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der synodale weg

Die Etappen

Der Synodale Weg ist ein über mehrere Jahre angelegter Prozess, der zu Reformen in der katholischen Kirche führen soll. Im März 2023 fand er mit der fünften Synodalversammlung seinen Abschluss. Die kfd war an dem Prozess beteiligt. Sie begrüßt ausdrücklich, dass Betroffene sexueller Gewalt in die Mitarbeit beim Synodalen Weg eingebunden waren.

Nun soll der Synodale Ausschuss einen Synodalen Rat für die katholische Kirche in Deutschland vorbereiten. Er besteht aus den 27 Diözesanbischöfen, 27 vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) und weiteren 20 von der Synodalversammlung gewählten Mitgliedern. Der Ausschuss nimmt seine Arbeit im November 2023 auf.

kfd-Aktion zur fünften Synodalversammlung

Vom 9.-11. März 2023 fand die fünfte und damit letzte Synodalversammlung in Frankfurt statt. Am ersten Veranstaltungstag startete die kfd eine großangelegte Aktion, um ihrer Forderung nach Geschlechtergerechtigkeit in der Kirche Nachdruck zu verleihen. Unter dem Motto „gleich + berechtigt“ machte der Frauenverband deutlich: Wir Frauen füllen unseren Anspruch auf einen gleichberechtigten Platz in der Kirche mit Leben. Passend dazu gab es Sitzkissen in Purpur mit dem Aktions-Motto.

Neben einer großen Demonstration vor dem Tagungszentrum, in dem die Synodalversammlung stattfand, veranstalteten kfd-Frauen zahlreiche Gottesdienste am gleichen Tag.

Hier fanden Gottesdienste und Aktionen statt: Zur Karte.

  • Weitere Fotos der Aktion und vieler Gottesdienste in unserem Flickr-Album
Vierte Synodalversammlung

Die vier Synodalen der kfd ziehen gemischte Bilanz nach der vierten Synodalversammlung, die vom 8.-10. September 2022 stattfand: „Das Desaster zu Beginn – das Scheitern des Reformtextes zur Sexualmoral – hat uns fassungslos gemacht. Es wurde aber im Laufe der drei Tage möglich, offen und ehrlich miteinander zu diskutieren und zu wegweisenden Beschlüssen zu kommen. 

Die kfd ist sehr froh, dass der Grundtext zu „Frauen in Diensten und Ämtern in der Kirche“ beschlossen wurde. Sie erhofft sich hier von Rom ein Überdenken der bisherigen Regelungen zum Priesteramt.

Auch die große Zustimmung zu den Handlungstexten „Lehramtliche Neubewertung von Homosexualität“ und zur „Grundordnung des kirchlichen Dienstes“ sind eine wichtige Grundlage für weitere Veränderungen in der katholischen Kirche.  Positiv ist ebenfalls, dass der Handlungstext „Synodalität nachhaltig stärken“ beschlossen wurde. Mit der Einrichtung eines Synodalen Rates in Deutschland können die Veränderungsprozesse in unserer Kirche auch nach Abschluss des Synodalen Wegs im März 2023 weitergeführt werden.“

Dritte Synodalversammlung

Aus der dritten Synodalversammlung, die vom 3. bis 5. Februar 2022 in Frankfurt stattfand, gingen die vier Synodalen der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) - Bundesverband e.V. zuversichtlich und gestärkt heraus. „Unsere Beharrlichkeit und unser Ringen der vergangenen Jahre haben sich endlich ausgezahlt. Die Versammlung hat gezeigt: Die Kirche – und die Mehrheit der anwesenden Bischöfe ­– will die Veränderung und hat jetzt die dringend nötigen Reformen in Gang gebracht“, erklärt die stellvertretende kfd-Bundesvorsitzende Agnes Wuckelt, die im so genannten Frauenforum des Synodalen Weges mitarbeitet. Die vier kfd-Synodalen sind die drei Vorstandsfrauen Ulrike Göken-Huismann, Prof`in Agnes Wuckelt und Lucia Lagoda sowie kfd-Bundesgeschäftsführerin Brigitte Vielhaus.

Zweite Synodalversammlung

Die vier Synodalen der kfd zogen nach der zweiten Synodalversammlung, die vom 30. September bis 2. Oktober 2021 in Frankfurt stattfand, ein überwiegend positives Fazit: „Es gab eine verbindliche und verbindende Atmosphäre. Die Themen, die uns Frauen wichtig sind, wurden sehr ernsthaft und engagiert diskutiert.“

„Eine große Mehrheit der Delegierten steht hinter unseren Forderungen nach einer gleichberechtigten Kirche,“ so die stellvertretende Bundesvorsitzende Prof’in Agnes Wuckelt. „Hoffnung macht insbesondere die große Zustimmung zur Änderung der Predigtordnung, nach der Frauen und Männer in der Predigt die Hl. Schrift in der Eucharistiefeier auslegen können“, fügte die Geistliche Begleiterin der kfd, Ulrike Göken-Huismann hinzu. „Zuversichtlich stimmt uns auch, dass die Vielfalt sexueller Orientierungen von der Versammlung mehrheitlich anerkannt wird. Hier ist deutlich ein Perspektivwechsel sicht- und hörbar geworden“, ergänzt Brigitte Vielhaus, kfd-Bundesgeschäftsführerin.

„Es ist sinnvoll, dass der Synodale Weg jetzt entschieden weitergeht. Unsere Kirche braucht diese Synodalität, noch mehr Transparenz und Mitbestimmung“, so Lucia Lagoda aus dem kfd-Bundesvorstand abschließend.

Online-Konferenzen

Online-Konferenzen statt zweiter Synodalversammlung und digitaler Austausch ohne Entscheidungsdruck: Die Mitglieder der Synodalversammlung haben sich Anfang Februar 2021 online getroffen, um weiter über die Erneuerung der katholischen Kirche und die Arbeitsfortschritte der Synodalforen zu diskutieren.

"Nach dem guten, angeregten geistlichen und inhaltlichen Austausch bei der Online-Konferenz gehen wir als kfd auf dem Synodalen Weg entschieden weiter mit in die Zukunft unserer Kirche", lautet das Fazit der drei kfd-Delegierten. "Wir setzen uns mutig weiter mit vielen anderen für Veränderungen ein. Unsere Kirche soll ein Ort für Menschen jeden Geschlechts, Menschen jeder sexuellen Orientierung und jeden Alters sein."

Regionalkonferenzen

Die geplante zweite Synodalversammlung im September 2020 wurde aufgrund der Corona-Pandemie verschoben. Unter dem Motto "Fünf Orte - ein Weg." haben sich die Teilnehmer*innen der Synodalversammlung in München, Frankfurt am Main, Ludwigshafen, Dortmund und Berlin zu Regionalkonferenzen getroffen. 

Vom kfd-Bundesverband nahmen die stv. Bundesvorsitzende Prof'in Dr. Agnes Wuckelt und Bundesvorstandsmitglied Lucia Lagoda an der Konferenz in Dortmund, Bundesgeschäftsführerin Brigitte Vielhaus an der Regionalkonferenz in Frankfurt teil.

Wie bereits zur Eröffnung der Synodalversammlung im Januar 2020 hat die kfd auch bei den eintägigen Regionalkonferenzen im September Präsenz gezeigt.

"Ich hoffe sehr, dass es uns gelingt, offen aufeinander zuzugehen, dass die Synodalität in den Köpfen wächst und wir nicht nur eine pyramidische Kirche denken, mit denen da oben und einer breiten Masse, die nichts zu sagen hat. Sondern dass wir eine geschwisterliche, eine synodale Kirche sind, die gemeinsam unterwegs ist", wünschte sich Agnes Wuckelt zu Beginn der Regionalkonferenz in Dortmund, die sie gemeinsam mit dem Münsteraner Weihbischof Stefan Zekorn moderierte.

Über die Corona-Pandemie und ihre Herausforderung für den Synodalen Weg sprachen die 230 Teilnehmer*innen zu Beginn der Regionalkonferenzen.

Danach diskutierten sie die Arbeitspapiere aus den Synodalforen "Frauen in Diensten und Ämtern in der Kirche" und "Leben in gelingenden Beziehungen - Liebe leben in Sexualität und Partnerschaft". Zwei Themen, die "heiße Eisen sind, die sicherlich nicht ohne Kontroversen diskutiert werden", war sich Agnes Wuckelt sicher.

Klare Haltung der kfd

Mit den Inhalten der Arbeitspapiere hatte sich die kfd bereits im Vorfeld auseinandergesetzt und ihre klare Haltung erneut formuliert: Für eine geschlechtergerechte Kirche und ein menschliches Verständnis von Sexualität.

So müsse der synodale Arbeitstext zum Thema Sexualität überarbeitet werden und es eine stärker "positive Wertschätzung von Sexualität" geben, forderte kfd-Bundesgeschäftsführerin Brigitte Vielhaus, die als Synodale in Frankfurt am Main dabei war. "Vor dem Hintergrund des Missbrauchsskandals und der vielen Verletzungen von Frauen durch die Kirche mögen Kirchenvertreter eine Zeit lang zum Thema Sexualität in Demut schweigen."

"Viele Synodale wünschen sich, dass der Arbeitstext 'Frauen in Diensten und Ämtern' noch klarer und mutiger formuliert wird. Das, was heute schon kirchenrechtlich möglich ist, sollte benannt und unverzüglich umgesetzt werden", lautet das Fazit von kfd-Bundesvorstandsfrau Lucia Lagoda, die in Dortmund an der Regionalkonferenz teilgenommen hatte.

"Es war ein intensives Arbeitstreffen, bei dem sich die Teilnehmer*innen offen begegnet sind und sich sachlich ausgetauscht haben", fasste die stv. kfd-Bundesvorsitzende Wuckelt ihre Eindrücke zusammen.

Mehr zu den Regionalkonferenzen (Programm, Arbeitstexte aus den Synodalforen III und IV)

Weitere Fotos auf Flickr und auf www.synodalerweg.de/fotos 

Digitales Gebet

Um die Synodalen zu bestärken und zu unterstützen, lud die kfd unter dem Thema "Fünf Orte. Ein Weg. Viele Frauen." am 4. September 2020 eine halbe Stunde vor Beginn der Regionenkonferenzen zu einem digitalen Gebet mit Ulrike Göken-Huismann, Geistliche Begleiterin im kfd-Bundesverband, ein. Knapp 40 Frauen schalteten sich zum Zoom-Gebet zu. 

kfd-Ermutigung für die Synodalen 

Zeitgleich ermutigten kfd-Frauen aus den Diözesanverbänden Essen, Köln, Münster und Paderborn sowie die stellvertretende Bundesvorsitzende Prof'in Dr. Agnes Wuckelt und Bundesvorstandsmitglied Lucia Lagoda die Vertreter*innen des Synodalen Wegs und beteten vor dem Tagungshotel der der Regionalkonferenz in Dortmund mit dem Essener Weihbischof Ludger Schepers. 

Erste Synodalversammlung

Der Synodale Weg begann am ersten Advent 2019. Die erste Synodalversammlung fand vom 30. Januar bis 1. Februar 2020 in Frankfurt am Main statt. 

Die stellvertretende kfd-Bundesvorsitzende Prof'in Dr. Agnes Wuckelt, Bundesvorstandsmitglied Lucia Lagoda und Bundesgeschäftsführerin Brigitte Vielhaus zogen nach der ersten Synodalversammlung Zwischenbilanz: 

"Besonders berührt haben uns die Wortmeldungen der vielen jungen Menschen, die am Synodalen Weg teilnehmen. Wie authentisch sie gerne katholisch sind, zeigt uns, dass wir als Kirche jetzt wirklich gemeinsam unterwegs sind. Darum geht es schließlich. Und das haben wir dort so stark gespürt wie lange nicht mehr. 

Die Diskussionen haben uns tief bewegt und waren insgesamt weitaus positiver, als wir erwartet hatten. Man kann wirklich behaupten, das war ein historisches Ereignis.   

Dankbar sind wir unseren Mitgliedern, die dafür gesorgt haben, dass wir nicht bestimmten Gruppierungen allein das Feld überlassen haben. Die vielen Eingaben online im Vorfeld haben auch eine andere Seite gezeigt. 

Diesen Frauen sowie zahlreichen der kfd nahestehenden Männern haben wir zu verdanken, dass in allen Foren die Fragen nach den Machtstrukturen und der Rolle der Frauen gestellt wurden."

Lichterandacht Frankfurt

Zur Eröffnung der Synodalversammlung am 30. Januar 2020 war die kfd in Frankfurt vor Ort. Vor dem Dom St. Bartholomäus, in dem der Eröffnungsgottesdienst stattfand, versammelten sich rund 220 Frauen und Männer zu einer Andacht mit Purpurkreuz-Windlichtern und Transparenten mit Forderungen nach einer geschlechtergerechten Kirche.

Prof'in Dr. Agnes Wuckelt: "Unser Ziel war es, alle Synodalen auf diesem wichtigen Weg zu bestärken und unsere Forderungen an die deutschen Bischöfe zu wiederholen: Missbrauchsfälle rigoros aufzuklären, eine neue Sexualmoral zu schaffen und Machtstrukturen aufzubrechen." 

Gemeinsam mit dem Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode, dem Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer, Essens Weihbischof Ludger Schepers und den ZdK-Vizepräsidenten Katrin Kortmann (ebenfalls kfd-Mitglied) und Wolfgang Klose sprachen die Anwesenden das Gebet für die Kirche.

Nach dem Gebet richtete Bischof Bode noch Worte an die Menge: "Ich brauche eigentlich diesem Gebet nicht mehr so viel hinzuzufügen , weil ich der Meinung bin, dass in diesem Gebet die Kernfragen enthalten sind." Weiter sagte Bode: "Synodale Kirche heißt auch geschlechtergerechte Kirche. Und ich denke, sie heißt auch diakonische Kirche."

Gebet für die Kirche

Gott, Du willst eine Kirche,
die aus Fehlern lernt
und sich erneuert.

Du willst eine Kirche,
die geschlechtergerecht ist
und in der Frauen ihre
Berufungen leben können.

Du willst eine Kirche,
die diakonisch ist, den Armen
und Bedrängten beisteht
und die Schöpfung bewahrt.

Schenke uns Deine Geistkraft
und den Mut, für eine
glaubwürdige Kirche einzutreten.

Weitere Bilder im Flickr-Album anschauen.

Stand: 11.04.2023
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