22. November 2012 Presse

kfd fordert Finanzierungssicherheit für Frauenhäuser: Von Gewalt betroffene Frauen und ihre Kinder müssen Zugang zu Schutz und Hilfe erhalten

Anlässlich des internationalen Aktionstages "Nein zu Gewalt gegen Frauen" mahnt die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) die verlässliche finanzielle Absicherung von Frauenhäusern an. Denn immer noch sind diese Schutzeinrichtungen für gewaltbetroffene Frauen und ihre Kinder eine freiwillige Leistung der Kommunen und damit als erste von Sparmaßnahmen bedroht.

"Es kann nicht sein, dass von Gewalt bedrohte Frauen, die verzweifelt Schutz und Hilfe für sich und ihre Kinder suchen, in einer solchen Notsituation abgewiesen werden", erklärt Maria Theresia Opladen, Bundesvorsitzende der kfd. Sie appelliert an die Verantwortlichen in der Politik, Zugangsschwierigkeiten zum bestehenden Hilfesystem abzubauen.

Vor allem Migrantinnen, Frauen mit Behinderungen und Bezieherinnen von Sozialleistungen werden in vielen Kommunen nicht durch das Netz der Unterstützungseinrichtungen aufgefangen. Denn nach wie vor ist ungeklärt, wer für die Finanzierung ihrer nach Tagessätzen berechneten Unterbringung im Frauenhaus zuständig ist. Um diese Lücke zu schließen, setzt sich die kfd zusammen mit den Wohlfahrtsverbänden und dem Deutschen Frauenrat für einen Rechtsanspruch für gewaltbetroffene Frau ein. "Eine bundesweite Regelung würde sicherstellen, dass wirklich alle von Gewalt bedrohten Frauen und ihre Kinder schnell und unbürokratisch in einer Hilfseinrichtung aufgenommen werden", ist Opladen überzeugt. Nur so könne das neue Hilfetelefon, dass Anfang 2013 freigeschaltet werden soll, wirksam greifen.

Unter einer bundesweit einheitlichen Notrufnummer erhalten betroffene Frauen ab dann Auskunft zu den Hilfseinrichtungen in ihrer Nähe. Die Beratung ist mehrsprachig, so dass auch Frauen erreicht werden, die kein oder nur wenig Deutsch sprechen. Im Rahmen ihrer Aktion "Häusliche Gewalt ist kein Schicksal – Suchen Sie Hilfe!" setzt sich die kfd seit langem für eine solche Hotline ein.

Hintergrund:
Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) ist mit rund 600.000 Mitgliedern der größte katholische Verband in der Bundesrepublik. Sie setzt sich für die Interessen von Frauen in Kirche, Politik und Gesellschaft ein. Weitere Informationen unter www.kfd.de

Kontakt
Saskia Bellem

Pressesprecherin

Telefon: 0211 44992-25

saskia.bellemat-Zeichenkfd.de

Stand: 22.11.2012
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