17. November 2014 Aktuelles

"Wertschätzung ist kein Kuschelkurs": Jahrestagung des Ständigen Ausschusses "Frauen und Erwerbsarbeit"

"MenschenWÜRDIG arbeiten" – so lautet das Jahresthema des Ständigen Ausschusses Frauen und Erwerbsarbeit. Unter dieser Überschrift stand auch die Jahrestagung vom 14. bis 16. November in Bonn, für die der Ausschuss die Wirtschaftsjournalistin Sabine Hockling gewinnen konnte. Unter der Überschrift "Für eine Kultur von Anerkennung und Wertschätzung" erläuterte sie den Delegierten anschaulich und praxisbezogen die vielfältigen Aspekte und Vorzüge eines wertschätzenden Umgangs in Unternehmen.

Laut Befragungen, so die Referentin, kritisierten viele Beschäftigte massiv, dass sie sich im betrieblichen Alltag nicht ausreichend für ihre Leistung anerkannt und als Menschen wertgeschätzt fühlten. Dies führe zu Demotivation, Unzufriedenheit, einer niedrigen emotionalen Bindung an den Arbeitgeber und schließlich zur inneren Kündigung. Zudem berge mangelnde Wertschätzung ein gesteigertes Risiko für Stresskrankheiten.

Gutes Führungsverhalten dagegen sei ergebnis- und beziehungsorientiert und beinhalte neben klaren Arbeitsaufträgen auch Lob und Anerkennung. "Wertschätzung ist kein Kuschelkurs", stellte Hockling klar. Sie definiert Wertschätzung vielmehr als "Auseinandersetzung auf Augenhöhe", wozu nicht nur Lob, sondern natürlich auch das Ansprechen von Fehlern gehöre. Die Referentin gab eine eine Vielzahl von Tipps.

In kurzen Arbeitseinheiten waren die Delegierten immer wieder gefordert, sich mit ihrer persönlichen Situation im Erwerbsleben auseinanderzusetzen: Wo gab es zuletzt anerkennende Worte von Vorgesetzten oder Kollegen, wo habe ich selbst Lob geäußert und wo nehme ich Alarmsignale mangelnder Wertschätzung wie Einzelgängertum, einen rauer Umgangston, verwahrloste Sozialräume oder schlecht besuchte Betriebsfeste wahr?

Zum Abschluss der Tagung zogen die Delegierten ein überaus positives Fazit bezüglich der Jahresthematik insgesamt, die viele Aspekte "menschen-würdigen" Arbeitens beleuchtet hat. Die Überlegungen galten der Ergebnissicherung bzw. Umsetzung für die Arbeit in den Diözesanverbänden.

Kontakt
Saskia Bellem

Pressesprecherin

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Stand: 17.11.2014