Gleichberechtigung 

Rückkehrrecht von Teilzeit in Vollzeit

Fast jede zweite Frau arbeitet in einem Teilzeitarbeitsverhältnis. Denn es sind vor allem Frauen, die aufgrund von Familienaufgaben, wie Kindererziehung oder Pflege von Angehörigen, ihre Erwerbstätigkeit unterbrechen und danach oft in Teilzeit ins Berufsleben zurückkehren. 

Diese Lösung erscheint zunächst im Sinne der Vereinbarkeit von Familie und Beruf praktisch, hat aber nachteilige Auswirkungen auf die soziale Sicherung und insbesondere auf die Altersversorgung.

Frauen, die längerfristig in Teilzeit arbeiten, bleiben Aufstiegschancen meist versperrt, Führungspositionen in Teilzeit haben Seltenheitswert, und das Gehalt reicht meistens weder zur momentanen eigenen Existenzsicherung, noch zum Aufbau einer angemessenen Rente.

Eigenständige Existenz- und Alterssicherung

Viele Arbeitnehmerinnen geben in Umfragen an, dass sie in der "Teilzeitfalle" stecken und gerne mehr und länger arbeiten möchten.

Das Familienbild "männlicher Alleinverdiener / weibliche Hinzuverdienerin" erweist sich spätestens dann als Armutsrisiko, wenn die Familie wegen Trennung / Scheidung auseinanderbricht oder der Hauptverdiener erwerbslos wird oder verstirbt.

Die kfd setzt sich demgegenüber für eine eigenständige Existenz- und Alterssicherung für Frauen und Männer ein. Teilzeitarbeit vor dem Hintergrund von Familien- und Pflegearbeit darf sich nicht nachteilig auswirken.

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern muss ein gesetzlicher Anspruch auf befristete Teilzeitarbeit mit einem Rückkehrrecht auf einen Vollzeitarbeitsplatz gewährt werden.

Ein gesetzliches Rückkehrrecht von Teilzeit auf Vollzeit leistet einen wichtigen Beitrag für mehr Gleichberechtigung in der Arbeitswelt und ist ein wesentlicher Schritt zur Schließung der Lohnlücke zwischen Männern und Frauen.

Brückenteilzeit

Mit dem Brückenteilzeitgesetz ist eine langjährige Forderung der kfd Wirklichkeit geworden: das Recht auf Rückkehr in frühere Stundenumfänge nach einer vorübergehenden Reduzierung auf Teilzeit. 

Das Gesetz ist am 1. Januar 2019 in Kraft getreten und gilt vollumfänglich für Unternehmen mit mehr als 200 Beschäftigten sowie eingeschränkt für Unternehmen mit mehr als 45 Beschäftigen. 

Unter dieser Grenze liegen jedoch Klein- und Kleinstunternehmen, bei denen überwiegend Frauen beschäftigt sind, die daher nicht von den Neuregelungen profitieren. 

Dennoch erhofft sich die kfd von dem Brückenteilzeitgesetz, dass auch mehr Männer zeitlich begrenzt ihre Arbeitszeit reduzieren, um Familienaufgaben übernehmen zu können.

Materialien

  • kfd-Positionspapier "Gleichstellung von Frauen und Männern im Lebensverlauf" Die kfd-Bundesversammlung verabschiedete am 1. Juni 2013 das Positionspapier. Grundlage ist der erste Gleichstellungsbericht der Bundesregierung, den die kfd intensiv diskutiert hat. Dieser nimmt erstmals den gesamten Lebensverlauf von Frauen und Männern in den Blick. Durch diese ganzheitliche Perspektive werden die langfristigen und einschneidenden Folgen von Entscheidungen in den einzelnen Lebensabschnitten besonders deutlich. Vor diesem Hintergrund setzt sich die kfd für grundlegende Veränderungen in insgesamt vier Handlungsfeldern ein. 1 MB Download

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Stand: 02.09.2020
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