Profi Hauswirtschaft

Ihre Stärken als Gründer*in

Sie bringen bereits eine Vielzahl von Fähigkeiten und Kompetenzen mit. Anderes müssen Sie vielleicht noch lernen, denn die Rolle als Unternehmer*in ist vermutlich neu für Sie. Dabei hilft Ihnen eine ehrliche Bestandsaufnahme.

Welche Ressourcen brauchen Sie noch, um Ihre Dienstleistungen erfolgreich an den Markt zu bringen? Und welche bringen Sie bereits mit? Das sind die beiden Kernfragen, wenn es um die Bilanz Ihrer Ressourcen geht. Ein wichtiger Faktor sind dabei die richtigen Mitarbeiter*innen, die Dienstleistungen erbringen.

Allein reicht der Faktor Personal aber nicht aus, um ein erfolgreiches Unternehmen aufzubauen und zu führen. Vielmehr sind Sie als Gründer*in die Kernressource. Daher ist es von großer Bedeutung, sich über die eigenen persönlichen wie fachlichen Fähigkeiten ein klares Bild zu verschaffen.

Die persönliche Dimension ist vor allem wichtig in Bezug auf die Frage, ob Sie ein Unternehmertyp sind.

Dazu gibt es im Rahmen von Gründungsportalen unterschiedliche Tests. Zum Beispiel auf dem Existenzgründungsportal des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi).

Aber auch auf der fachlichen Ebene müssen Sie sich fragen: Was kann ich? Und vor allen Dingen: Was kann ich (noch) nicht? Was brauche ich?

Fachliche und unternehmerische Kompetenzen

Grundlage für die Identifikation von benötigten fachlichen Ressourcen ist eine Aufgaben- und Fähigkeitenliste, die beschreibt, was im Unternehmen erledigt werden muss. 

Was habe ich? Was kann ich? Auf den ersten Blick sind das einfache Fragen - natürlich bringen Sie Ihre Erfahrungen, Ihre Zeit, Ihre Ideen und Ihr Engagement ein. Das ist schon sehr viel, doch es lohnt sich, den Fragen noch tiefer nachzugehen.

Gründertypen

Grundsätzlich lassen sich bei haushaltsnahen Dienstleistungen zwei Gründertypen auf Basis ihrer Erfahrung unterscheiden:

  • Gründer*innen mit Erfahrung in dem Bereich der haushaltsnahen Dienstleistungen beziehungsweise Pflege.
  • Gründer*innen mit kaufmännischem beziehungsweise betriebswirtschaftlichem Hintergrund.

Beide habe unterschiedliche Erfahrungen und teilweise einen unterschiedlichen Blickwinkel auf das Thema Gründung.

Ehrliche Bestandsaufnahme

Wichtig für jede Gründer*in ist eine ehrliche Bestandsaufnahme der eigenen Fähigkeiten. Der Ansatz "Es wird schon irgendwie klappen" entwickelt sich erfahrungsgemäß meist zum Bumerang. 

Bei einer ehrlichen Analyse der eigenen Fähigkeiten ergibt sich schnell die Antwort auf die zweite Frage: Was brauche ich noch?
Es sind die weißen Flecken in der Aufgaben- und Fähigkeitenliste

Um diese Ressourcen/Fähigkeiten an Bord zu holen, gibt es verschiedene Möglichkeiten:

Sie versuchen, so viel wie möglich selbst zu übernehmen, und machen sich auf allen Gebieten schlau. Dabei ist allerdings die Gefahr der Verzettelung groß.

Sie suchen nach Partner*innen, mit denen Sie gründen. Gerade Tandems von Gründer*innen mit unterschiedlichen Hintergründen - eine kommt aus der Dienstleistung und eine aus dem kaufmännischen Bereich - funktionieren oft sehr gut.

Sie kaufen Leistungen wie Marketing, Buchhaltung oder Steuern extern ein. Aufgaben zum richtigen Zeitpunkt zu delegieren ist oft sinnvoller, als sich selbst in alles hineinzufuchsen.

Zwei Beispiele: Einen Internet-Auftritt kann heute prinzipiell jeder selbst entwickeln. Ohne Erfahrung kann das aber lange dauern und es wäre pragmatischer, einen Freiberufler damit zu beauftragen.

Ähnliches gilt für Buchhaltung und Steuern: Es kann eine große Entlastung sein, diese Aufgaben an ein kompetentes Steuerberatungsbüro auszulagern. Bei Sozialabgaben und Steuern kennt das Finanzamt keinen Spaß, wenn sich Zahlungen verzögern.

Sie stellen Mitarbeiter*innen für die Aufgaben ein. Allerdings gilt dabei: Während Sie bei den ersten drei Optionen recht flexibel bleiben, muss bei dieser Möglichkeit immer in Betracht gezogen werden, dass Sie längerfristige finanzielle Verpflichtungen eingehen. 

  • Checkliste Fähigkeiten als Gründer*in Wo liegen Ihre Stärken, wo Ihre Schwächen als Gründer*in? Machen Sie den Test. 630 KB Download

 

Dr. Barbara Titzrath, Unternehmensberaterin Titzrath Consulting