Arbeit 4.0 - Chancen und Risiken

Digitalisierung verändert die Arbeitswelt

Die Zukunft der Arbeit hat längst begonnen: Im Rahmen der Digitalisierung verändert sich die Arbeitswelt enorm. Teile der klassischen Erwerbsarbeit verlieren mehr und mehr an Bedeutung. Vor allem Routineaufgaben werden künftig von Robotern in Soft- oder Hardware übernommen.

In einigen Branchen wird die Beschäftigung abnehmen. In anderen Bereichen, wie zum Beispiel bei Unternehmensdienstleistungen und Finanzdiensten oder im Gesundheits- und Sozialwesen kann sie steigen.

Sicher ist, dass als Folge des rasanten technologischen Wandels andere Kompetenzen und neue Berufe gebraucht werden, traditionelle Firmenstrukturen zurückgehen und neue Geschäftsmodelle und Arbeitsplattformen entstehen.

Frauenperspektive fehlt

Die Digitalisierung ermöglicht auf der einen Seite flexibleres räumliches und zeitliches Arbeiten. Gerade für Frauen können sich gleichstellungspolitisch Chancen eröffnen: Etwa eine bessere Vereinbarkeit von Sorge- und Erwerbsarbeit, das Aufstocken der Arbeitszeit, damit verbunden mehr Karrierechancen, eine geringere Lohnlücke oder eine bessere Alterssicherung.

Auf der anderen Seite erleben laut Studien heute schon viele erwerbstätige Frauen eine höhere Arbeitsbelastung infolge der Digitalisierung. Den versprochenen Effekt, dass sich Sorge- und Erwerbsarbeit besser vereinbaren ließen, können viele nicht bestätigen.

Zudem wächst mit den neuen Arbeitsmarktchancen insbesondere für Frauen ein weiterer Markt für ungesicherte Arbeitsverhältnisse jenseits von sozialer Absicherung sowie betrieblicher Mitbestimmung.

Der Ständiger Ausschuss "Frauen und Erwerbsarbeit" der kfd hat sich im November 2017 auf seiner Jahrestagung mit dem Thema "Digitalisierung - Chance für Frauen" beschäftigt.

Die Delegierten befassten sich mit den Veränderungen im Erwerbsleben durch die zunehmende Digitalisierung, die bislang fast ausschließlich aus männlicher Perspektive betrachtet werden. Dass die Digitalisierung mitgestaltet werden kann und soll, war eine wichtige Erkenntnis der Tagung.

Die Forderungen der kfd

Vor dem Hintergrund der Chancen und Risiken sowie neuen Herausforderungen in der digitalen Arbeitswelt fordert die kfd in ihrem Positionspapier zur Gleichstellung von Frauen und Männern:

  • Frauen und Männer brauchen verlässliche Erwerbsarbeitsplätze mit existenzsichernden Einkommen, um Wahlmöglichkeiten im Lebensverlauf wahrnehmen zu können.
  • Grundsätzlich auf Dauer angelegte und sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse, die Existenzsicherung und selbstbestimmte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglichen. Es ist gesetzlich zu garantieren, dass niemand bei Vollzeitbeschäftigung auf staatliche Zusatzleistungen angewiesen ist.
  • Gesetzlich vorgeschriebene Lohntransparenz zur Durchsetzung der Entgeltgleichheit zwischen Frauen und Männern.
  • Arbeitszeitvereinbarungen, die sich an der aktuellen Lebenssituation der einzelnen Beschäftigten orientieren und ihnen helfen, Beruf, Familie, Ehrenamt und Pflege zu vereinbaren.

Materialien

  • Informationen aus dem Ständigen Ausschuss "Frauen und Erwerbsarbeit" Jahrestagung November 2017 "Digitalisierung - Chance für Frauen" 376 KB Download
  • kfd-Positionspapier "Gleichstellung von Frauen und Männern im Lebensverlauf" Die kfd-Bundesversammlung verabschiedete am 1. Juni 2013 das Positionspapier "Gleichstellung von Frauen und Männern im Lebensverlauf". 1 MB Download

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Stand: 16.05.2018
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