26. September 2019 Presse

Abschluss der Herbst-Vollversammlung der Bischofskonferenz: Rolle der Frauen in der Kirche nicht Teil des Berichts

kfd-Bundesvorsitzende Mechthild Heil und der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx. Foto: kfd/Britta Rausch

Bilanz der kfd mit Blick auf den Synodalen Weg, die Rolle von Frauen in der Kirche und den Umgang mit Missbrauchsfällen

Zum Abschluss der Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda gibt Mechthild Heil, Bundesvorsitzende der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), eine Einschätzung zu den für die kfd zentralen Themen Synodaler Weg, Zugang von Frauen zu Diensten und Ämtern sowie Aufklärung des Missbrauchsskandals.

"Kardinal Marx betont in seinem Pressebericht, dass der Synodale Weg 'die Kirche verändern werde und ohne Reformen nicht denkbar' sei. Wir hoffen, dass diese Reformen weit genug gehen, um zu einer echten Erneuerung der Kirche beizutragen. Wir müssen weg von den verkrusteten Machtstrukturen, weg vom Ausschluss von Frauen und weg von der alten Sexualmoral."

Treffen mit dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz

Bei einem Treffen mit Kardinal Marx am Montag, 23. September, in Fulda hatte die kfd ihm Unterstützung bei seinen Reformbewegungen zugesagt. Die kfd stehe an seiner Seite, erwarte jedoch auch Ergebnisse, vor allem im Zuge des Synodalen Wegs.

"Wir erleben gerade eine neue Dynamik. Die Menschen haben das Gefühl, dass sich jetzt etwas verändern kann. Wir erwarten, dass es wie von Kardinal Marx angekündigt keinerlei Sprech- und Denkverbote geben wird."

Ihr sei bewusst, so Heil, dass die deutschen Bischöfe nicht alles im Alleingang entscheiden könnten. "Ihr Votum als das einer mächtigen und einflussreichen katholischen Kirche können sie aber sehr wohl in Rom einbringen."

Auch der Umstand, dass Bischöfe jetzt offen den Zugang von Frauen zu Diensten und Ämtern ansprechen und eine Diskussion zulassen, sei als positive Entwicklung hin zu einer Enttabuisierung und größeren Offenheit zu werten.

kfd zum Dialog bereit

"Umso enttäuschter sind wir, dass die deutschlandweiten Proteste von Frauen weder auf der Tagesordnung der Vollversammlung standen noch im abschließenden Pressebericht Erwähnung finden."

Als Deutschlands größter katholischer Frauenverband sei die kfd jedoch unverändert zum Dialog bereit. "Wir bringen uns mit unserer Hoffnung, unseren Fragen und möglichen Antworten in den Synodalen Weg ein. Gerne stehen wir den Bischöfen auch beratend zur Seite", so Heil.

Konsequenzen aus Missbrauchsstudie

Die kfd befürwortet das Vorhaben der Deutschen Bischofskonferenz, bis zum Jahresende "eine gemeinsame Verständigung über Kriterien und Standards für eine unabhängige, transparente und umfassende Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs [zu erreichen]".

"Es zeigt, dass die Bischöfe nach der Missbrauchsstudie verstanden haben: So kann es nicht weitergehen. Sie sind den Opfern nicht nur höhere Entschädigungszahlen schuldig, sondern vor allem das Recht auf unabhängige Beauftragte und Anlaufstellen", so Heil abschließend.

Bei der Vollversammlung im März 2020 will die kfd der Bischofskonferenz Unterschriften mit der Forderung nach einer geschlechtergerechten Kirche und dem Zugang von Frauen zu allen Diensten und Ämtern überreichen.

Die Sammlung dieser Unterschriften erfolgt aktuell mittels Online-Petition bis Jahresende sowie bei Veranstaltungen, die kfd-Gruppen in ganz Deutsch­land im Rahmen der kfd-Aktionswoche "Macht Euch stark für eine geschlechtergerechte Kirche!" (23.-29. September) durchführen.

Kontakt
Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands Bundesverband e.V.

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Stand: 26.09.2019
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