"Tag der Diakonin" am 29. April 2017

Motto: "Ein Amt mit Zukunft - auch für Frauen. Impulse und Perspektiven zum Diakonat"

Die Einführung des Diakonats der Frau ist gemeinsames Anliegen von kfd, Katholischem Deutschen Frauenbund, Zentralkomitee der deutschen Katholiken und Netzwerk Diakonat der Frau. 

Der "Tag der Diakonin" am 29. April - dem Festtag der Hl. Katharina von Siena - stellt dieses Anliegen in den Mittelpunkt. Die zentrale Veranstaltung hat dieses Jahr in Stuttgart stattgefunden.

Vor dem Hintergrund des langen Engagements für den Diakonat der Frau, das vor 20 Jahren in einem internationalen theologischen Fachkongress in Stuttgart und in der Gründung des Netzwerks Diakonat der Frau Ausdruck fand, wurden in der diesjährigen bundesweiten Veranstaltung zum "Tag der Diakonin" Perspektiven für den sakramentalen Diakonat – auch für Frauen – diskutiert.

Abschluss-Statement am "Tag der Diakonin", 29. April 2017 in Stuttgart-Hohenheim:

"Im gemeinsamen Einsatz für eine zukunftsfähige, partnerschaftliche und glaubwürdige Kirche erklären heute – am "Tag der Diakonin", dem 29. April 2017, in Stuttgart-Hohenheim – der Katholische Deutsche Frauenbund e.V. (KDFB), die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), das Netzwerk Diakonat der Frau und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK):

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts und besonders seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962 – 1965) und der Würzburger Synode (1971 – 1975) engagieren sich Frauen und Männer in Deutschland für die Einführung des sakramentalen Diakonats von Frauen.

Diakonisches Handeln gehört zu den Wesensmerkmalen der Kirche. Der Diakonat ist deshalb durch das Zweite Vatikanische Konzil wieder als eigenständiges Amt eingeführt worden. Als Getaufte und Gefirmte sind Frauen und Männer in gleicher Weise dazu berufen, aktiv am Aufbau und am Fortbestand der Kirche mitzuwirken und dabei den Dienst am Nächsten zu verwirklichen.

Dies bedeutet für uns:

  • Wenn die katholische Kirche in Deutschland glaubwürdig und zukunftsfähig sein will, dann ist es dringend erforderlich, Frauen in die kirchliche Ämterstruktur einzubeziehen und die Diakonatsweihe für Frauen einzuführen. Die Fähigkeit, den Dienst am Nächsten zu tun und somit der Botschaft Jesu Christi Hand und Fuß zu verleihen, ist Frauen und Männern in gleicher Weise gegeben. Sie wirken als Glaubenszeuginnen und Glaubenszeugen in einer lebendigen Kirche. Es wird die Kirche stärken, wenn der sakramentale Diakonat beiden Geschlechtern offensteht.
  • Wir danken Papst Franziskus für die Einberufung einer Kommission, um das Diakoninnenamt in den ersten Jahrhunderten der Kirche zu untersuchen. Gleichzeitig erwarten wir, dass die daraus gewonnenen Erkenntnisse konstruktiv für die Weiterentwicklung des diakonischen Amtes für Frauen und Männer genutzt und zeitnah umgesetzt werden. Die Aufforderung des Papstes an die Bischöfe, Vorschläge zur Neugestaltung der Kirche auf lokaler Ebene zu machen, um das Evangelium in die
    heutige Zeit umzusetzen, bestärkt uns in der Hoffnung auf die notwendigen Reformen.
  • Mit Blick auf die Kirche in Deutschland fordern wir daher die Bischöfe auf, sich bewusst für die Einführung des sakramentalen Diakonats für Frauen einzusetzen und entsprechende Konzepte in einem überschaubaren Zeitraum zu entwickeln. Dabei sollen Erfahrungen und Kompetenzen von bereits in diesem Bereich engagierten Frauen und Männern einbezogen werden.
  • Die Zeit zum Handeln ist jetzt. Gleiche Würde und Gleichberechtigung von Frauen und Männern müssen endlich auch in der katholischen Kirche Wirklichkeit werden. Dazu braucht es Mut und die Bereitschaft zu Veränderungen, aber auch Vertrauen in diejenigen Frauen und Männer, Priester und Laien, die sich gemeinsam und weltweit für eine partnerschaftliche Kirche einsetzen, in der Diakoninnen selbstverständlich, bereichernd, überzeugend und glaubwürdig den Dienst am Nächsten leben und so Kirche erfahrbar machen.

Gemeinsam werden wir uns weiterhin für die Einführung des Diakonats der Frau einsetzen und unser Anliegen sowohl an den Papst wie auch den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz herantragen."

Opens external link in new window Das Abschluss-Statement im Wortlaut herunterladen


Auszug aus dem kfd-Positionspapier "Frauen geben Kirche Zukunft":

"Den Diakonat der Frau einführen: Die Kirche hat einen diakonischen Auftrag, der sich vom Handeln Jesu Christi herleitet. Er hat sich in besonderer Weise den Armen und Schwachen zugewendet. Diakonische Arbeit wird überwiegend von Frauen geleistet. Ihr Handeln ist für die Glaubwürdigkeit einer diakonischen Kirche unverzichtbar.

Das Amt des Diakonats bildet die Nachfolge des dienenden Christus in der Ämterstruktur der Kirche ab. Darum müssen auch Frauen, die zu diesem Amt berufen sind, zu Diakoninnen geweiht werden.

Wir treten für eine Kirche ein, die die Not der Menschen ins Zentrum ihres Handelns stellt und die Frauen durch die sakramentale Bestärkung in ihrem diakonischen Handeln bestätigt."

Die Forderung nach dem sakramentalen Diakonat für Frauen hat die kfd-Bundesversammlung am 31. Mai 2013 einstimmig bekräftigt. Hier können Sie die Pressemitteilung herunterladen.

Opens external link in new window Das kfd-Positionspapier "Frauen geben Kirche Zukunft"