Zukunft der Kirche

Der Synodale Weg

Der Synodale Weg ist vielleicht die letzte Chance, verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen. Die kfd beteiligt sich am Reformprozess der katholischen Kirche und begrüßt ausdrücklich, dass Betroffene sexueller Gewalt in die Mitarbeit beim Synodalen Weg mit eingebunden werden.

"Wohin führt der Synodale Weg? Hoffnungen und Perspektiven - ein Zwischenbericht" - unter diesem Thema stand der Austausch der kfd-Vertreterinnen in den Diözesanräten, die sich Ende Februar 2021 online getroffen haben und darüber mit U-30-Synodalen sowie ZdK-Generalsekretär Marc Frings diskutierten. 

Sie gehören zur jungen Kirchen-Generation, wollen die Zukunft der katholischen Kirche mitgestalten und sind Mitglieder der Synodalversammlung: Daniela Ordowski (Bundesvorsitzende der Katholischen Landjugendbewegung Deutschlands), Viola Kohlberger (Diözesanvorsitzende der DPSG Augsburg) und Svenja Stumpf (Studentin an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt). Wie blicken sie auf den Synodalen Weg?

Wie blicken junge Katholikinnen auf den Synodalen Weg?

"Ich bin voller Hoffnung, dass wir es schaffen, den Menschen wieder in den Mittelpunkt unseres Denkens und Handelns zu stellen. Um das zu erreichen, müssen wir uns trauen, Kirche komplett neu zu denken und alte Strukturen aufzugeben", so das Zwischenfazit von Viola Kohlberger. "Ich fühle mich als Synodale getragen von der großen Solidarität so vieler großartiger Menschen, die ihre Kirche lieben."

"Freiwillig trete ich nicht aus dieser Kirche aus, ich bleibe und werde für Veränderungen kämpfen!", sagt Svenja Stumpf. "In jeder Diözese gibt es andere Regelungen - wir brauchen klare Linien, die mir als Frau an jedem Ort in Deutschland gleiche Rechte gewähren!"

"Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass junge Menschen bereit sind, überholte und wirklichkeitsfremde Strukturen zu reformieren, statt sich von der Institution als solche abzuwenden."

"Der Synodale Weg schafft eine Aufmerksamkeit, die manche vielleicht als Last und Druck empfinden, aber für viele engagierte Frauen und Männer, die sich haupt- und ehrenamtlich in den kirchlichen Strukturen einbringen, ist es eine Chance, selbst zu einem Aggiornamento unserer Kirche beizutragen", ist ZdK-Generalsekretär Marc Frings überzeugt.

"Mich stimmt zuversichtlich, dass die nächste Generation ihre Energie und Kreativität der Kirche anbietet. Das sollte genutzt werden, denn es ist keine Selbstverständlichkeit, dass junge Menschen bereit sind, überholte und wirklichkeitsfremde Strukturen zu reformieren, statt sich von der Institution als solche abzuwenden."

Neben den drei kfd-Synodalen Prof'in Dr. Agnes Wuckelt (stv. Bundesvorsitzende), Lucia Lagoda (Bundesvorstandsmitglied) und Brigitte Vielhaus (Bundesgeschäftsführerin) nahmen auch die Bundesvorstandsmitglieder Monika Mertens, Petra Löwenbrück und Ulrike Göken-Huismann sowie Vertreterinnen aus 15 kfd-Diözesanverbänden an der Tagung teil. 

Online-Konferenz 2021

Online-Konferenzen statt zweiter Synodalversammlung und digitaler Austausch ohne Entscheidungsdruck: Die Mitglieder der Synodalversammlung haben sich Anfang Februar 2021 online getroffen, um weiter über die Erneuerung der katholischen Kirche und die Arbeitsfortschritte der Synodalforen zu diskutieren.

"Nach dem guten, angeregten geistlichen und inhaltlichen Austausch bei der Online-Konferenz gehen wir als kfd auf dem Synodalen Weg entschieden weiter mit in die Zukunft unserer Kirche", lautet das Fazit der drei kfd-Delegierten. "Wir setzen uns mutig weiter mit vielen anderen für Veränderungen ein. Unsere Kirche soll ein Ort für Menschen jeden Geschlechts, Menschen jeder sexuellen Orientierung und jeden Alters sein."

Mitarbeit des Betroffenbeirats

"Transparenz und Verantwortung. Konsequent gegen sexuellen Missbrauch und Gewalt in der Kirche." Das Präsidium des Synodalen Wegs hat am 4. Februar 2021 in einer gemeinsamen Erklärung beschlossen, die Mitarbeit von Betroffenenvertretern strukturell im Synodalen Weg zu verankern.

"Wir müssen auf diesem Weg die Betroffenen hören. Wir sind dankbar, dass Betroffene sich in die Beratungen des Synodalen Weges einbringen wollen", so die Präsidiumsvertreter, Bischof Georg Bätzing, Bischof Franz-Josef Bode und die ZdK-Vertreter Thomas Sternberg und Karin Kortmann. 

"Rechtsverstöße, pflichtwidriges Verhalten und Verfahrensfehler müssen überall rechtskonform und ohne Ansehen der Person geahndet werden", heißt es in der Erklärung weiter. Verantwortliche müssten Konsequenzen ziehen, wobei "auch ein Rücktritt kein Tabu sein" dürfe. 

"Wer, wenn nicht Betroffene, können der MHG-Studie ein Gesicht geben?"

"Alle, die in Diözesen, in Orden und kirchlichen Organisationen Leitungsverantwortung tragen, stehen in der Pflicht zu einer umfassenden juristischen, historischen, ethischen und theologischen Aufarbeitung. (...) Die Unabhängigkeit der Aufarbeitung muss gewährleistet sein."

"Denn wer, wenn nicht Betroffene, wäre in der Lage, der MHG-Studie und den vielen hundert Seiten voller erschütternder, aber eben papierener Fakten, ein Gesicht zu geben", fragte Johanna Beck aus dem Betroffenenbeirat der Deutschen Bischofskonferenz.

"Wer sonst könnte seine Expertise in Sachen sexualisierte Gewalt und geistlicher Missbrauch besser einbringen? Und wer sonst könnte dem einen oder andern Synodalen, der sich den Ergebnissen diverser Missbrauchsstudien weiter verschließt ein 'Aber genau das ist mir passiert' entgegenhalten", so Beck weiter. Sie freue sich sehr, dass der Betroffenenbeirat nun offiziell und kontinuierlich im Synodalen Weg eingebunden sei und ihn kritisch begleiten könne.

Die Meinung der kfd

Die kfd begrüßte diesen Schritt: " Wir müssen mit den Betroffenen reden, nicht über sie. Die Frauen und Männer mahnen an, worum es beim Synodalen Weg geht: um die konsequente Überwindung sexuellen Missbrauchs und Gewalt in der Kirche. Das ist der Fokus. Dazu braucht es auch strukturelle Veränderungen und baldige Reformen. "

Zwischenruf

"Reicht viel Beten? oder: Was macht einen Prozess zu einem geistlichen Prozess?" 

Die kfd unterstützt den Zwischenruf "Reicht viel Beten?", der zu zwei Entwicklungen des Synodalen Wegs kritisch Stellung bezieht.

Initiiert haben ihn Vertreter*innen des Berufsverbands der Pastoralreferent*innen und des Bundesverbands der Gemeindereferent/-innen als Delegierte in der Vollversammlung des Synodalen Wegs.

Der Zwischenruf wird von weiteren Mitgliedern der Synodalversammlung unterstützt. Zum Dokument

Regionenkonferenzen 2020 

Die geplante zweite Synodalversammlung im September 2020 wurde aufgrund der Corona-Pandemie verschoben. Unter dem Motto "Fünf Orte - ein Weg." haben sich die Teilnehmer*innen der Synodalversammlung in München, Frankfurt am Main, Ludwigshafen, Dortmund und Berlin zu weiteren Regionalkonferenzen getroffen.

Vom kfd-Bundesverband nahmen die stv. Bundesvorsitzende Prof'in Dr. Agnes Wuckelt und Bundesvorstandsmitglied Lucia Lagoda an der Konferenz in Dortmund, Bundesgeschäftsführerin Brigitte Vielhaus an der Regionalkonferenz in Frankfurt teil.

Wie bereits zur Eröffnung der Synodalversammlung im Januar 2020 hat die kfd auch bei den eintägigen Regionenkonferenzen im September Präsenz gezeigt.

Weitere Fotos auf Flickr und auf www.synodalerweg.de/fotos 

"Ich hoffe sehr, dass es uns gelingt, offen aufeinander zuzugehen, dass die Synodalität in den Köpfen wächst und wir nicht nur eine pyramidische Kirche denken, mit denen da oben und einer breiten Masse, die nichts zu sagen hat. Sondern dass wir eine geschwisterliche, eine synodale Kirche sind, die gemeinsam unterwegs ist", wünschte sich Agnes Wuckelt zu Beginn der Regionalkonferenz in Dortmund, die sie gemeinsam mit dem Münsteraner Weihbischof Stefan Zekorn moderierte.

Über die Corona-Pandemie und ihre Herausforderung für den Synodalen Weg sprachen die 230 Teilnehmer*innen zu Beginn der Regionenkonferenzen.

Danach diskutierten sie die Arbeitspapiere aus den Synodalforen "Frauen in Diensten und Ämtern in der Kirche" und "Leben in gelingenden Beziehungen - Liebe leben in Sexualität und Partnerschaft". Zwei Themen, die "heiße Eisen sind, die sicherlich nicht ohne Kontroversen diskutiert werden", war sich Agnes Wuckelt sicher.

Klare Haltung der kfd

Mit den Inhalten der Arbeitspapiere hatte sich die kfd bereits im Vorfeld auseinandergesetzt und ihre klare Haltung erneut formuliert: Für eine geschlechtergerechte Kirche und ein menschliches Verständnis von Sexualität.

So müsse der synodale Arbeitstext zum Thema Sexualität überarbeitet werden und es eine stärker "positive Wertschätzung von Sexualität" geben, forderte kfd-Bundesgeschäftsführerin Brigitte Vielhaus, die als Synodale in Frankfurt am Main dabei war. "Vor dem Hintergrund des Missbrauchsskandals und der vielen Verletzungen von Frauen durch die Kirche mögen Kirchenvertreter eine Zeit lang zum Thema Sexualität in Demut schweigen."

"Viele Synodale wünschen sich, dass der Arbeitstext 'Frauen in Diensten und Ämtern' noch klarer und mutiger formuliert wird. Das, was heute schon kirchenrechtlich möglich ist, sollte benannt und unverzüglich umgesetzt werden", lautet das Fazit von kfd-Bundesvorstandsfrau Lucia Lagoda, die in Dortmund an der Regionalkonferenz teilgenommen hatte.

"Es war ein intensives Arbeitstreffen, bei dem sich die Teilnehmer*innen offen begegnet sind und sich sachlich ausgetauscht haben", fasste die stv. kfd-Bundesvorsitzende Wuckelt ihre Eindrücke zusammen.

Mehr zu den Regionalkonferenzen (Programm, Arbeitstexte aus den Synodalforen III und IV)

Digitales Gebet

 

Um die Synodalen zu bestärken und zu unterstützen, lud die kfd unter dem Thema "Fünf Orte. Ein Weg. Viele Frauen." am 4. September 2020 eine halbe Stunde vor Beginn der Regionenkonferenzen zu einem digitalen Gebet mit Ulrike Göken-Huismann, Geistliche Begleiterin im kfd-Bundesverband, ein. Knapp 40 Frauen schalteten sich zum Zoom-Gebet zu. 

Zeitgleich ermutigten kfd-Frauen aus den Diözesanverbänden Essen, Köln, Münster und Paderborn sowie die stellvertretende Bundesvorsitzende Prof'in Dr. Agnes Wuckelt und Bundesvorstandsmitglied Lucia Lagoda die Vertreter*innen des Synodalen Wegs und beteten vor dem Tagungshotel der der Regionalkonferenz in Dortmund mit dem Essener Weihbischof Ludger Schepers. 

kfd-Ermutigung für die Synodalen 

Bereits im Vorfeld der Regionalkonferenzen haben kfd-Bundesvorsitzende Mechthild Heil sowie unsere Diözesanverbände/unser Landesverband den Teilnehmer*innen des Synodalen Wegs ermutigende Botschaften mit auf den Weg gegeben.

Zwischenruf der katholischen Verbände

Im November 2020 hat sich die kfd gemeinsam mit BDKJ, KDFB und Kolpingwerk Deutschland in einem Zwischenruf zum Synodalen Weg geäußert.

"Mehr als 1,5 Millionen Mitglieder gehören unseren Verbänden an. Sie erwarten, dass auch die Themen und Fragen zu den Ergebnissen der MHG-Studie, in der Synodalversammlung ernsthaft aufgegriffen, beraten und entschieden werden", heißt es darin.

Und weiter: "Um dem Glaubwürdigkeitsverlust der Kirche, der bis in die Kerngemeinden reicht, entgegenzuwirken und Vertrauen wieder aufbauen zu können, sind ein konstruktiver Dialog und eine Debatte über notwendige Reformen zwingend erforderlich. Dazu gehört eine Evangelisierung, die die Menschen erreicht und ihnen vermittelt, dass die Frohe Botschaft und ein Leben aus und mit dem Glauben eine Bereicherung darstellen können."

Den begonnenen Weg mutig, kraftvoll, zuversichtlich und in Offenheit mitgehen!"

Die Vorsitzenden der Verbände schließen mit den Sätzen: "Als Verantwortliche von katholischen Verbänden unterstützen wir ausdrücklich diese Ziele und bitten alle Mitglieder der Synodalversammlung eindringlich, den begonnenen Weg mutig, kraftvoll, zuversichtlich und in Offenheit, mitzugehen und mitzutragen. Denjenigen, die Bedenken und Zweifel haben, rufen wir zu: Vertraut darauf, dass Gottes Geist in den Synodalen wirkt!"

Die kfd auf dem Synodalen Weg

Der Synodalversammlung, dem obersten Organ des Synodalen Weges, gehören insgesamt 230 Personen an: Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz, dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken und weiteren Gruppierungen.

Der kfd-Bundesverband e.V. ist mit der stv. kfd-Bundesvorsitzenden Prof'in Dr. Agnes Wuckelt, Vorstandsmitglied Lucia Lagoda sowie Bundesgeschäftsführerin Brigitte Vielhaus vertreten. Sie sind entsendet vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK), dem höchsten Gremium des deutschen Laien-Katholizismus.

Fazit nach der ersten Synodalversammlung

Der Synodale Weg hat am ersten Advent 2019 begonnen. Die erste Synodalversammlung fand vom 30. Januar bis 1. Februar 2020 in Frankfurt/Main statt.

Die stellvertretende kfd-Bundesvorsitzende Prof'in Dr. Agnes Wuckelt, Bundesvorstandsmitglied Lucia Lagoda und Bundesgeschäftsführerin Brigitte Vielhaus ziehen nach der ersten Synodalversammlung eine Zwischenbilanz.

"Besonders berührt haben uns die Wortmeldungen der vielen jungen Menschen, die am Synodalen Weg teilnehmen. Wie authentisch sie gerne katholisch sind, zeigte uns, dass wir als Kirche jetzt wirklich gemeinsam unterwegs sind. Darum geht es schließlich. Und das haben wir dort so stark gespürt wie lange nicht mehr.

Die Diskussionen haben uns tief bewegt und waren insgesamt weitaus positiver, als wir erwartet hatten. Man kann wirklich behaupten, das war ein historisches Ereignis.  

Dankbar sind wir unseren Mitgliedern, die dafür gesorgt haben, dass wir nicht bestimmten Gruppierungen allein das Feld überlassen haben. Die vielen Eingaben online im Vorfeld haben auch eine andere Seite gezeigt.

Diesen Frauen sowie zahlreichen der kfd nahestehenden Männern haben wir zu verdanken, dass in allen Foren die Fragen nach den Machtstrukturen und Rolle der Frauen gestellt wurden."

Synodalforen

Im Mittelpunkt des Synodalen Wegs stehen folgende Themen, mit denen sich vier Foren beschäftigen:

  • Forum "Macht, Partizipation und Gewaltenteilung"
  • Forum "Leben in gelingenden Beziehungen – Liebe leben in Sexualität und Partnerschaft"
  • Forum "Priesterliche Existenz heute"
  • Forum "Frauen in Diensten und Ämtern in der Kirche"

Mehr zu den Synodalforen

Forum zu Frauen

Prof'in Dr. Agnes Wuckelt zum Forum "Frauen in Diensten und Ämtern": "Die Teilhabe von Frauen an der Verkündigung des Evangeliums ist bereits jetzt möglich und umsetzbar. Die Gegenstimmen berufen sich vor allem auf klassische Rollenbilder von Frau und Mann sein. Es müssen alle theologischen Argumente wahrgenommen und unvoreingenommen diskutiert werden."

Wuckelt ist zudem Teilnehmerin des Synodalforums "Frauen in Diensten und Ämtern in der Kirche".

Forum zu Sexualität

Lucia Lagoda zum Forum "Liebe leben in Sexualität und Partnerschaft": "Sexualität wird in ihrer Vielfalt als besonderes Geschenk Gottes gesehen. Werte können in allen Beziehungsformen gelebt werden. Die verschiedenen Ansichten zu Sexualität stehen in der Spannung von Wirklichkeit und kirchlicher Lehre. Der Weg sollte meines Erachtens im Sinne der Menschen entschieden werden. Sexualethik ist immer auch Beziehungsethik. Es bleibt eine große Herausforderung, dabei die Perspektive von Frauen konsequent einzubeziehen."

Forum zu Macht

Brigitte Vielhaus zum Forum Macht: "Viele Aspekte von Macht und Machtmissbrauch wurden genannt. Deutlich wurde, dass eine neue Verteilung von Macht und Partizipation nötig ist. Die Gespräche haben erst begonnen. Aber manche Vorstellungen von Macht scheinen miteinander unvereinbar. Die geschlechtergerechte Verteilung von Macht und Partizipation ist ausbaufähig." 

Lichterandacht in Frankfurt

Zur Eröffnung der Synodalversammlung am 30. Januar 2020 war die kfd in Frankfurt vor Ort. Vor dem Dom St. Bartholomäus, in dem der Eröffnungsgottesdienst stattfand, versammelten sich rund 220 Frauen und Männer zu einer Andacht mit Purpurkreuz-Windlichtern und Transparenten mit Forderungen nach einer geschlechtergerechten Kirche.

Prof'in Dr. Agnes Wuckelt, stellvertretende kfd-Bundesvorsitzende: "Unser Ziel war es, alle Synodalen auf diesem wichtigen Weg zu bestärken und unsere Forderungen an die deutschen Bischöfe zu wiederholen: Missbrauchsfälle rigoros aufzuklären, eine neue Sexualmoral zu schaffen und Machtstrukturen aufzubrechen." 

Gemeinsam mit dem Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode, dem Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer, Essens Weihbischof Ludger Schepers und den ZdK-Vizepräsidenten Katrin Kortmann (ebenfalls kfd-Mitglied) und Wolfgang Klose sprachen die Anwesenden das Gebet für die Kirche.

Nach dem Gebet richtete Bischof Bode noch Worte an die Menge: "Ich brauche eigentlich diesem Gebet nicht mehr so viel hinzuzufügen , weil ich der Meinung bin, dass in diesem Gebet die Kernfragen enthalten sind." Weiter sagte Bode: "Synodale Kirche heißt auch geschlechtergerechte Kirche. Und ich denke, sie heißt auch diakonische Kirche."

Weitere Bilder im Flickr-Album anschauen.

Gebet für die Kirche

Gott, Du willst eine Kirche,
die aus Fehlern lernt
und sich erneuert.

Du willst eine Kirche,
die geschlechtergerecht ist
und in der Frauen ihre
Berufungen leben können.

Du willst eine Kirche,
die diakonisch ist, den Armen
und Bedrängten beisteht
und die Schöpfung bewahrt.

Schenke uns Deine Geistkraft
und den Mut, für eine
glaubwürdige Kirche einzutreten.

Was die kfd erwartet

Die stv. kfd-Bundesvorsitzende Prof'in Dr. Agnes Wuckelt hofft, "dass Bewegung in die Frage nach dem Zugang von Frauen zu allen Diensten und Ämtern kommt und am Ende des Synodalen Weges ein entsprechendes Votum der deutschen Kirche nach Rom gegeben wird."

Bundesvorstandsmitglied Lucia Lagoda, ebenfalls Mitglied der Synodalversammlung: "Ich erhoffe mir, dass die Auseinandersetzung über Machtstrukturen und Machtmissbrauch zu konkreten und nachhaltigen Veränderungen in unserer Kirche führt. Ich wünsche mir sehr, dass die Gespräche miteinander gleichberechtigt, offen, ehrlich und auf Augenhöhe geführt werden."

"Die Kirche ist in einer großen Glaubwürdigkeitskrise. Die Lebenswirklichkeit von Frauen, Männern und Kindern muss ernst genommen werden. Der Synodale Weg ist vielleicht die letzte Chance, verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen. Das geht nur mit konkreten Reformen", sagt kfd-Bundesgeschäftsführerin Brigitte Vielhaus, die auch Mitglied der Synodalversammlung ist.

Zum Dialog bereit

Die kfd erwartet vom Synodalen Weg ausdrücklich konkretere Ergebnisse als bei dem zurückliegenden Gesprächsprozess aus den Jahren 2011 bis 2015.

Als Deutschlands größter katholischer Frauenverband ist die kfd zum Dialog bereit. "Wir bringen uns mit unserer Hoffnung, unseren Fragen und möglichen Antworten in den Synodalen Weg ein. Gerne stehen wir den Bischöfen auch beratend zur Seite", so kfd-Bundesvorsitzende Mechthild Heil.

Die kfd sieht im Synodalen Weg die Chance auf Erneuerung, die die Kirche dringend braucht. Der eingeschlagene Weg muss von gegenseitiger Wertschätzung und Offenheit geprägt sein. Denk- und Sprechverbote haben in einem Prozess, bei dem es um eine positive Zukunft für die Kirche geht, keinen Platz.

Es muss sich wirklich etwas verändern!"

"Die Teilung von Macht und das Aufbrechen männlicher Hierarchien bleiben für uns zentrale Fragen", erklärte die stellv. kfd-Bundesvorsitzende Prof'in Dr. Agnes Wuckelt. "Es reicht nicht mehr, sich zu treffen und nur zu reden. Es muss sich wirklich etwas verändern! Und selbstverständlich müssen endlich die katholischen Frauen mit ihren vielfältigen Lebens- und Glaubenserfahrungen gehört werden."

Keine wirkliche Reform ohne Geschlechtergerechtigkeit

Wuckelt weiter: "Wenn die katholische Kirche in Deutschland es ernst meint mit ihrem Reformwunsch, muss sie sich mit der Frage nach dem Zugang von Frauen zu allen Diensten und Ämtern dringend auseinandersetzen - ohne Geschlechtergerechtigkeit kann und wird es keine wirkliche Reform geben."

So hat es die kfd auch in ihrem Positionspapier "gleich und berechtigt. Alle Dienste und Ämter für Frauen in der Kirche" formuliert: "Nur wenn alle Charismen gelebt werden, kann die Kirche sich erneuern und zu dem werden, wozu sie bestimmt ist: Der Wirksamkeit und Liebe Gottes in der Welt Raum zu geben und sie zu gestalten."

Dass es ein Forum Sexualmoral geben wird, begrüßt die kfd sehr. Es braucht eine veränderte Sexualmoral, die sich an der Lebenswirklichkeit der Menschen orientiert. 

Die Frauenverbände weisen schon seit Jahrzehnten darauf hin, dass aktuelle Forschungsergebnisse aus Theologie und Sozialwissenschaften Eingang in die kirchliche Lehre finden müssen.

Lesetipp:
"Bei diesen Themen ziehen wir rote Linien" - die stv. kfd-Bundesvorsitzende Prof'in Dr. Agnes Wuckelt im katholisch.de-Interview über den Synodalen Weg.

Warum gibt es den Synodalen Weg?

Der Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche und die Veröffentlichung der von den deutschen Bischöfen in Auftrag gegebenen MGH-Studie im September 2018 haben Entsetzen und tiefe Betroffenheit ausgelöst.

Das Vertrauen in die Kirche ist durch den Missbrauchsskandal vielerorts erschüttert. Tiefgreifende Reformen in der katholischen Kirche sind unvermeidlich. Diese hat die kfd bereits mehrfach benannt und eingefordert.

Bei der Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) in Lingen 2019 haben die Bischöfe einen Synodalen Weg beschlossen, den sie gemeinsam mit allen Gläubigen gehen wollen.

"Wir wollen eine hörende Kirche sein. Wir brauchen den Rat von Menschen außerhalb der Kirche", betonte Kardinal Reinhard Marx, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz.

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) als höchstes Gremium des deutschen Laien-Katholizismus will diesen Weg partnerschaftlich mitgehen

Material

Gebet zum Synodalen Weg (frauengerechte Alternative)
  • Frauengerechtes Gebet für den Synodalen Weg 137 KB Download
Fürbitten
  • Fürbitten zur Begleitung des Synodalen Wegs 144 KB Download
Gebet für die Kirche
  • Gebet für die Kirche Gebetszettel 602 KB Download
  • Gebetskarte doppelseitig bedruckt, DIN A4 524 KB Download
  • Gebetskarten Druckbogen 8 Karten, beidseitig, für doppelseitigen Druck 509 KB Download
Arbeitspapiere der Vorbereitungsforen

Arbeitspapiere der vorbereitenden Foren "Macht und Gewaltenteilung in der Kirche", "Sexualmoral", "Priesterliche Lebensform" und "Frauen in Diensten und Ämtern in der Kirche"

Termine

30. September bis 2. Oktober 2021:
Zweite Synodalversammlung

3. bis 5. Februar 2022:
Dritte Synodalversammlung    

2022
Vierte Synodalversammlung

Links
Stand: 01.03.2021
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