03. Dezember 2019 Presse

Ehrenamtliches Engagement von Frauen würdigen und Verbände fördern

Ehrenamt von Frauen besonders würdigen. Grafik: kfd

Zum Internationalen Tag des Ehrenamts (5. Dezember) eine Einschätzung der kfd zur geplanten Gründung der Deutschen Engagementstiftung

Der kfd-Bundesverband blickt besorgt auf die geplanten Änderungen zur Errichtung einer bundesweiten Stiftung für Engagement und Ehrenamt, die im Rahmen einer öffentlichen Anhörung im Familienausschuss des Deutschen Bundestages am 9. Dezember diskutiert werden.

Ziel der Deutschen Engagementstiftung (DES) soll sein, das Ehrenamt in Deutschland zu stärken.

kfd-Bundesvorsitzende Mechthild Heil begrüßt die Einrichtung einer Ehrenamtsstiftung. Zum Internationalen Tag des Ehrenamtes am 5. Dezember weist sie auf die Bedeutung ehrenamtlich organisierter Verbände wie der kfd für die Stärkung der Zivilgesellschaft in Deutschland hin.

Gerade das ehrenamtliche Engagement von Frauen in Vorständen könne nicht hoch genug anerkannt werden.

Ehrenamt von Frauen besonders würdigen

"Frauen sind neben der Erwerbsarbeit in vielen Bereichen auch ehrenamtlich tätig. Darüber hinaus leisten sie den Löwenanteil an unbezahlter Pflege- und Sorgearbeit. Sie stärken damit unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt und unsere Demokratie. Ein guter Grund also, das ehrenamtliche Engagement von Frauen zu würdigen."

Die DES soll dem derzeitigen Entwurf zufolge als zentrale Anlaufstelle mit Serviceangeboten und Informationen zur Entwicklung von Organisationen für bürgerschaftliches und ehrenamtliches Engagement beitragen. Besonders fördern soll sie Innovationen im Bereich Digitalisierung und vorhandene Ehrenamtsstrukturen in strukturschwachen Regionen.

"Wichtig ist aber, dass eine solche Stiftung auch die vorhandenen bundesweiten Ehrenamtsstrukturen von Verbänden und Vereinen stärkt und keine Parallelstrukturen schafft", so Heil.

Kritik: Geplante DES-Struktur vernachlässigt Ehrenamt

Sie weist in diesem Zusammenhang auf Schwachstellen im Konzept der Stiftung hin. "Gerade für ehrenamtlich getragene Verbände wie die kfd ist es ein Rückschlag, dass das Ehrenamt in der geplanten Struktur der Stiftung weniger Berücksichtigung findet als ursprünglich vorgesehen."

Der aktuelle Gesetzentwurf sieht im 19-köpfigen Stiftungsrat nur noch neun von Ministerien ernannte Vertreter*innen aus den Bereichen des Bürgerschaftlichen Engagements und Ehrenamtes vor. Ursprünglich war ein 25-köpfiges aus der Zivilgesellschaft besetztes Kuratorium angedacht.

"Wir erwarten, dass die Verbändelandschaft im Allgemeinen und das Engagement von Frauen im Besonderen stärkere Beachtung finden", so Heil. "Deshalb wünschen wir uns, dass die Stiftung unsere bundesweiten Weiterbildungsangebote für Ehrenamtliche fördert. Sie muss die ehrenamtlichen Leistungen und die im Ehrenamt erworbenen Qualifikationen unserer engagierten Frauen anerkennen. Das könnte z.B. durch den von uns seit langem geforderten bundeseinheitlichen Engagementnachweis geschehen."

Einheitlicher Engagementnachweis wäre Aufwertung

Dieser Nachweis würde die vorhandenen, teilweise unübersichtlichen Landesnachweise ergänzen und geleistetes Engagement aufwerten. Der Nachweis wäre eine wertvolle Ergänzung im Lebenslauf und für Gehalts- oder Einstellungsgespräche.

Kontakt
Saskia Bellem

Pressesprecherin

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Stand: 03.12.2019
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