Rückblick

Mit "Frau und Mutter" durch die Jahrzehnte

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Wir nehmen dankbar Abschied und freuen uns auf "die Neue".

Von Jutta Laege

Ein Ausflug in das "Frau und Mutter"-Archiv ist spannender als Geschichtsunterricht: Von den beiden Weltkriegen bis zum Mauerfall, vom Zweiten Vatikanischen Konzil bis zur Synodalversammlung handeln die Berichte - natürlich aus Frauen- und Mütterperspektive.

Nachzulesen sind unzählige gesellschafts- und kirchenpolitische Einordnungen über all das, was für Männer selbstverständlich ist, Frauen sich in den vergangenen Jahrzehnten aber hart erkämpfen mussten: Wahlrecht, Zugang zu Universitäten, Erwerbstätigkeit, das eigene Konto, gleichberechtigte Teilhabe, faire Sozialgesetzgebung, Gleichbehandlung in Ehe und Familie schlechthin.

1909: "Die Mutter"

Alles beginnt 1909 mit der Zeitschrift "Die Mutter" - herausgegeben vom Volksverein für das katholische Deutschland. In kurzer Zeit wird "Die Mutter" zur Zeitschrift für die Mitglieder der "Christlichen Müttervereine". Inhaltlich geht es vor allem um Religiöses und Erziehungsfragen. Schon damals wird das Heft von Helferinnen persönlich an die Haus- und Wohnungstüren der Vereinsmitglieder gebracht. 

1928 gründet sich der "Zentralverband der Müttervereine" und "Die Mutter" ist von Anfang an Mitgliederzeitschrift. Im Untertitel heißt sie nun: "Zeitschrift des Verbandes der katholischen Frauen- und Müttervereine Deutschlands".

1931 "Frau und Mutter"

1931 wird daraus der bis heute gültige Name "Frau und Mutter". Generalpräses Hermann Klens versichert damals, dass die Zeitschrift unter ihrem neuen Namen nichts "von ihrem Geist preisgeben" werde. Sie wolle vielmehr weiterhin das sein: "Helferin und Beraterin nicht nur in den Fragen des Mutterlebens und der Erziehung, sondern in allem, was das Frauenleben in der heutigen Zeit mit sich bringt und fordert."

Die neue "Frau und Mutter", die in den 1930er-Jahren deutliche Kritik an der aufstrebenden NSDAP übt, durchlebt schwierige Anfangszeiten. Ab 1939 wird sie verboten. Als sie 1948 wieder aufgelegt wird, beginnt ihre eigentliche Blütezeit. Engagierte Frauen an der Redaktionsspitze, dazu selbstbewusste kfd-Präsidentinnen, machen die "Frau und Mutter" in den ersten Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg zu einer wichtigen Stimme. 

Aus den "Frauen- und Müttervereinen" wird 1968 die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands - bis heute der größte katholische Frauenverband. Es folgen wechselhafte Jahrzehnte, mit vielen Fortschritten, aber auch Rückschlägen in Sachen Frauenpolitik.

2021: "Junia"

In diesem so schwierigen Jahr 2020 stehen die Zeichen wieder auf Veränderung, verbunden mit dem großen Wunsch, die kfd für die Zukunft zu rüsten. "Frau und Mutter" hat jetzt einen Namen. Sie wird ab 2021 "Junia" heißen, nach der erst seit 2016 bekannten Apostelin, die über Jahrhunderte von der katholischen Kirche zum Mann, zu Junias, gemacht wurde.

Bis heute hat "Frau und Mutter" Millionen katholischer Frauen in Alltag, Beruf, Ehrenamt, Freizeit und Familie begleitet und nicht nur sie, auch viele Männer. In den letzten Jahren sind die Rufe nach Erneuerung des Titels immer deutlicher geworden. 

Die Bundesversammlung der kfd hat im September einstimmig dafür votiert: Mit Junia beginnt nun ein neues Kapitel für die Redaktion und für die gesamte kfd. Alle Verantwortlichen nehmen in tiefer Dankbarkeit Abschied, um mit frischer Energie und viel Erfahrung in die nächste Epoche aufzubrechen.

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Stand: 24.11.2020