12. März 2018 Presse

"Die Kirche ist um Gottes Willen für den Menschen da"

Mit dem damaligen Bischof von Mainz, Kardinal Karl Lehmann, feierte der kfd-Bundesverband 2008 den Festgottesdienst zum 80-jährigen Verbandsjubiläum. © Foto: kfd

kfd trauert um Kardinal Lehmann

Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) - Bundesverband e.V. trauert um Kardinal Karl Lehmann.

In seiner Zeit als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz (1987-2008) hatte er ein offenes Ohr für die kfd und setzte sich stets mit ihren Anliegen konstruktiv auseinander.

Mechthild Heil, kfd-Bundesvorsitzende, würdigt den angesehenen Theologen: "Er hat sich im Bischofsamt mit pastoraler Umsicht und Weitsicht für die Anliegen der Gläubigen in Kirche und in Gesellschaft stark gemacht. Als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz war er ein gefragter Ansprechpartner, der mit seinen als fortschrittlich geltenden Überzeugungen in Erinnerung bleiben wird, etwa zur Frage der Geschieden-Wiederverheirateten."

Für die Zulassung Geschieden-Wiederverheirateter zu den Sakramenten im Einzelfall hatte er sich bereits 1993 im Schreiben der damaligen Bischöfe der Oberrheinischen Kirchenprovinz ausgesprochen. Er hat dem Thema damit den Boden bereitet und hier zu einer theologischen Differenzierung beigetragen.

Heil: "Kardinal Lehmann wusste um die Bedeutung katholischer Verbände, schätzte sie als Stütze kirchlichen Lebens und unterstützte unsere Arbeit. Der kfd war er in vielen Anliegen freundschaftlich verbunden."

In einem Grußwort zum 75. kfd-Verbandsjubiläum im Jahre 2003 würdigte Lehmann, dass "die kfd sich stets den Herausforderungen des gesellschaftlichen Wandels [gestellt hat] und darin keine Konflikte scheut. [Sie] gibt damit ein Zeugnis für unsere Kirche, die um Gottes Willen für den Menschen da ist."

Lehmann unterstützte in bemerkenswerter Weise die Arbeit zur Dekade des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) "Solidarität der Kirchen mit den Frauen" (1988-1998). Getragen wurden dies von einer eigenen Projektgruppe von Frauenverbänden und der damaligen Arbeitsstelle für Frauenseelsorge der DBK unter anteiliger Federführung der kfd:

"Die Kirchen sind tief in eine - durch das jeweilige Weltbild bedingte - Grundannahme über das Verhältnis der Geschlechter zueinander verstrickt." Für ihn war die Frauenfrage ein "Zeichen der Zeit", die die Kirche "nachhaltig und vermutlich über Generationen hinweg weiter beanspruchen wird".*

"Kardinal Lehmann hat vor allem die Notwendigkeit gesehen, die Frage der Zulassung von Frauen zum sakramentalen Diakonat weiter zu diskutieren. Auch sollte ihm zufolge Gewalt gegen Frauen und Mädchen im Kontext der Kirchen keinesfalls tabuisiert werden. Dadurch war er ein wichtiger Fürsprecher für die Anliegen von Frauen in Kirche und Gesellschaft, wofür wir seiner immer in Dankbarkeit gedenken werden", so Heil abschließend.

* in: Ch. Busch, B. Vielhaus (Hg.), "Kirche wird anders. Unterwegs zu einer Reform der Kirchen, Ökumenische Dekade 'Solidarität der Kirchen mit den Frauen 1988-1998'", Düsseldorf, 1998, S. 65
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Stand: 12.03.2018