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kfd: Sexualisierte Gewalt gegen Frauen weltweit ächten - Verband sieht auch im deutschen Strafrecht Nachbesserungsbedarf

20. November 2014:

"Weltweit verbreitete Geschlechterbilder gehen immer noch von der Verfügbarkeit des weiblichen Körpers für männliche Bedürfnisse aus. Sie leisten sexualisierter Gewalt gegen Frauen Vorschub und müssen unmissverständlich geächtet werden", erklärt Maria Theresia Opladen, Bundesvorsitzende der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), anlässlich des Internationalen Tages "Nein zu Gewalt gegen Frauen" am 25. November. "Welche fatalen Folgen eine solche Weltsicht für Frauen hat, wird besonders mit Blick auf den Weltgebetstag 2015 deutlich, der von den Schwestern auf den Bahamas vorbereitet wird", so Opladen weiter.

Zwar gehörten die Bahamas als Touristenparadies und Finanzoase zu den Ländern mit einem relativ hohen durchschnittlichen Einkommen. Dennoch sei Gewalt gegen Frauen und Kinder eines der drängendsten Anliegen des Inselstaates. Doppelmoral, das Tabu über Sexualität zu reden und eine Kultur, in der Frauen als Sexualobjekt gesehen würden, führten häufig dazu, dass Mädchen und Frauen die Verantwortung gegeben werde, wenn sie Opfer männlicher sexueller Gewalt würden. Ein hoher Prozentsatz an Teenagerschwangerschaften sei die Folge. Zudem zögen viele Frauen ihre Kinder allein groß und trügen die Verantwortung allein. "Es sind die dahinterliegenden Geschlechterbilder, die Frauen immer noch keine selbstbestimmte Sexualität zugestehen und ihnen gleichzeitig die Verantwortung für sexualisierte Gewalt zuschieben, die eine echte Gleichberechtigung verhindern", ist Opladen überzeugt.

Mit Blick auf die sexualisierte Gewalt gegen Frauen sieht die kfd auch im deutschen Strafrecht noch Nachholbedarf. So steht die Ratifizierung der im August in Kraft getretenen Istanbul-Konvention des Europarates noch aus. Diese fordert, dass alle nicht einvernehmlichen sexuellen Handlungen unter Strafe gestellt werden.

"Wir stimmen mit unseren Schwestern auf den Bahamas überein, dass hier auch die Kirchen gefordert sind, Menschen im verantwortlichen Umgang mit ihrer je eigenen Sexualität zu stärken", erklärt Opladen. Die kfd setzt sich seit Jahren gegen jede Form der Gewalt gegen Frauen ein. In ihrem Positionspapier "Frauen geben Kirche Zukunft" fordert sie die Kirche auf, befreiend und wertschätzend von Körperlichkeit und menschlicher Sexualität zu sprechen.

Hintergrund:
Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) ist mit rund einer halben Million Mitgliedern der größte katholische Verband und eine der größten Frauenorganisationen in der Bundesrepublik. Sie setzt sich für die Interessen von Frauen in Kirche, Politik und Gesellschaft ein und gehört zu den wichtigsten Trägerinnen des Weltgebetstages. Weitere Informationen zum Verband und zum Positionspapier "Frauen geben Kirche Zukunft" unter www.kfd.de. Näheres zum Weltgebetstag unter www.weltgebetstag.de.