15. November 2012 Presse

kfd: Verordnung öffnet Ausweitung der PID Tür und Tor - Katholische Frauen setzen auf den Einfluss des Bundesrates

Enttäuscht zeigt sich die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) darüber, dass das Bundeskabinett die Verordnung zur Regelung der Präimplantationsdiagnostik (PID) ohne wesentliche Änderungen beschlossen hat. Die im Vorfeld der Entscheidung laut gewordenen Kritikpunkte wurden nicht berücksichtigt. Der Verband hofft nun, dass die Verordnung im Bundesrat gestoppt wird.

"Die Verordnung in ihrer jetzigen Form setzt der Ausweitung der PID nichts entgegen. Das Kernanliegen des Gesetzgebers, die PID nur in absoluten Ausnahmefällen zuzulassen, wird klar verfehlt", kommentiert die kfd-Bundesvorsitzende, Maria Theresia Opladen, den Beschluss. Sie kritisiert vor allem, dass die Zahl der Zentren, in denen die PID durchgeführt werden kann, nicht begrenzt ist. Auch die Anzahl der Ethikkommissionen, die die Anträge auf Durchführung einer PID bewerten sollen, legt die Rechtsverordnung nicht fest. "Vor diesem Hintergrund ist es mehr als fraglich, ob die strengen Kriterien für Ausnahmen vom grundsätzlichen PID-Verbot gewahrt bleiben", so Opladen weiter.

Einziges Kontrollinstrument ist laut der Verordnung eine beim Paul-Ehrlich-Institut angesiedelte Zentralstelle. Diese soll die von den Zentren im Rahmen der PID durchgeführten Maßnahmen dokumentieren und unter Berücksichtigung von datenschutzrechtlichen Aspekten mögliche Trends zur Ausweitung der PID aufdecken. "Gemäß der vorliegenden Verordnung erhält die Zentralstelle nur stark pauschalierte Angaben, so dass eine echte Kontrolle kaum möglich ist", stellt Opladen fest.

Auch der Forderung nach einer unabhängigen Beratung der betroffenen Elternpaare kommt die Rechtsverordnung zur PID nicht nach. Denn die medizinische, psychische und soziale Betreuung wird demnach ebenfalls von den PID-Zentren verantwortet.

Hintergrund:
Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) ist mit rund 600.000 Mitgliedern der größte katholische Verband in der Bundesrepublik. Sie setzt sich für die Interessen von Frauen in Kirche, Politik und Gesellschaft ein. Weitere Informationen unter www.kfd.de

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Pressesprecherin

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Stand: 15.11.2012