30. August 2012 Presse

Katholische Frauen lehnen Gesetzentwurf zur Sterbehilfe ab: Beihilfe zur Selbsttötung darf in keiner Form legitimiert werden

Auf scharfe Kritik stößt der Entwurf des Gesetzes zur Suizid-Beihilfe, das gestern vom Bundeskabinett beschlossen wurde, bei der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd). Der Verband befürchtet, dass die Zulassung der organisierten Beihilfe zur Selbsttötung, auch wenn diese nicht mit Gewinnabsichten erfolgt, zu einer schleichenden Legitimierung der aktiven Sterbehilfe beiträgt.

„Damit sind wir auf dem Weg in eine Gesellschaft, die es billigend in Kauf nimmt, dass sich von Krankheit und Leiden bedrohte Menschen das Leben nehmen, weil sie anderen nicht zur Last fallen wollen“, kommentiert Maria Theresia Opladen, Bundesvorsitzende der kfd, die Position des Verbandes. Sie plädiert dafür, die Angebote der Palliativmedizin und der Hospizbewegung auszubauen. So sei es dringend notwendig, dass die gesetzlichen Vorgaben zur ambulanten Palliativversorgung in die Praxis umgesetzt würden. Darüber hinaus müsse jede Form der Sterbebegleitung gefördert werden. „Menschen, die beispielsweise ihre Angehörigen im Sterben begleiten wollen, brauchen hierzu Zeit und Beratung. Es muss selbstverständlich werden, dass sie beides auch erhalten“, betont Opladen.

In einer zunehmend älter werdenden Gesellschaft sind vor allem Frauen von Fragen zu Tod und Sterben betroffen. Aufgrund ihrer durchschnittlich höheren Lebenserwartung sind sie es, die häufiger Angehörige bis zum Tod pflegen. Sie bleiben auch öfter allein zurück und verfügen in der Regel über geringere finanzielle Mittel, um für die eigene Betreuung bis zum Tod vorzusorgen.Die kfd fördert die öffentliche Auseinandersetzung mit dem Thema „Sterben“ als Teil des Lebens. Aktuell stellt sie zum Beispiel unter dem Titel „LebensWerte“ Materialien zur Diskussion und Auseinandersetzung mit ethischen Themen zur Verfügung.

Kontakt
Saskia Bellem

Pressesprecherin

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Stand: 30.08.2012