Positionspapier

Frauen geben Kirche Zukunft

Frauen in der Kirche hatten bisher einen langen Atem und große Geduld. Nun ist es höchste Zeit, konsequente Schritte zu gehen, damit Partnerschaftlichkeit und Gleichberechtigung von Frauen und Männern in der Kirche Wirklichkeit wird."

So steht es im Positionspapier "Frauen geben Kirche Zukunft", das die kfd-Bundesversammlung einstimmig im Jahr 2011 verabschiedet hat.

Die kfd erneuert darin ihre Forderung nach mehr Verantwortung für Frauen in der Kirche. So ist die Zulassung von Frauen zum Diakonat längst überfällig.

Kirchenrechtlich ist es bereits heute möglich, Frauen stärker als bisher zu beteiligen und ihnen einen besseren Zugang zu Führungspositionen in der Kirche zu gewähren. Die bestehenden Möglichkeiten werden jedoch bei weitem nicht ausgeschöpft. 

Darüber hinaus fordert die kfd in ihrem Positionspapier die Zulassung von Geschieden-Wiederverheirateten zu den Sakramenten, eine lebensnahe Sexualethik sowie die nachdrückliche Fortsetzung des ökumenischen Dialogs.

Das Positionspapier war gleichzeitig die Basis, auf der sich der Verband engagiert mit Themen aus Frauenperspektive in den Dialogprozess mit der Deutschen Bischofskonferenz einbrachte. Der Dialogprozess zur Zukunft der Kirche dauerte von 2011 bis 2015.

Die kfd-Positionen im Einzelnen

Leidenschaftlich Kirche sein

kfd-Frauen sind als "Volk Gottes" unterwegs. Sie setzen sich leidenschaftlich dafür ein, die Zukunft der Kirche mitzugestalten. Frauen sind nicht nur Teil der Kirche, sondern Kirche selbst – als Gemeinschaft derer, die im Geist Jesu zusammengeführt sind. Kirche wird lebendig, wenn Frauen und Männer ihre Charismen im Miteinander  entfalten und so ihren Glauben bezeugen und leben.

  • Leidenschaftlich Kirche sein: Hintergrundinformationen Artikel über das Verständnis von Kirche und der Rolle der Laien in der Kirche 78 KB Download
  • Konzilstexte Wesentliche Auszüge aus einigen Dokumenten des II. Vatikanischen Konzils 73 KB Download
  • Synodentexte Wichtige Beschlüsse der Würzburger Synode zum Verständnis von Kirche und zur Rolle von Frauen in der Kirche 54 KB Download
Menschen nach Trennung und Scheidung und in ihren unterschiedlichen Lebenssituationen akzeptieren

Auch in der Kirche muss die aktuelle Vielfalt von Lebens- und Familienformen wahrgenommen werden. Wir brauchen insgesamt eine neue Kultur des Verständnisses für Brüche und menschliches Scheitern im Leben, z. B. eine angemessene Seelsorge bei Trennung und Scheidung und einen wertschätzenden Umgang mit Geschieden Wiederverheirateten.

40 Prozent aller Menschen leben heute in Einpersonenhaushalten, Familienhaushalte machen nur noch ca. ein Drittel aller Haushalte in der Bundesrepublik aus, und davon handelt es sich zu einem Viertel um Haushalte von Alleinerziehenden.

Die Vielfalt der Lebensformen von Frauen ernst zu nehmen bedeutet, sie im Alltag der Gemeinden wahrzunehmen und allen Raum zu geben. Das kann in speziellen gottesdienstlichen Angeboten für Menschen geschehen, die von Trennung und Scheidung betroffen sind.

Alle Angebote der kfd sollten daraufhin überprüft werden, ob z.B. alleinerziehende Frauen daran teilnehmen können und ob die kfd-Gruppen offen für die Vielfalt der Lebens- und Familienformen sind.

  • Trennung und Scheidung in den Texten der Würzburger Synode Ausgewählte Texte aus dem Beschluss "Ehe und Familie" der Gemeinsamen Synode der Bistümer in der BRD, die von 1971 bis 1975 in Würzburg stattfand. 50 KB Download
  • Gottesdienst für Getrennte, Geschiedene und Menschen in ihrer Nähe 70 KB Download
Körperlichkeit und Sexualität wertschätzen

Es bedarf dringend einer konstruktiven Auseinandersetzung mit dem Thema Körperlichkeit und Sexualität. Hier geht es darum, eine ganzheitliche Sicht des Menschen zugrunde zu legen. Die Fragen der Menschen müssen ernst genommen und ermutigende Antworten gegeben werden. Auch das Thema Sexualität muss frei von Angst diskutiert werden können.

Für Frauen geht es in jeder Altersgruppe darum, positiv zum eigenen Körper und der eigenen Sexualität stehen zu können. Gerade in den Frauengruppen der kfd ist ein guter Ort, solche Auseinandersetzungen und den Austausch zu führen. Auch in der Bibel finden wir positive Zugangsweisen zur eigenen Körperlichkeit.

  • Körperlichkeit und Sexualität Bausteine für die Gruppenarbeit zum Thema "Körperlichkeit und Sexualität" 53 KB Download
  • "In einer Nacht ausgebreiteter Laken" Sexualität oder der Versuch, einen Körper zu bereisen. 65 KB Download
  • Bibelarbeit zum Hohen Lied der Liebe Vorschlag für eine Bibelarbeit zu Liebe, Erotik, Körperlichkeit und Sexualität 57 KB Download
  • Weitere Materialien zum Thema Körperlichkeit und Sexualität 46 KB Download
Einfluss von Frauen bei Leitungsentscheidungen in der Kirche stärken und Frauen in Führungspositionen bringen

Eine Erneuerung unserer Kirche ist nur möglich, wenn die vielfältigen Charismen und Fähigkeiten von Frauen anerkannt und ihre Erfahrungen und Visionen in den kirchlichen Gremien auf den unterschiedlichen Ebenen aktiv einbezogen werden. Die kfd hat sich in ihrem Prozess "Charismen leben - Kirche sein" mit diesen Fragen bereits intensiv auseinandergesetzt.

Frauen sind als Getaufte und Gefirmte herausgefordert, selbstbewusst Entwicklungen in Kirche und Gesellschaft mit zu prägen. Die kfd fördert die Gaben, die Frauen haben und von sich aus einbringen wollen.

  • Kirchliche Dienste und Ämter Auszug aus der Broschüre zum Charismen-Prozess 110 KB Download
  • Materialien Frauen in Leitungspositionen Weitere Materialien zum Thema "Den Einfluss von Frauen bei Leitungsentscheidungen in der Kirche stärken und Frauen in Führungspositionen bringen" 44 KB Download
Den Diakonat der Frau einführen

"Wenn die katholische Kirche in Deutschland glaubwürdig und zukunftsfähig sein will, dann ist es dringend erforderlich, Frauen in die kirchliche Ämterstruktur einzubeziehen und die Diakonatsweihe für Frauen einzuführen. Die Fähigkeit, den Dienst am Nächsten zu tun und somit der Botschaft Jesu Christi Hand und Fuß zu verleihen, ist Frauen und Männern in gleicher Weise gegeben. Sie wirken als Glaubenszeuginnen und Glaubenszeugen in einer lebendigen Kirche. Es wird die Kirche stärken, wenn der sakramentale Diakonat beiden Geschlechtern offensteht."

So heißt es in der Abschlusserklärung von kfd, KDFB, ZdK und Netzwerk Diakonat der Frau zum "Tag der Diakonin" am 29. April 2017 in Stuttgart.

  • Tag der Diakonin 2017: Abschluss-Statement 105 KB Download
Ökumenisch handeln

Für die kfd gehört das ökumenische Handeln zum Selbstverständnis. Im langjährigen Engagement und bewährter Praxis für den Weltgebetstag und auf Bundesebene mit der Mitarbeit im Christinnenrat und im Ökumenischen Forum Christlicher Frauen Europa ist sie national und international vertreten.

  • kfd-Positionspapier: "Ökumene bewegt Frauen. Frauen bewegen Ökumene" Die kfd-Bundesversammlung hat am 6. Mai 2016 einstimmig das Positionspapier "Ökumene bewegt Frauen - Frauen bewegen Ökumene" verabschiedet. Die kfd bekräftigt damit ihr ökumenisches Engagement und benennt auf der Basis der Ökumenischen Leitsätze des Christinnenrates, die 2007 von der Mitgliederversammlung des Christinnenrates unter Mitwirkung der kfd verabschiedet wurden, konkrete Handlungsschritte. 311 KB Download
  • Ökumenische Orientierungshilfe Damit ihr Hoffnung habt: Die kfd auf dem Weg zum 2. Ökumenischen Kirchentag (2010) 279 KB Download
  • Ökumenische Leitsätze des Christinnenrates 57 KB Download
  • Ökumene: Weiterführende Gedanken und Arbeitsmöglichkeiten 55 KB Download

Männliche Präsenz durchbrechen

Nachdem im Jahr 2010 erstmals in großem Umfang Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche bekannt und einige Maßnahmen zur Aufklärung ergriffen wurden, hat die Veröffentlichung der von den Bischöfen in Auftrag gegebenen MHG-Studie im September 2018 bei vielen Entsetzen und tiefe Betroffenheit ausgelöst.

Der kfd geht es heute nicht mehr nur darum, Enttäuschung oder Betroffenheit zu demonstrieren: "Wir sorgen uns um den Fortbestand unserer Kirche und stehen trotz allem an ihrer Seite. Aber es ist Zeit, die männliche Präsenz zu durchbrechen, die die Kirche nach außen immer noch hat."

Nicht zuletzt muss die Bischofskonferenz vor dem Hintergrund der Missbrauchsfälle endlich Selbstkritik entwickeln und den konstruktiven Austausch zu Themen wie Aus- und Weiterbildung von Priestern, Ämter von Frauen in der Kirche und zeitgemäße Sexualethik verstärken.

#MachtLichtAn

Mit der bundesweiten #MachtLichtAn-Aktion zur Aufklärung der Missbrauchsfälle und Erneuerung der Kirche setzte die kfd ein wichtiges Signal an die Mitglieder und die Öffentlichkeit, dass "wir keineswegs ohnmächtig sind, sondern als Teil der Kirche zu einer Erneuerung von innen beitragen können."

Materialien

Positionspapier
  • "Frauen geben Kirche Zukunft": Positionspapier der kfd zum Dialogprozess in der katholischen Kirche "Frauen geben Kirche Zukunft" lautet der Titel des Positionspapiers, das die Bundesversammlung der kfd am 25. Juni 2011 in Mainz einstimmig verabschiedet hat. Die rund 100 Delegierten erneuerten ihre Forderung nach mehr Verantwortung für Frauen in der Kirche. Gleichzeitig war das Papier die Basis, auf der sich die kfd in den Dialogprozess mit der Deutschen Bischofskonferenz eingebracht hat. 488 KB Download
Forderungskatalog
  • Die Chance zur Erneuerung ist jetzt! Die kfd-Bundesversammlung hat am 4. Juni 2010 einen Forderungskatalog verabschiedet, um die Diskussion über bislang nicht geklärte und drängende Fragen in der katholischen Kirche einzuleiten. 44 KB Download
Stand: 06.03.2019
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