07. November 2012 Presse

Lebensleistung von Müttern endlich anerkennen: Katholische Frauen pochen weiterhin auf drei Entgeltpunkte pro Kind

"Wir sind enttäuscht und verärgert, dass der Koalitionsausschuss die Lebensleistung von Frauen, die zugunsten der Erziehung ihrer Kinder auf eine eigene Berufsausübung verzichtet haben, nicht mit einer klaren Entscheidung anerkennt und würdigt. Umso mehr erwarten wir, dass der der Bundesregierung erteilte Prüfauftrag schnellstmöglich umgesetzt wird und noch in dieser Legislaturperiode zu greifbaren Ergebnissen führt", kommentiert Maria Theresia Opladen, Bundesvorsitzende der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), die gerade in Berlin vorgestellten Rentenbeschlüsse.

"Es kann nicht sein, dass die berechtigten Ansprüche der Mütter, die vor 1992 Kinder geboren haben, einfach übergangen werden. Es ist an der Zeit, für Rentengerechtigkeit zu sorgen und die Erziehungsleistung junger und älterer Mütter gleichermaßen anzuerkennen", so Opladen weiter.

Im April dieses Jahres hatte die kfd zusammen mit dem Katholischen Deutschen Frauenbund (KDFB) eine Unterschriftensammlung gestartet. Darin hatten die beiden großen katholischen Frauenverbände, die zusammen rund 800.000 Mitglieder vertreten, die Anrechnung von drei Entgeltpunkten pro Kind bei der Rente gefordert und zwar unabhängig vom Geburtsdatum des Kindes.

Bislang kann für Kinder, die vor 1992 geboren wurden, nur ein Entgeltpunkt geltend gemacht werden. Binnen sieben Wochen hatten weit über 200.000 Menschen die Forderung nach mehr Rentengerechtigkeit durch ihre Unterschrift unterstützt. Die Listen wurden noch vor der parlamentarischen Sommerpause an Bundesministerin Ursula von der Leyen übergeben.

Vor diesem Hintergrund bewertet Opladen die Einführung einer Lebensleistungsrente kritisch. "Nach den bisherigen Planungen erhalten nur diejenigen eine Lebensleistungsrente, die 40 Jahre lang Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt und zudem privat vorgesorgt haben. Dies trifft jedoch auf die wenigsten Frauen zu. Aufgrund fehlender Möglichkeiten zur Kinderbetreuung weisen die Erwerbsbiografien von älteren Müttern oft lange Unterbrechungen auf", so Opladen.

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Saskia Bellem

Pressesprecherin

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Stand: 07.11.2012