Informationen zur Mütterrente

Seit 1. Juli 2014 erhalten Mütter bei der Rentenberechnung einen zusätzlichen Entgeltpunkt für die Erziehung jedes Kindes, das vor 1992 geboren wurde. Das ist ein riesiger Erfolg für die politische Lobbyarbeit der kfd! Unsere Unterschriftenaktion von 2012, die Postkartenaktion 2013, die vielen Briefe an Abgeordnete und Minister, die Veranstaltungen und Gespräche zum Thema haben entscheidend dazu beigetragen, dass ältere Mütter jetzt in der Rente bessergestellt werden.

Die wichtigsten Fakten zur Mütterrente:

  • Seit dem 1. Juli 2014 bekommen alle Rentnerinnen und Rentner, bei denen bislang Kindererziehung in der Rente berücksichtigt wurde, für jedes vor 1992 geborene Kind einen Zuschlag in Höhe von einem Entgeltpunkt pro Kind (28,61 Euro im Westen und 26,39 Euro im Osten). Für die Zahlung muss kein Antrag gestellt werden.
  • Dieser Zuschlag wird nicht auf die Bemessungsgrenze für Rentnerinnen angerechnet, die in der gesetzlichen Krankenversicherung familienversichert sind. Das bedeutet: Wer bisher als Rentnerin familienversichert ist, bleibt es auch weiterhin. Der Zuschlag wirkt sich jedoch eventuell auf Krankenversicherungsbeiträge, Pflegeversicherungsbeiträge und Steuern aus, die auf Renteneinkünfte zu zahlen sind. Ebenfalls zählt der Zuschlag bei der Anrechnung von Hinterbliebenenrenten.
  • Für Frauen, die neu in Rente gehen, werden seit 1. Juli 2014 entsprechend für jedes vor 1992 geborene Kind "automatisch" zwei Jahre Erziehungszeit berechnet.
  • Durch die Erhöhung der Erziehungszeiten für Kinder, die vor 1992 geboren wurden, kann es sein, dass Frauen, die bislang keine  eigene Rente bezogen, jetzt Anspruch darauf haben. Entscheidend sind fünf Jahre Pflichtbeitragszeiten in der Rentenversicherung. Diese fünf Jahre werden jetzt bereits bei drei Kindern allein durch die Kindererziehungszeiten erreicht. Diese Frauen müssen sich unbedingt von sich aus bei der lokalen Rentenberatung melden - weil die Rentenanstalt ja gar nichts von den Kindern und dem neuen Anspruch in ihren Unterlagen hat!

  • Auch bei nur einem oder zwei eigenen Kindern lohnt es sich zu prüfen, ob es im Lebensverlauf der Frau weitere Beitragszeiten gibt, durch die fünf Jahre erreicht werden könnten. Alle, die das betrifft, sollten sich ebenfalls an die lokalen Rentenberatungsstellen wenden und dort gegebenenfalls einen Antrag stellen.
  • Frauen, die vor 1955 geboren wurden, haben eventuell noch die Möglichkeit, fehlende Beitragszeiten nachzuzahlen, um auf die fünf Jahre Pflichtbeitragszeit zu kommen. Das lässt sich in einer Rentenberatung klären - auch, wie hoch die Nachzahlung ausfallen würde.
  • Jüngere Frauen sollten unter diesem Gesichtspunkt dringend die Aufnahme einer rentenversicherungspflichtigen Beschäftigung (notfalls auch im Minijob) erwägen, um auf fünf Jahre Pflichtbeitragszeit zu kommen. Auch sie sollten am besten eine Rentenberatung in Anspruch nehmen.

Fazit:

Frauen, die bereits für ihre vor 1992 geborenen Kinder ein Jahr Erziehungszeit angerechnet bekommen, brauchen nichts tun.

Alle, die sich beraten lassen wollen, finden aktuelle Informationen im Internet und übers Servicetelefon der Deutschen Rentenversicherung: 0800 1000 480 70.

Auf der Homepage gibt es auch eine Online-Beratung. Rentenberater können auch zu kfd-Veranstaltungen eingeladen werden. 

  • Hier geht es zur Homepage der Deutschen Rentenversicherung.
  • Hier können Sie online nach einer Beratungsstelle in Ihrer Nähe suchen.
  • Fragen und Antworten speziell zur Mütterrente finden Sie hier.

Wer finanziert eigentlich die Mütterrente?

Die Besserstellung älterer Mütter ist eine Anerkennung der Leistungen, die durch Erziehung von Kindern für die Gesellschaft erbracht wurden. Für dieses Anliegen wird aus dem Bundeshaushalt bereits seit 1992 ein Zuschuss von jährlich ca. 11 Milliarden Euro in die Rentenkasse gezahlt.