So erkläre ich meinem Kind das Osterfest

Osterhasen aus Schokolade und natürlich Eier in allen Farben - für viele Kinder sind dies die Höhepunkte des Osterfestes. Doch wie kann man mit den Kleinen auch über Jesu Tod und Auferstehung sprechen? Isabelle De Bortoli hat einige Tipps zusammengestellt.

Ostern feiern wir die Auferstehung Jesu. Bis zu diesem glücklichen Ende der Geschichte stehen aber Verleumdung, Folter und schließlich der Tod am Kreuz. Wie kann man mit Kindern altersgerecht über diese Dinge sprechen?

"Als Erwachsene denken wir schnell zu kompliziert", findet Katrin Hoffmann, beim Coppenrath Verlag in Münster als Lektorin zuständig für die Reihe "Der kleine Himmelsbote". "Wenn man mit kleinen Kindern über die Ostergeschichte und die Auferstehung spricht, geht es nicht darum, komplexe theologische Fragen zu erläutern, sondern um einen leicht verständlichen Zugang zu der Geschichte."

Die dramatischen Aspekte der Ostergeschichte müssen dabei gar nicht explizit erwähnt werden. "Unsere Bücher für Zwei- bis Dreijährige erzählen die biblische Geschichte mit einfachen Worten nach und deuten gesellschaftliche und politische Hintergründe an.

Das Kreuz als zentrales Symbol wird bildlich zwar eingeführt, die Kreuzigungsszene aber noch nicht gezeigt." So kann man im Gespräch mit Kindern etwa sagen: Jesus wurde gefangen genommen und musste am Kreuz sterben.

Wie erkläre ich die Auferstehung?

Auch hier sollten die Erwachsenen nicht zu verkopft an die Sache herangehen. "Die Kernbotschaft ist doch: Gott hat Jesus wieder lebendig gemacht. Gott ist stärker als der Tod", sagt Katrin Hoffmann.

Kinder brauchen oftmals keine weitreichendere Erklärung, sondern können das so akzeptieren. Wie sie ja auch andere Vorlese-Geschichten einfach gerne hören und nicht bis ins Detail hinterfragen.

Was haben denn die bemalten Eier mit dem Christentum zu tun?

Es ist der Höhepunkt für die Kinder an Ostern: das Bemalen der Eier und anschließende Suchen. Früher galt das Ei als Zeichen für neues Leben. Das Küken, das frisch aus dem Ei schlüpft, erinnert an die Auferstehung Jesu am Ostersonntag.

Außerdem aß man während der Fastenzeit früher keine Eier, also musste man diese durch Kochen haltbar machen. Dann färbte man sie bunt, um sie von rohen Eiern zu unterscheiden.

Und warum sie versteckt werden? Das haben sich Familien vor vielen Hundert Jahren schon ausgedacht, um ihre Kinder zu unterhalten - seitdem ist es ein Osterbrauch.

Kinder verbinden Ostern in erster Linie mit dem Osterhasen. Wie entstand der Boom um das Tier?

Auch der Hase steht für neues Leben. Aber: Es hätte auch die Osterhenne sein können, die die Eier zu den Kindern bringt, oder auch das Osterlamm.

Denn: Zunächst hatte im deutschsprachigen Raum fast jede Region ihr eigenes Tier, das die Eier gebracht hat: In Hannover gab es den Fuchs, in Oberbayern das Osterlamm, in Thüringen den Storch, in anderen Gebieten den Ostervogel oder die Osterhenne.

Der Hase setzte sich dann aber durch: Er stammt aus dem Elsass. Dort haben sich schon im 16. Jahrhundert die Menschen die Geschichte erzählt, dass ein Osterhase Eier in Gärten versteckt.

"Der Boom des Hasen ab dem Ende des 19. Jahrhunderts lässt sich auch damit erklären, dass er einfach gut zu vermarkten ist: In Liedern und Büchern, als Dekoration, aus Plüsch oder aus Schokolade", sagt Katrin Hoffmann. Und letzteren bekommen die Kleinen besonders gerne ins Osternest gelegt.

Stand: 26.03.2019