DIE KFD

"Woche für das Leben" zum Thema Kinderwunsch

Die diesjährige "Woche für das Leben" steht unter dem Motto "Kinderwunsch - Wunschkind - Designerbaby". © Foto: pixabay

Bundesweite Aktion der katholischen und evangelischen Kirche vom 29. April bis 6. Mai | kfd und SkF weisen auf Risiken der Pränataldiagnostik hin

26. April 2017:

"Kinderwunsch - Wunschkind - Designerbaby" lautet das Motto der diesjährigen ökumenischen "Woche für das Leben" 2017, die am 29. April in Kassel eröffnet wird. 

Im Mittelpunkt stehen Themen wie Zeugung, Schwangerschaft und Geburt sowie die damit zusammenhängenden Fragen nach reproduktionsmedizinischen Techniken und Verfahren zum Erkennen genetischer Defekte und Krankheiten vor einer Implantation oder der Geburt.

Außerdem werden aktuelle Diskussionen unter anderem zur Veränderung der DNA eines Menschen und zum Einfrieren von Eizellen aufgegriffen. Hierbei stellen sich vielfältige ethische Fragen, etwa die nach dem Umgang mit "überzähligen" Embryonen, nach dem möglichen Auseinanderfallen biologischer, rechtlicher und sozialer Elternschaft oder die nach der Gefahr von Selektionen.

Verunsicherung und enormer Druck auf Schwangere

Auf die Risiken der Pränataldiagnostik weist die kfd gemeinsam mit dem Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) hin. "'Hauptsache, gesund' - das wünschen sich alle werdenden Eltern für ihr Baby", so Anke Klaus, SkF-Bundesvorsitzende. "Die heute selbstverständlichen pränatalen Untersuchungen führen aber eher zu Verunsicherung und setzen Schwangere unter enormen psychischen Druck."

Auch die kfd sieht die Gefahr, dass diese Weiterentwicklungen zur gesellschaftlichen und individuellen Erwartung führten, ein vermeintlich perfektes Kind zur Welt zu bringen. "Deshalb halten wir eine Zulassung des Bluttests, den der Gemeinsame Bundesauschuss aktuell als Kassenleistung und dadurch Regeluntersuchung in der Schwangerschaftsvorsorge prüft, für hoch problematisch", so kfd-Bundesvorsitzende Maria Theresia Opladen.

Bluttests auf Trisomie

Seit 2012 stehen in Deutschland Bluttests zur Verfügung, die die Wahrscheinlichkeit einer Trisomie des ungeborenen Kindes zum Ergebnis haben können. Diese gehören bislang nicht zur Regelversorgung in der Schwangerschaft. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hatte im August 2016 beschlossen, die Einführung von nicht-invasiven pränatalen Tests auf die Trisomien 13, 18 und 21 in die übliche Schwangerenvorsorge und die Übernahme der Kosten zu prüfen.

Ungeborene mit Trisomie: Neun von zehn Frauen treiben ab

Trisomie 21 wird auch als Down-Syndrom bezeichnet. Kinder mit Trisomie 18 oder 13 haben so schwere Behinderungen, dass sie in aller Regel bald nach der Geburt sterben. In Deutschland leben etwa 50.000 Menschen mit einem Down-Syndrom. Statistiken zufolge lassen inzwischen neun von zehn Frauen abtreiben, wenn sie von der Behinderung während der Schwangerschaft erfahren.

kfd und SkF rufen zu einer gesellschaftlichen Diskussion auf und möchten werdende Eltern und ihre Angehörigen unterstützen, kritisch nachzufragen und gut zu überlegen, welche vorgeburtlichen Untersuchungen für sie richtig und sinnvoll sind – mit dem Ziel eines unverrückbaren gesellschaftlichen Konsenses, dass jegliches Menschenleben dieselbe Würde hat.

Hintergrund:

Die "Woche für das Leben" setzt sich seit mehr als 20 Jahren für den Schutz und die Würde des Menschen vom Lebensanfang bis zum Lebensende ein. Bundesweit finden in der Woche Tausende von Veranstaltungen statt, vor allem in Kirchengemeinden und kirchlichen Einrichtungen. Begründet wurde die "Woche für das Leben" 1991 von der katholischen Deutschen Bischofskonferenz und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK). 1994 schloss sich der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) an.

Quelle: Pressemitteilung von kfd und SkF, mit Material von epd/ KNA

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