Schwerpunkt: Erwerbs- und Sorgearbeit

Zweiter Gleichstellungsbericht 

Frauen leisten im Leben anderthalbmal so viel unbezahlte Arbeit in Familie, Pflege, Haushalt und Ehrenämtern wie Männer. Das geht aus dem Zweiten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung hervor, der im Juni 2017 verabschiedet wurde.

Der Bericht, der einmal pro Legislaturperiode erstellt wird, setzte den Schwerpunkt auf das Verhältnis von Sorge- und Erwerbsarbeit.

Gender Care Gap

Der "Gender Care Gap" liegt demnach bei 52,4 Prozent. Frauen kochen, waschen, pflegen und betreuen Angehörige danach im Durchschnitt jeden Tag 87 Minuten länger als Männer. In der "Rush Hour" des Lebens ist der Unterschied noch deutlicher: Mit Mitte Dreißig arbeiten Frauen im Durchschnitt jeden Tag über fünf Stunden unbezahlt, Männer zweieinhalb.

Der "Gender Care Gap" zeigt, wie ungleich die Verwirklichungschancen verteilt sind. Frauen verdienen über alle Branchen und den Lebenslauf hinweg 21 Prozent weniger als Männer. Entsprechend sind auch ihre Rentenansprüche niedriger. Die Altersbezüge von Frauen sind nur halb so hoch wie die der Männer.

Gutachten zum Gleichstellungsbericht

Die Sachverständigenkommission, die das Gutachten für den Gleichstellungsbericht erarbeitet hat, hat wesentliche Aspekte aufgegriffen, die die kfd seit längerem fordert. Lebensphasen, in denen Sorgearbeit im Zentrum steht, müssen sozial abgesichert werden. Zum Beispiel durch eine bessere Anerkennung von Pflegezeiten in der Rente.

Ebenso fordert das Gutachten die Aufwertung von Berufen in Erziehung, Pflege, Gesundheit und Haushaltsbezogenen Dienstleistungen, in denen gesellschaftliche Sorgearbeit geleistet wird.

Im kfd-Projekt "Haushalte als Arbeitgeber" hat sich der Verband intensiv mit der Notwendigkeit befasst, Haushaltsbezogene Dienstleistungen aus der Schwarzarbeit in fair bezahlte legale Beschäftigungsverhältnisse zu überführen.

Ein weiteres wichtiges kfd-Anliegen ist die Forderung nach flexiblen Arbeitszeiten, die den jeweiligen Bedingungen von Frauen und Männern in verschiedenen Lebensbereichen entsprechen - vor allem das Rückkehrrecht von Teilzeit auf Vollzeit.

Materialien

  • kfd-Positionspapier "Gleichstellung von Frauen und Männern im Lebensverlauf" Die kfd-Bundesversammlung verabschiedete am 1. Juni 2013 das Positionspapier. Grundlage ist der erste Gleichstellungsbericht der Bundesregierung, den die kfd intensiv diskutiert hat. Dieser nimmt erstmals den gesamten Lebensverlauf von Frauen und Männern in den Blick. Durch diese ganzheitliche Perspektive werden die langfristigen und einschneidenden Folgen von Entscheidungen in den einzelnen Lebensabschnitten besonders deutlich. Vor diesem Hintergrund setzt sich die kfd für grundlegende Veränderungen in insgesamt vier Handlungsfeldern ein. 1 MB Download

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Hintergrund

2005 hat die damalige Große Koalition beschlossen, in jeder Legislaturperiode einen Bericht zur Gleichstellung von Frauen und Männern in Auftrag zu geben. Diese Gleichstellungsberichte geben sowohl eine Bestandsaufnahme der Gleichstellung in Deutschland als auch Handlungsempfehlungen für zentrale Felder der Gleichstellungspolitik.

Stand: 08.01.2018
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