für die Einführung eines Gutscheinmodells, um diese Dienstleistungen aus der Schwarzarbeit herauszuholen.
  • mit Bildungsarbeit auf unterschiedlichen Ebenen, um Frauen in allen Lebenslagen zu stärken. Qualifikationsreihen und Tagungen dienen unter anderem der Persönlichkeitsentwicklung und dem Austausch über eine gelingende Aufgabenteilung.

Materialien zum Equal Pay Day

Flyer
  • Flyer Informationen der kfd zum Equal Pay Day und Equal Care Day 2020 238 KB Download
Aktionsmaterialien Equal Pay Day
  • kfd-Aktionsideen Equal Pay Day 2020 Bewährte Aktionen zum Equal Pay Day wie "Männer zahlen mehr" und "Vier-Fünftel-Keks" 94 KB Download
  • kfd-Veranstaltung zum Equal Care Day und Equal Pay Day Thema der Veranstaltung: "Verhandeln will erprobt sein" 148 KB Download

Equal Care Day

Der Equal Care Day wird alle vier Jahre im Schaltjahr am 29. Februar begangen. Damit wird darauf aufmerksam gemacht, dass Frauen viermal so viel Care-Arbeit (care = Sorge, also Kindererziehung, Haushaltsführung, Pflege von Angehörigen) leisten wie Männer.

Frauen haben an diesem Datum ihren Teil der Sorgearbeit erbracht. Sie könnten sich ab dem 29. Februar ein Jahr lang ausruhen, da die Männer übernehmen.

Gleichzeitig bleibt Sorgearbeit überwiegend unsichtbar - wie der 29. Februar, der nur im Schaltjahr in Erscheinung tritt.

Materialien zum Equal Care Day

Flyer
  • Flyer Informationen der kfd zum Equal Pay Day und Equal Care Day 2020 238 KB Download
Aktionsmaterialien Equal Care Day
  • kfd-Aktionsideen Equal Care Day Aktionsvorschläge zum Equal Care Day 2020: "Wer leistet welche Sorgearbeit im Haushalt" und "Galerie der unsichtbaren Arbeit" 96 KB Download
  • kfd-Veranstaltung zum Equal Care Day und Equal Pay Day Thema der Veranstaltung: "Verhandeln will erprobt sein" 148 KB Download

Sorge- und Erwerbsarbeit neu verteilen

Frauen übernehmen 80 Prozent der Sorgearbeit, Männer nur 20 Prozent. Doch während sich der Equal Pay Day in den letzten Jahren zu einem festen Termin etabliert hat, um auf die Gehaltslücke aufmerksam zu machen, bleibt die ungleiche Verteilung der Sorgearbeit bislang im Schatten.

Das neue Leitbild der Gesellschaft sollte ein Erwerb-Sorge-Modell sein, bei dem Männer und Frauen zu gleichen Teilen Sorgearbeit übernehmen und dafür u. a. die Erwerbsarbeit reduzieren.

Sorgelücken werden durch weitere Personen (Verwandte) oder Dienstleister (haushaltsnahe Dienstleistungen wie Pflegedienste o.ä.) gefüllt.

Als größter katholischer Frauenverband setzen wir uns seit vielen Jahrzehnten für eine faire Verteilung und Bewertung der unbezahlten Sorgearbeit und der Erwerbsarbeit ein.

Stand: 21.07.2020
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