DIE KFD

Unterstützung für geflüchtete Frauen und Mädchen

Referentin Helene Batemona-Abeke erklärte den Teilnehmerinnen des Studientages die Lebensrealitäten geflüchteter Frauen und Mädchen.

Austauschtreffen für Ehrenamtlerinnen in der Flüchtlingsarbeit

10. Mai 2017:

Viele kfd-Frauen engagieren sich ehrenamtlich in der Flüchtlingsarbeit. Um ihnen die Möglichkeit zu bieten, sich über ihre Erfahrungen, Herausforderungen und Probleme auszutauschen, lud der kfd-Bundesverband am vergangenen Wochenende, 6. Mai, zum Studientag nach Essen ein.

Referentin war Helene Batemona-Abeke von der Frauenrechtsorganisation medica mondiale. Aufgewachsen im Kongo und in Kenia, kam sie 1997 im Alter von 26 Jahren nach Deutschland. Heute ist sie als Sozialarbeiterin, Diversity-Trainerin und systemische Therapeutin für medica mondiale, die Diakonie und das Psychosoziale Zentrum für Flüchtlinge in Düsseldorf tätig.

In ihrem Vortrag sprach Helene Batemona-Abeke über die Lebensrealitäten, in denen sich vor allem geflüchtete Frauen und Mädchen befinden. Sie bedürfen besonderer Unterstützung, gerade vor dem Hintergrund ihrer - häufig auch traumatischen - Erfahrungen, die sie auf der Flucht gemacht haben.

Batemona-Abeke erklärte das kulturelle Spannungsfeld, in dem viele geflüchtete Frauen stecken. Als Beispiel nannte sie die Kleiderausgabe: Besonders im Umgang mit Baby- und Kinderkleidung können unterschiedliche Vorstellungen aufeinandertreffen. Nicht selten wird bereits getragene Kleidung für die Kleinsten zwar mitgenommen, jedoch nicht genutzt. "Bevor ein Baby oder ein Kind gebrauchte Sachen trägt, wird für zwei Euro eine neue Hose gekauft."

Die Referentin konnte aufklären, dass diese Einstellung mit kulturellen Vorstellungen zusammenhängt: "Die Frauen denken 'Ich weiß doch nicht, wessen Geist in den bereits getragenen Kleidern steckt und dann auf mein Kind übergeht.'" Selbst wenn sie nicht an Voodoo glauben, mögliche Gefahren würden die Frauen dennoch nicht herausfordern wollen, so Helene Batemona-Abeke. "Die Unwissenheit über solche kulturellen Hintergründe sorgt dann für Frustrationen - Frustration bei den Geflüchteten, aber auch bei den vielen ehrenamtlich Engagierten, die nicht verstehen, warum die Frauen so handeln."