Haushalte als Arbeitgeber

Entlastung im Haushalt wird für viele Menschen immer wichtiger. Sei es, weil sie selbst pflegebedürftig oder in die Pflege Angehöriger eingebunden sind - sei es, weil sie einen Haushalt mit Kindern führen und gleichzeitig erwerbstätig sind. Mit dem Projekt "Haushalte als Arbeitgeber" greift der kfd-Bundesverband ein zentrales frauenpolitisches Thema auf und sucht nach politischen Lösungen.  

Worum geht es?

Im Positionspapier "Gleichstellung von Frauen und Männern im Lebensverlauf" heißt es: "Die kfd setzt sich ein für die Entwicklung lokaler Angebote haushaltsnaher Dienstleistungen, die den Beschäftigten sozialversicherte faire Bezahlung bieten, die aber auch für die Kundschaft bezahlbar sind".

Der kfd-Bundesverband beteiligt sich zum Thema "Privathaushalte als Arbeitgeber" am Projekt des Kompetenzzentrums zur "Professionalisierung und Qualitätssicherung Haushaltsnaher Dienstleistungen“ (PQHD) der Universität Gießen. Gemeinsames Anliegen: Dienstleistungen im privaten Haushalt künftig bezahlbar zu machen und qualifizierte Angebote auf dem offiziellen Arbeitsmarkt bereitzustellen.

Ergebnisse der Studie und Lösungsansätze

Das Projekt der kfd startete Anfang 2014 mit einer Fachtagung: "Von der schwarzen Arbeit zur weißen Weste". Zusammen mit dem Kompetenzzentrum wurden die gleichstellungs- und beschäftigungspolitischen Perspektiven von haushaltsbezogenen Dienstleistungen und innovative Ansätze jenseits der Schwarzarbeit in Deutschland und benachbarten EU-Ländern betrachtet.

Im Laufe des Jahres 2014 wurde eine qualitative Studie auf den Weg gebracht: Was sind die Hintergründe für die Entscheidungen von Privathaushalte, legale haushaltsnahe Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen? Die Ergebnisse stellte man im März 2015 auf der Jahrestagung des Ständigen Ausschusses "Hauswirtschaft und Verbraucherthemen" vor. Sie war überschrieben: "Legal - egal? Privathaushalte als Arbeitgeber haushaltsbezogener Dienstleistungen".

Fazit der Studie: Es gibt viel zu wenig Wissen über legale Möglichkeiten, haushaltsnahe Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen. Gleichzeitig können oder wollen viele Haushalte den dafür notwendigen Preis nicht zahlen.

Blick nach Belgien

Die Teilnehmerinnen der Jahrestagung befassten sich ausführlich mit einem Modell aus Belgien, das es schon seit 2004 gibt. Dort werden durch ein staatlich subventioniertes Gutscheinsystem haushaltsbezogene Dienstleistungen ganz legal auch für Privatleute bezahlbar gemacht.

Studientag "Haushaltsbezogene Dienstleistungen"

Ein Studientag der kfd im Juni 2016 beleuchtete das Thema noch einmal explizit aus der Perspektive von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern sowie Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern im Privathaushalt.

Sehr deutlich wurde hier der aktuelle politische Handlungsbedarf. Um endlich faire, sozialversicherte Beschäftigung in Privathaushalthalten zu schaffen, die bezahlbar ist und an Qualitätsstandards gemessen werden kann, braucht es eine politische Initiative für eine staatliche Förderung dieses Bereichs.

Dabei geht es z.B. um Gutscheinmodelle, aber auch um gute Rahmenbedingungen und Qualitätsstandards für Unternehmen, die sozialversichert Beschäftigte einstellen und haushaltsbezogene Dienstleistungen anbieten.

In der rechten Spalte dieser Seite finden Sie die Studie, eine Broschüre mit Informationen und Anregungen für die Praxis, Tagungsberichte und eine Beschreibung des belgischen Dienstleistungsscheck-Modells.

Kontakt

Helga Klingbeil-Weber
E-Mail: helga.klingbeil-weber(at)kfd.de

Hilfe im Haushalt

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend bietet eine unabhängige Informationsplattform für Anbieterinnen und Anbieter sowie Interessierte von haushaltsnahen Dienstleistungen an:

www.hilfe-im-haushalt.de