07. April 2020 Presse

Müttergenesung muss unter den Corona-Rettungsschirm!

Müttergenesung und Frauengesundheit sind wichtige Anliegen der kfd. Foto: pixabay

kfd unterstützt Forderung der Katholischen Arbeitsgemeinschaft (KAG) Müttergenesung nach Hilfen auch für Rehabilitations- und Vorsorgekliniken für Mütter und Väter

Die kfd teilt die Kritik der KAG Müttergenesung am COVID-19-Krankenhausentlastungsgesetz der Bundesregierung. So stellt das Gesetz zwar allgemeine Rehabilitationskliniken unter den Corona-Rettungsschirm, nicht jedoch Reha- und Vorsorgekliniken für Mütter und Väter.

Besonders davon betroffen sind daher die Kliniken des Müttergenesungswerks (MGW), denen zuhauf das Aus droht. Bedingt durch die Corona-Krise mussten sie auf behördliche Anordnung sofort ihre Tore schließen, haben keine Einnahmen, aber laufende Ausgaben.

Lucia Lagoda, Vorsitzende der KAG Müttergenesung, Kuratorin des Müttergenesungswerkes und Mitglied im kfd-Bundesvorstand: "Das ist ein großer Fehler mit weitreichenden Folgen für unsere ganze Gesellschaft und daher völlig inakzeptabel. Es gab schon vor der Corona-Krise einen hohen Bedarf an Vorsorge- und Reha-Maßnahmen für Mütter und Väter. Und der wird nach der Krise nicht kleiner geworden sein."

Lagoda rechnet stattdessen damit, dass die Nachfrage nach Maßnahmen bedingt durch die Mehrfachbelastung in der Corona-Krise enorm steigen wird. Viele Familien stehen vor enormen Herausforderungen, da sie nicht oder nicht mehr gewohnt sind, den ganzen Tag miteinander auf engem Raum zu verbringen.

Meist wird diese Höchstbelastung aus Erwerbsarbeit, Kinderbetreuung, Haushaltsführung sowie Versorgung und Pflege Angerhöriger von Müttern geleistet. Mütter und Väter, die bereits gesundheitlich angeschlagen sind, werden durch den krisenbedingten Stress zusätzlich belastet.

"Für Patient*innen in begonnenen Maßnahmen und jene, die sehnlichst auf eine Kur- oder Reha-Maßnahme gehofft haben, ist die sofortige Schließung der MGW-Kliniken eine herbe Enttäuschung - für manche gar lebensbedrohlich, weil sie die Atempause dringend brauchen. Die Kliniken der Müttergenesung leisten einen gesamtgesellschaftlichen Auftrag. Deshalb muss eine so bewährte, gemeinnützige und systemrelevante Organisation auch unter den staatlichen Schutzschirm gestellt werden", fordert Lagoda und kündigt an: "Wir setzen uns daher auf allen Ebenen von Staat, Gesellschaft und Kirche für eine Korrektur des Rettungsschirmes im Sinne der betroffenen Familien ein." 

Aktueller Stand (23.04.): 

Am Ostersamstag hat das Bundesgesundheitsministerium nun den Rettungsschirm angekündigt: Nach dem am 17.4.2020 vorgelegten Referentenentwurf sollen die Kliniken 60 Prozent Ausfallgelder für nicht belegte Plätze erhalten. Das hilft und macht die finanzielle Last der Kliniken kleiner. Mehr dazu.

Hintergrund

Die KAG Müttergenesung setzt sich als größte Trägergruppe in der Elly-Heuss­Knapp­-Stiftung / Deutsches Müttergenesungswerk seit über 80 Jahren für die familienspezifischen Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahmen von Müttern, Vätern und ihren Kindern ein und ist damit ein bewährter Teil der sozialen Infrastruktur in Deutschland.

Bundesweit sind 21 Kliniken in der KAG Müttergenesung zusammengeschlossen. Sie bieten jährlich 14.000 erschöpften Müttern und Vätern sowie zunehmend Pflegenden Angehörigen im Rahmen qualifizierter Vor- und Rehasorge einen Weg, ihre körperliche und psychische Gesundheit zu regenerieren.

Kontakt
Julia Kaballo

Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Telefon: 0211 44992-25
Mobil: 0170 3805022

julia.kaballoat-Zeichenkfd.de

Stand: 07.04.2020
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