12. März 2019 Presse

#MachtLichtAn-Unterschriftenübergabe

Klageandacht mit Bischof Franz-Josef Bode vor St. Bonifatius (v.l. kfd-Bundesvorsitzende Mechthild Heil, Ulrike Göken-Huismann, Geistliche Begleiterin im kfd-Bundesverband und Präses des kfd-Bundesverbandes Pater Dominik Kitta OPraem) Foto: kfd/Angela von Brill

kfd überreicht 30.000 Unterschriften gegen Missbrauch und für Erneuerung der Kirche an Bischofskonferenz. Über 300 Frauen bei Schweigemarsch und Klageandacht in Lingen

Der kfd-Bundesverband hat am gestrigen Montag, 11. März knapp 30.000 Unterschriften aus ihrer Aktion #MachtLichtAn an die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) überreicht. Darin fordern kfd-Mitglieder, Interessierte und Betroffene eine umfassende Aufklärung der Missbrauchsfälle und strukturelle Erneuerung der Kirche.

kfd-Bundesvorsitzende Mechthild Heil: "Der Anlass, warum wir hier heute gemeinsam stehen, ist kein angenehmer. Die Inhalte der Missbrauchsstudie haben im vergangenen September auch bei uns Frauen für große Empörung und Entsetzen, für Wut und Enttäuschung gesorgt."

Schweigemarsch durch Lingener Innenstadt

Ab 19 Uhr waren weit über 300 Frauen und Männer aus dem Bistum Osnabrück und Umgebung in einem Schweigemarsch vom Neuen Rathaus zur Lingener St. Bonifatius Kirche gezogen, wo der Eröffnungsgottesdienst der Frühjahrs-Vollversammlung der Bischofskonferenz stattfand.

Dort beteten sie im Anschluss mit Bischof Dr. Franz-Josef Bode im Beisein von Bischof Schepers aus Essen und Weihbischof Wübbe aus Osnabrück die #MachtLichtAn-Klageandacht. Anschließend leuchteten die Frauen, begleitet von hundertfachen "Macht Licht An!"-Rufen, mit Taschenlampen die Kirchentüren aus, um so symbolisch "Licht ins Dunkel" zu fordern.

Bischof Bode: "Ich bete hier auch angesichts der Scham vieler Frauen, nicht über das Erlittene sprechen zu können. Neben dem Missbrauch an Kindern und Jugendlichen müssen wir auch den Missbrauch an Frauen aufarbeiten."

Übergreifende Arbeitsgruppen bei der Vollversammlung würden sich in den kommenden Tagen mit Machtstrukturen, Lebensformen von Priestern und Zölibat beschäftigen, so Bode.

Wir sind die Frauen, die Kirche Zukunft geben."

Die kfd wird die Bemühungen der Bischöfe konstruktiv begleiten, sich aber weiterhin mahnend zu Wort melden, sollten sie hinter ihren Versprechen zurückbleiben. Dies bekräftigte Prof'in Dr. Agnes Wuckelt, stellvertretende kfd-Bundesvorsitzende, in ihrem Schlusswort: "Wir Frauen stehen alle in dieser Kirche, aber fragen uns, wie lange wir das noch können. Wir sind die Frauen, die Kirche Zukunft geben."

30.000 Postkarten hatte die kfd im Dezember 2018 zusammengetragen, als tausende Frauen und Männer sich vor über 170 Kirchenportalen versammelten, um unter dem Motto "#MachtLichtAn" die Erneuerung der Kirche zu fordern: Aufklärung des Missbrauchsskandals, Abschaffung verkrusteter, klerikaler Machtstrukturen, die Einsetzung unabhängiger Missbrauchsbeauftragter und Veränderung der kirchlichen Sexualmoral.

Kontakt
Saskia Bellem

Pressesprecherin

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Stand: 12.03.2019
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