27. Oktober 2015 Presse

Abschluss Bischofssynode: Eine neue Gesprächskultur - Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) erfreut über regionalen Entscheidungsspielraum, Blick für Lebenszusammenhänge, Vergebungsbitte

Zum Abschluss der Weltbischofssynode in Rom zieht die Bundesvorsitzende der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), Maria Theresia Opladen, eine erste Bilanz: "Es zeigt sich klar, dass nun eine andere Gesprächskultur herrscht. Die Bischöfe haben erstmals in dieser Deutlichkeit auch bisher schwierige Themen aufgegriffen und ohne Angst vor Kontroverse offen angesprochen."

Einige der Kernthemen der kfd seien auf einem guten Weg, anderes bliebe optimierbar, so Opladen weiter: "Für die Zulassung Geschieden-Wiederverheirateter zu den Sakramenten etwa hat die kfd bereits im Jahre 2012 rund 98.000 Unterschriften gesammelt. Daher freut uns, dass die Kirchentüren offenbleiben. Kritisch bleibt jedoch aus unserer Sicht, wenn alleine Männer Themen besprechen, die zu 50% Frauen betreffen."

Folgende Ergebnisse der Synode sind aus Sicht der kfd besonders hervorzuheben:

•    Die regionalen Bischofskonferenzen sollen mehr Entscheidungsspielraum bekommen. Das eröffnet die Möglichkeit, kulturell bedingte Unterschiede über das Nachdenken von Ehe und Familie miteinzubeziehen.

•    Die Prozesse der Synode sind Zeichen eines Wandlungsprozesses von Kirche, Papst und Lehramt. Es wird miteinander diskutiert, Unterschiede begründet und nach tragfähigen Lösungen gesucht.

•    Es ist nicht mehr vorrangig von Schuld und Versagen, sondern von Gewissensfreiheit die Rede und von der Notwendigkeit, Frauen, Männer und Kinder in ihren Lebenszusammenhägen zu sehen. Es kann nicht mehr nur eine einfache Antwort auf verschiedene Lebensumstände geben.

•    Die Bitte der deutschen Bischöfe um Vergebung dafür, dass die Kirche in der Pastoral durch unbarmherzige Haltungen Leid zugefügt hat, z.B. gegenüber außerehelich geborenen Kindern, ledigen Müttern, Menschen in vor- oder nicht-ehelichen Lebensgemeinschaften, homosexuellen Menschen oder Geschieden-Wiederverheirateten. Dies sei im falschen Bemühen geschehen, die kirchliche Lehre hochzuhalten. Dies haben viele Frauen in der kfd, vor allem die älteren, immer wieder erlebt: Eine Kirche, die sich über ihr Leben und ihre Würde hinweg in persönliche Entscheidungen eingemischt hat. Räumt die Kirche jetzt Fehler ein, ist dies ein erster und wichtiger Schritt zu einer notwendigen Versöhnung.

"Es ist bemerkenswert, wie sehr Laien und die katholische Öffentlichkeit in die Vorbereitung der Synode eingebunden wurden", so Opladen abschließend. "Ihre Beiträge dienten als Fundament für die Beratungen, das ist etwas ganz Besonderes. Wir werden die deutschen Bischöfe auch weiterhin nach Kräften unterstützen."

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Bildmaterial

Druckfähiges Foto von Maria Theresia Opladen per Anfrage an presseat-Zeichenkfd.de

Hintergrund

Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) ist mit einer halben Million Mitgliedern der größte katholische Verband und eine der größten Frauenorganisationen in der Bundesrepublik. Sie setzt sich für die Interessen von Frauen in Kirche, Politik und Gesellschaft ein.

Kontakt
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Pressesprecherin

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Stand: 27.10.2015