Zukunft der Kirche

Synodaler Weg

Der Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche und die Veröffentlichung der von den deutschen Bischöfen in Auftrag gegebenen MGH-Studie im September 2018 haben Entsetzen und tiefe Betroffenheit ausgelöst.

Das Vertrauen in die Kirche ist durch den Missbrauchsskandal vielerorts erschüttert. Tiefgreifende Reformen in der katholischen Kirche sind unvermeidlich. Diese hat die kfd bereits mehrfach benannt und eingefordert.

Bei der Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) in Lingen 2019 haben die Bischöfe einen Synodalen Weg beschlossen, den sie gemeinsam mit allen Gläubigen gehen wollen.

"Wir wollen eine hörende Kirche sein. Wir brauchen den Rat von Menschen außerhalb der Kirche", betonte Kardinal Reinhard Marx, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz.

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) als höchstes Gremium des deutschen Laien-Katholizismus will diesen Weg partnerschaftlich mitgehen

Das ZdK hat bei seiner Vollversammlung am 23. November 2019 grünes Licht für den Synodalen Weg gegeben und der Satzung zugestimmt.

Auch die 69 Teilnehmer*innen der Synodalversammlung, dem obersten Organ des Synodalen Weges, stehen fest. Der kfd-Bundesverband e.V. ist mit der stv. kfd-Bundesvorsitzenden Prof'in Dr. Agnes Wuckelt, Vorstandsmitglied Lucia Lagoda sowie Bundesgeschäftsführerin Brigitte Vielhaus vertreten.

Insgesamt gehören 230 Personen der Synodalversammlung an:  Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz, dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken und weiteren Gruppierungen.

Der Synodale Weg hat am ersten Advent begonnen. Die erste Synodalversammlung findet am 30. Januar bis 1. Februar 2020 in Frankfurt/Main statt.

Folgende Themen stehen im Mittelpunkt, mit denen sich vier Foren beschäftigen:

  • Forum "Macht, Partizipation und Gewaltenteilung"
  • Forum "Sexualmoral"
  • Forum "Priesterliche Lebensform"
  • Forum "Frauen in Diensten und Ämtern in der Kirche"

Mitreden beim Synodalen Weg

Die Mitbeteiligung aller Gläubigen am Synodalen Weg ist DBK und ZdK sehr wichtig.

Ihre Überlegungen, Meinungen und Beratungsvorschläge zu den vier Foren können Sie über ein Online-Formular mitteilen (oder als Datei hochladen), damit diese in die Arbeit direkt mit einfließen kann.

Wir freuen uns, wenn Sie uns Ihre Meinungen ebenfalls mitteilen und uns Ihre Beiträge an kontaktat-Zeichenkfd.de zukommen lassen. Herzlichen Dank!

Frauengerechtes Gebet

  • Frauengerechtes Gebet für den Synodalen Weg 128 KB Download

Konkrete Erwartungen der kfd

Die kfd erwartet ausdrücklich konkretere Ergebnisse als bei dem zurückliegenden Gesprächsprozess aus den Jahren 2011 bis 2015.

Als Deutschlands größter katholischer Frauenverband ist die kfd zum Dialog bereit. "Wir bringen uns mit unserer Hoffnung, unseren Fragen und möglichen Antworten in den Synodalen Weg ein. Gerne stehen wir den Bischöfen auch beratend zur Seite", so kfd-Bundesvorsitzende Mechthild Heil.

Die kfd sieht im Synodalen Weg die Chance auf Erneuerung, die die Kirche dringend braucht. Der eingeschlagene Weg muss von gegenseitiger Wertschätzung und Offenheit geprägt sein. Denk- und Sprechverbote haben in einem Prozess, bei dem es um eine positive Zukunft für die Kirche geht, keinen Platz.

Es muss sich wirklich etwas verändern!"

"Die Teilung von Macht und das Aufbrechen männlicher Hierarchien bleiben für uns zentrale Fragen", erklärte die stellv. kfd-Bundesvorsitzende Prof'in Dr. Agnes Wuckelt. "Es reicht nicht mehr, sich zu treffen und nur zu reden. Es muss sich wirklich etwas verändern! Und selbstverständlich müssen endlich die katholischen Frauen mit ihren vielfältigen Lebens- und Glaubenserfahrungen gehört werden."

Keine wirkliche Reform ohne Geschlechtergerechtigkeit

Wuckelt weiter: "Wenn die katholische Kirche in Deutschland es ernst meint mit ihrem Reformwunsch, muss sie sich mit der Frage nach dem Zugang von Frauen zu allen Diensten und Ämtern dringend auseinandersetzen - ohne Geschlechtergerechtigkeit kann und wird es keine wirkliche Reform geben."

So hat es die kfd auch in ihrem Positionspapier "gleich und berechtigt. Alle Dienste und Ämter für Frauen in der Kirche" formuliert: "Nur wenn alle Charismen gelebt werden, kann die Kirche sich erneuern und zu dem werden, wozu sie bestimmt ist: Der Wirksamkeit und Liebe Gottes in der Welt Raum zu geben und sie zu gestalten."

Dass es ein Forum Sexualmoral geben wird, begrüßt die kfd sehr. Es braucht eine veränderte Sexualmoral, die sich an der Lebenswirklichkeit der Menschen orientiert. 

Die Frauenverbände weisen schon seit Jahrzehnten darauf hin, dass aktuelle Forschungsergebnisse aus Theologie und Sozialwissenschaften Eingang in die kirchliche Lehre finden müssen.

Lesetipp:
"Bei diesen Themen ziehen wir rote Linien" - die stv. kfd-Bundesvorsitzende Prof'in Dr. Agnes Wuckelt im katholisch.de-Interview über den Synodalen Weg.

Links
Stand: 13.12.2019
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