29. März 2020 Aktuelles

Impuls zum fünften Fastensonntag

Abstand nehmen. Foto: pixabay

Das Warten, verbunden mit Sorgen und Ängsten, so wie es im Johannes-Evangelium beschrieben wird, ist uns zurzeit wohlbekannt.

Jesus hört von der Erkrankung des Lazarus und deutet an "Alles wird gut", dann aber lässt er sich noch zwei Tage Zeit, bevor er sich aufmacht zum Kranken und zu dessen besorgten Schwestern Marta und Maria (vgl. Joh 11,1ff.).

Komisch - wieso wartet er zwei Tage, bevor er sich auf den Weg macht? Als er in Bethanien ankommt, ist Lazarus bereits seit vier Tagen tot.

Seit gut einer Woche warten nun wir, um "uns auf den Weg zu machen": auf den Weg zur Arbeit, zum Spielplatz, auf den Weg zur Uni, zum Kino, zu Oma und Opa; und wir ahnen, dass es noch dauern wird - länger als zwei Tage; x-Mal "2 Tage" werden es werden!

Eine Gleichung mit einem X, die momentan nicht lösbar ist - weder durch einen begnadeten Mathematiker, noch durch eine so erfahrene Virologin!

Warten, in einen "einstweiligen Ruhestand" versetzt zu sein, verbunden mit Sorgen und Ängsten, die nur bedingt rational bekämpft werden können. Menschen, die in Not sind - wie Marta und Maria, kennen wir.

Jesus hat sich zwei Tage Zeit gelassen. Möglicherweise wusste er nicht weiter, auch wenn es im Evangelium anders klingt (vgl. Joh 1,4-5). Er brauchte Zeit, sich auf die unerwartete Situation einzustellen.

In gewisser Weise hatte er erst Abstand nötig, bevor er sich der neuen Herausforderung zu stellen wagte. Abstand brauchen wir in dieser Zeit. Abstand - nicht nur im räumlichen Sinn. Jesus nahm Abstand.

Für uns alle nenne ich meine drei Wünsche mit G: Gesundheit, Glaubenskraft und Gebetsgemeinschaft!

Dominik Kitta OPraem
Präses des kfd-Bundesverbandes

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Stand: 29.03.2020
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