20. Juni 2014 Presse

kfd drängt auf Beraterinnen für die Bischofssynode: Frauen sollen ihre Erfahrungen aus Ehe und Familie direkt einbringen können

Dass die Erfahrungen und die Lebenswirklichkeit von Frauen stärker als bisher in die Beratungen der für den Herbst geplanten außerordentlichen Weltbischofssynode einfließen, ist eine der Kernforderungen, die die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) anlässlich ihrer Bundesversammlung heute formuliert hat. Die rund 110 Delegierten, die noch bis zum 21. Juni 2014 in Mainz tagen, plädierten in Rahmen des Studientages "Ehe – gut als Institution – gut als Sakrament" übereinstimmend für die Beteiligung von Frauen an allen kirchlichen Gremien.

"Für uns als katholischer Frauenverband sind die Ehe von Frau und Mann so wie die Familie Grundformen menschlichen Zusammenlebens. Dabei ist uns die Ehe als Sakrament genauso wichtig wie die Ehe als eine gesellschaftliche Institution, auf deren Grundlage Kinder in einem geschützten Rahmen aufwachsen können. Dennoch wissen wir aus eigener Erfahrung um die großen Spannungen zwischen kirchlicher Lehre und Lebenswirklichkeit. Davon können auch die Bischöfe profitieren", ist Maria Theresia Opladen, Bundesvorsitzende der kfd, überzeugt. Insbesondere im Umgang mit Geschieden-Wiederverheirateten sei es Zeit für eine Neuorientierung der Pastoral. Dies schließe auch die Zulassung zu den Sakramenten ein, so Opladen weiter.

Die Annäherung von kirchlicher Lehre und der Wirklichkeit des alltäglichen Lebens ist auch ein wesentliches Anliegen von Dr. Heiner Koch, Bischof von Dresden-Meißen und stellvertretender Vorsitzender der Kommission Ehe und Familie der Deutschen Bischofskonferenz. Die kfd hatte ihn als Gastreferenten eingeladen und um seine Einschätzung vor dem Hintergrund der Umfrage gebeten, die der Vatikan Anfang des Jahres weltweit an alle Bischofskonferenzen verschickt hatte. Die in den deutschen Bistümern erhobenen Antworten auf den Fragenkatalog aus Rom zeigen eindeutig, dass die Vorgaben der Kirche zu Sexualmoral und Familienplanung kaum noch Akzeptanz finden. Koch sagte zu, die Themen der kfd, insbesondere den Komplex Geschieden-Wiederverheiratet, nach seinen Möglichkeiten in die Bischofssynode einzubringen.

Unter dem Titel "Trennung – Scheidung – Wiederheirat" referiert  am Nachmittag Dr. Cäcilia Giebermann über kirchenrechtliche Perspektiven und Herausforderungen. Giebermann ist Diözesanrichterin am Offizialat Köln. Eine moraltheologische Einordnung gibt anschließend Prof. Dr. Sigrid Müller, Lehrstuhl für Moraltheologie der Universität Wien. "Ehe - gut als Institution – gut als Sakrament … und immer wieder auch ein Drahtseilakt" lautet der Titel ihres Beitrags.

Hintergrund:
Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) ist mit über einer halben Million Mitgliedern der größte katholische Verband und eine der größten Frauenorganisationen in der Bundesrepublik. Sie setzt sich für die Interessen von Frauen in Kirche, Politik und Gesellschaft ein. Weitere Informationen unter www.kfd.de.

Kontakt
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Pressesprecherin

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Stand: 20.06.2014