01. April 2020 Presse

Kommissionsbericht enttäuscht - innovative und zukunftsweisende Ergebnisse fehlen

Die kfd macht sich im Rentenbündnis der katholischen Verbände für eine solidarische Sockelrente für alle Einwohner*innen stark. © Fotolia/photocrew

Das Rentenbündnis der katholischen Verbände kritisiert die Empfehlungen der Rentenkommission "Verlässlicher Generationenvertrag" als nicht zukunftsweisend

Die im Rentenbündnis zusammengeschlossenen katholischen Verbände (Familienbund, KAB, Kolping, Landvolkbewegung und kfd) teilen die Enttäuschung darüber, dass es der Rentenkommission der Bundesregierung nicht gelungen ist, sich auf zukunftsweisende Empfehlungen zu verständigen. Die Ergebnisse ihrer fast zweijährigen Beratungen hat die Kommission "Verlässlicher Generationenvertrag" am Freitag, 27. März, Bundesarbeitsminister Hubertus Heil vorgelegt.

Keine zukunftsfähige Lösung

Im Wesentlichen hat die Rentenkommission gemäß ihrem Auftrag Empfehlungen für die Entwicklung von Beitragssätzen und Rentenniveau gemacht. Diese bieten jedoch keine zukunftsfähige Lösung für die anstehenden Probleme der Rentenversicherung. Gerade für von Altersarmut bedrohte Rentnerinnen und Rentner ist das Auskommen im Alter nicht gesichert, das Vertrauen in ein gerechtes Rentensystem wird so nicht wiederhergestellt.

Das Rentenbündnis der katholischen Verbände hat sich während der Beratungsphase der Rentenkommission vermehrt geäußert und ihr Modell einer Sockelrente vorgeschlagen. Die vorliegenden Ergebnisse machen aber deutlich, dass die Rentenkommission weitreichende Ansätze zur Weiterentwicklung des deutschen Rentensystems nicht aufgegriffen hat.

Mit ihren weitestgehend nur vagen Handlungsempfehlungen verweigert die Rentenkommission die Verantwortung vor ihrem ursprünglichen Auftrag, ein zukunftsweisendes und sozial ausgewogenes Rentenkonzept vorzulegen. Stattdessen wird erneut die große gesellschaftliche Zukunftsfrage Rente auf unbestimmte Zeit vertagt. Die Politik ist aber eindringlich zum sofortigen Handeln aufgefordert.

Ziel Bekämpfung der Altersarmut verfehlt

Auch mit Blick auf das Hauptziel des Rentenmodells der katholischen Verbände - der Bekämpfung von Altersarmut - hat die Kommission keine weiterreichenden Vorschläge entwickelt. Sie ruht sich stattdessen auf den aktuellen Plänen zur Einführung einer Grundrente aus, die nur zum Teil dazu beitragen werden, Altersarmut zu vermeiden.

Die rentenpolitische Stellung von Familien ist die Rentenkommission ebenso wenig angegangen: Hier mahnt das Bündnis insbesondere eine bessere Anerkennung von Kindererziehung und Pflege in der Rentenversicherung an.

Das Sockelnrentenmodell des Rentenbündnisses

Das Rentenbündnis der katholischen Verbände setzt sich für eine solidarische, existenzsichernde Sockelrente für alle Einwohner*innen ohne Prüfung ein. Nur im Rentenmodell der katholischen Verbände ist eine eigenständige leistungsgerechte Alterssicherung mit einer solidarischen Existenzsicherung für alle systematisch miteinander verbunden. Zusätzlich zur Sockelrente erhalten auch weiterhin alle Versicherten Rentenansprüche - entsprechend ihrer im Lebensverlauf erworbenen Anwartschaften. Weitere Anwartschaften aus privater und betrieblicher Altersvorsorge bleiben zudem bestehen.

Kontakt
Julia Kaballo

Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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julia.kaballoat-Zeichenkfd.de

Stand: 01.04.2020
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