05. Juli 2022 Presse

kfd bezieht Stellung zum assistierten Suizid in Deutschland

Frauen nehmen mehr Suizidbeihilfe in Anspruch als Männer. Foto: Pexels

Düsseldorf, 5. Juli 2022. „Zwischen Recht auf Selbstbestimmung und Schutz des Lebens“ heißt das neue Papier der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) – Bundesverband e.V., in dem sich der Frauenverband in der hochaktuellen gesellschaftlichen Diskussion um den assistierten Suizid positioniert und auch Forderungen an die Politik stellt.

„Wir geben mit unserem Positionspapier sowohl unseren Mitgliedern wie auch der Öffentlichkeit einen Denkanstoß zu einem heiklen Thema,“ sagt die stellvertretende kfd-Bundesvorsitzende Prof`in Agnes Wuckelt. „Noch immer sind in unserer Gesellschaft Sterben und Tod Tabuthemen. Wir möchten dazu beitragen, dass offener über diese Themen diskutiert wird und vor allem auch die Situation von Frauen in diesen Zusammenhängen wahrgenommen wird.“  Es brauche die offene Auseinandersetzung, um sich in der Gesellschaft über den Konflikt zwischen dem Recht auf Selbstbestimmung und dem Schutz des Lebens informiert austauschen zu können.

Die Entscheidungsfreiheit des Einzelnen, dem eigenen Leben in einer subjektiv als aussichtslos empfundenen Situation ein Ende zu setzen, ist zu respektieren. Aber: Der assistierte Suizid muss ein Ausnahmefall bleiben. „Damit Selbsttötung und die entsprechende Hilfeleistung nicht zur Regel werden und die Achtung vor dem Leben nicht verloren geht, bedarf es verstärkter Beratungs-, Bildungs- und Betreuungsangebote,“ betont Prof’in Wuckelt.

So verlangt die kfd in ihrem Positionspapier von der Politik beispielsweise „… umfassende Maßnahmen zur Stärkung der Suizidprävention, damit möglichst wenige Menschen überhaupt in die Situation kommen, einen Suizid zu erwägen“. Außerdem muss nach Ansicht der kfd „die Hospiz- und Palliativversorgung in Deutschland flächendeckend ausgebaut werden“.

Gerade Frauen nehmen, nach Angaben aus der Schweiz, mehr Suizidbeihilfe in Anspruch als Männer. Auch ist der Frauenanteil in Alten- und Pflegeheimen deutlich höher. „Geschlechtsspezifische Perspektiven müssen bei allen Maßnahmen und Konsequenzen einer Neuregelung des assistierten Suizids bewusster in den Blick genommen werden“, fordert die stellvertretende Bundesvorsitzende. 

Das Positionspapier „Zwischen Recht auf Selbstbestimmung und Schutz des Lebens. Positionierung der kfd anlässlich der Notwendigkeit einer gesetzlichen Regelung des assistierten Suizids in Deutschland“ wurde am 17. Juni 2022 von der kfd-Bundesversammlung verabschiedet und wird zeitnah in gedruckter Form vorliegen.

Weitere Informationen und das Dokument finden Sie unter: https://www.kfd-bundesverband.de/themen/ethik/sterbebegleitung/

Kontakt
Barbara Stöckmann

Pressereferentin

Telefon: 0211 44992-25

barbara.stoeckmannat-Zeichenkfd.de

Stand: 05.07.2022