05. März 2021 Presse

"Es ist ein Armutszeugnis, dass sich Frauen nicht gleichberechtigt fühlen!"

Laut einer Allensbach-Umfrage im Auftrag der kfd fordern Frauen vor allem die gleiche Bezahlung. (© kfd)

Eine Allensbach-Umfrage im Auftrag der kfd zeigt: Nur knapp ein Viertel der Frauen sieht Gleichberechtigung als verwirklicht an

Die Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern ist aus Sicht von Frauen noch lange nicht verwirklicht. Das geht aus einer online-repräsentativen Umfrage hervor, die die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) - Bundesverband e.V. in Auftrag gegeben hat.

Der Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach zufolge sehen rund drei Viertel der Frauen in Deutschland noch großen Handlungsbedarf und sind davon überzeugt, dass noch einiges getan werden muss, damit Frauen und Männer gleichberechtigt sind.

Lediglich 22 Prozent der Frauen haben den Eindruck, dass die Gleichberechtigung in Deutschland weitestgehend verwirklicht ist. "Es ist ein Armutszeugnis für ein demokratisches Land wie Deutschland, dass sich Frauen im Jahr 2021 immer noch nicht gleichberechtigt fühlen, obwohl sie es laut Grundgesetz seit 1949 sind. Das zeigt, dass wir noch viel zu tun haben", sagt die kfd-Bundesvorsitzende Mechthild Heil anlässlich des Weltfrauentags am Montag, 8. März.

Lohnlücke schließen

Wenn es um die Verwirklichung der Gleichberechtigung geht, fordern Frauen vor allem die gleiche Bezahlung von Männern und Frauen (86 Prozent). "Die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern ist viel zu groß. Frauen müssen dieselben Chancen im Berufsleben haben wir ihre männlichen Kollegen", sagt Mechthild Heil.

Gewalt

Weitere wichtige Themen sind für die Befragten die Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen (84 Prozent) und ein härteres Vorgehen gegen sexuelle Belästigung (80 Prozent). "Gewalt gegen Frauen muss bekämpft werden. Und zwar jegliche Form, sei es körperliche, sexuelle und auch verbale Gewalt", sagt Mechthild Heil.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf und Rente

Rund drei Viertel der befragten Frauen fordern, Altersarmut bei Frauen stärker zu bekämpfen, z.B. durch eine stärkere Anerkennung von Erziehungszeiten bei der Rente.

Gut zwei Drittel ist es in diesem Zusammenhang besonders wichtig, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern, beispielsweise durch flexible Arbeitszeiten oder Unterstützung bei der Kinderbetreuung.

Die Unterstützung für pflegende Angehörige ist für 68 Prozent der Befragten wichtig, zum Beispiel durch eine stärkere Anerkennung von Pflegezeiten bei der Rente oder ein Rückkehrrecht in den Beruf.

67 Prozent sprechen sich dafür aus, die Rahmenbedingungen für Alleinerziehende durch flexible Arbeitszeitmodelle und/oder eine stärkere finanzielle Unterstützung zu verbessern.

Um die Gleichberechtigung voranzubringen, hält es zudem gut die Hälfte der Frauen für besonders wichtig, bessere Aufstiegsmöglichkeiten für Frauen in Unternehmen zu schaffen.

Geschlechtergerechte Sprache

Für weniger dringlich erachten Frauen dagegen, klassische Männerberufe für Frauen attraktiver zu machen und umgekehrt, oder klassische Rollenbilder und Stereotype, beispielsweise in der Werbung, zu vermeiden. Hierfür spricht sich je ein Drittel der Frauen aus. Nur 19 Prozent ist es besonders wichtig, dass eine geschlechtergerechte Sprache benutzt wird.

Frauenquote

Vergleichsweise wenig Unterstützung erhält die Forderung nach einer gesetzlichen Frauenquote für Führungspositionen (29 Prozent) sowie die Forderung nach der Abschaffung des Ehegattensplitting (27 Prozent).

Befragt wurden 1.014 Frauen im Alter ab 16 Jahren im Zeitraum vom 2. bis 11. Dezember 2020.

Kontakt
Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands Bundesverband e.V.

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Telefon: 0211 44992-0
Fax: 0211 44992-75

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Stand: 05.03.2021
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