17. Januar 2018 Presse

Sondierungspapier lässt auf Fortschreiben der Gleichstellungspolitik hoffen

Besonders wichtig ist der kfd als großem Frauenverband die soziale Absicherung von Frauen im Alter. Dafür ist die Weiterentwicklung der sogenannten Mütterrente ein wichtiges Signal. © Fotolia/ photocrew

kfd zu den Sondierungsgesprächen einer Großen Koalition

Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) - Bundesverband e.V. begrüßt, dass das Sondierungspapier aus Frauenperspektive wichtige Punkte enthält, die die kfd in den Wahlkampf eingebracht hat. Das lässt auf ein Fortschreiben der Gleichstellungspolitik der vorigen Legislatur hoffen.

Dazu Mechthild Heil, kfd-Bundesvorsitzende: "Wir freuen uns über den Kompromissvorschlag zum Rückkehrrecht nach Teilzeit als wichtigen Schritt hin zu einer gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männern an Erwerbs- und Familienarbeit. Diese bessere Vereinbarkeit wird unterstützt durch die Erhöhung des Kindergeldes und den weiteren Ausbau der Kinderbetreuung."

Besonders wichtig ist der kfd als großem Frauenverband die soziale Absicherung von Frauen im Alter. Dafür ist die Weiterentwicklung der sogenannten Mütterrente ein wichtiges Signal:

Die in den Sondierungsgesprächen zunächst vorgeschlagene Begrenzung eines weiteren zusätzlichen Beitragspunktes auf Mütter, die drei und mehr Kinder vor 1992 geboren haben, ist ein weiterer Schritt in diese Richtung. Dennoch schafft er neue Gerechtigkeitslücken.

"Wir finden es jedoch wichtig, auch diejenigen Rentnerinnen zu berücksichtigen, die Grundsicherung beziehen und deshalb bisher nicht von der Mütterrente profitieren konnten. Langfristiges Ziel muss bleiben, allen Eltern - unabhängig vom Geburtsdatum des Kindes - drei volle Jahre Erziehungszeit pro Kind in der Rente anzurechnen", so Heil weiter.

Die im Sondierungspapier vereinbarte Grundrente mit Bedürftigkeitsprüfung für langjährige Versicherte ist auf die Wirksamkeit zur Absicherung von Frauen hin zu überprüfen. Die kfd schlägt hier mit anderen Verbänden ­- dem Rentenbündnis katholischer Verbände - alternativ ein Sockelrenten-Modell zur Sicherung des Existenzminimums im Alter für alle vor.

"Wir begrüßen die Maßnahmen zur Aufwertung des Pflegeberufes, wünschen uns jedoch auch eine Verbesserung der Rentenanwartschaften für unentgeltlich pflegende Angehörige, um sie besser vor Altersarmut zu schützen.

Der kfd fehlt zudem ein Beschluss zur weiteren Förderung haushaltsbezogener Dienstleistungen, um sie aus der Schwarzarbeit in fair bezahlte, sozialversicherte Beschäftigungsformen zu bringen", so Mechthild Heil abschließend.

Ein zentrales kfd-Anliegen ist zudem die Stärkung der Zivilgesellschaft: ehrenamtliches Engage­ment sollte im Steuerrecht und bei Rentenanwartschaften bessere Berücksichtigung finden. Erfreulich ist das eindeutige Bekenntnis der Sondierungsparteien zu den Klimaschutzzielen, da aus kfd-Sicht Nachhaltigkeit und Geschlechtergerechtigkeit vorrangige Zukunftsziele sind.

Kontakt
Saskia Bellem

Pressesprecherin

Telefon: 0211 44992-25
Mobil: 0172 8718544

saskia.bellemat-Zeichenkfd.de

Stand: 17.01.2018
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