Gesetz

Gleicher Lohn für Frauen und Männer

Entgeltgleichheit ist ein wichtiger Schritt für die Gleichstellung von Frauen und Männern. Mit dem Entgelttransparenz wird erstmals anerkannt, dass es Entgeltunterschiede zwischen Männern und Frauen in Betrieben gibt. 

Frauen verdienen in Deutschland über alle Branchen und die ganze Berufslaufbahn gerechnet im Durchschnitt rund 20 Prozent weniger als Männer. Zweidrittel der erwerbstätigen Frauen verdienen nicht genug, um ihre Existenz langfristig zu sichern. Der Equal Pay Day macht alljährlich auf die Entgeltunterschiede aufmerksam.

Dabei steht fest, dass Gleichberechtigung und faire Löhne nicht nur für Frauen Vorteile bringen, sondern auch Männer und die Wirtschaft profitieren. Chancengleichheit stärkt die Zukunftsfähigkeit Deutschlands.

Entgelttransparenzgesetz

Im Juli 2017 ist das sogenannte "Gesetz zur Förderung der Transparenz von Entgeltstrukturen" in Kraft getreten. Es ist ein erster Schritt: Mit dem Gesetz wird erstmals anerkannt, dass es Entgeltunterschiede zwischen Männern und Frauen in Betrieben gibt. 

Arbeitnehmerinnen können demnach Informationen einholen über die Vergütung von Kollegen, die die gleiche Tätigkeit ausüben. 

Dass es überhaupt zustande gekommen ist, dazu hat auch die kontinuierliche Lobbyarbeit der kfd beigetragen. 

Das Gesetz geht jedoch nicht weit genug: 

Ein Großteil aller angestellten Frauen arbeitet in Betrieben mit weniger als 200 Mitarbeitenden, für die das Entgelttransparenzgesetz nicht gilt. Außerdem: Allein das Wissen um eine schlechtere Bezahlung von Frauen in einem Betrieb ist noch keine Lösung.

 

 

Deshalb ist ein allgemeines Entgeltgleichheitsgesetz mit einem Verbandsklagerecht nötig, das alle Betriebe verpflichtet, fair zu bezahlen. So bleibt den Betroffenen erspart, selbst ihre ArbeitgeberInnen zu verklagen und die damit verbundenen Konsequenzen tragen zu müssen.

Was sich sonst noch ändern muss

Entgeltungleichheit in Betrieben ist nicht die einzige Ursache für ungleiche Löhne von Frauen und Männern:

  • Unverändert führen familienbedingte Erwerbsunterbrechungen und Reduzierungen auf Teilzeit zu Lohnunterschieden. Daher braucht es ein gesetzliches Rückkehrrecht von Teilzeit auf Vollzeit.
  • Eine weitere Ursache für die ungleiche Bezahlung von Frauen und Männern sieht die kfd in der niedrigen Bewertung und prekären Ausgestaltung "typischer Frauenberufe". Hier muss es eine grundsätzliche Neubewertung der sogenannten Frauenberufe geben. Zudem müssen psychosoziale Belastungen in allen Berufen finanziell berücksichtigt werden.
  • Haushaltsnahe Dienstleistungen müssen endlich aus der Schwarzarbeit herausgeführt und in fair bezahlte und sozialversicherte Arbeitsverhältnisse überführt werden.

Materialien

  • kfd-Positionspapier "Gleichstellung von Frauen und Männern im Lebensverlauf" Die kfd-Bundesversammlung verabschiedete am 1. Juni 2013 das Positionspapier "Gleichstellung von Frauen und Männern im Lebensverlauf". 1 MB Download

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Stand: 17.05.2021
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