20. Februar 2019 Aktuelles

Anti-Missbrauchsgipfel: Offener Brief an Papst Franziskus

Sondergipfel im Vatikan zum Thema Missbrauch. Foto: pixabay

Zum bevorstehenden Sondergipfel zum Thema Missbrauch im Vatikan veröffentlicht der kfd-Bundesverband einen offenen Brief an Papst Franziskus.

Sehr geehrter Heiliger Vater, lieber Papst Franziskus,

wir begrüßen sehr, dass Sie alle Vorsitzenden der nationalen Bischofskonferenzen aus gegebenem Anlass zu einem Sondergipfel in den Vatikan eingeladen haben.

Ihre Einsicht der Notwendigkeit, jeglichen Fällen sexualisierter Gewalt schnellstmöglich konkrete Maßnahmen entgegenzusetzen, ist für viele Frauen in unserem Verband ein Mut machendes Signal.

Und dennoch sind die bekannt gewordenen Fälle von Missbrauch lediglich ein Symptom einer viel gewaltigeren Schieflage: Des Missbrauchs von Macht allgemein, den geweihte Priester über Menschen ausgeübt haben und noch ausüben, wie Sie es in Ihrer fliegenden Pressekonferenz auf dem Rückweg von Abu Dhabi eingeräumt haben.

Wir bitten Sie daher, entschlossen jeglichem sexuellen und geistlichen Missbrauch ? ob an Kindern oder Jugendlichen, Frauen oder Männern deutlich entgegenzutreten und einen Riegel vorzuschieben.

Es ist mit der Botschaft Jesu Christi und einem Verständnis vom gütigen Gott, mit einem christlichen Menschenbild und Miteinander nicht vereinbar, dass Menschen ihre Position zur Unterdrückung und Ausbeutung anderer missbrauchen.

In unserer Kirche, die wir so sehr lieben und an der wir allen Widrigkeiten zum Trotz als Frauen festhalten wollen, hat Machtmissbrauch keinen Platz.

Für ein entschlossenes Vorgehen wünschen wir Ihnen den nötigen langen Atem sowie Gottes reichen Segen.

Mit freundlichen Grüßen

Mechthild Heil

Kontakt
Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands Bundesverband e.V.

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Stand: 20.02.2019
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