18. Juni 2020 Presse

Warum es nicht ohne die Frauen geht

Premiere: Das Interview mit Bischof Franz-Josef Bode führte Chefredakteurin Jutta Laege per Video. Foto: kfd

Die kfd und der "Frauenbischof": Im Interview mit der Verbandszeitschrift ermutigt Bischof Bode die Frauen, mit ihren Aktionen weiterzumachen

"Dranbleiben!" lautet die Botschaft des Osnabrücker Bischofs Franz-Josef Bode an die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) - Bundesverband e.V. Im Interview mit der kfd-Verbandszeitschrift "Frau und Mutter" (Ausgabe Juli/August 2020) ermutigt er in seiner Funktion als Präsidiumsmitglied des Synodalen Weges die Mitglieder des größten katholischen Frauenverbandes in Deutschland.

Nicht nachlassen - Kräfte stärken

Sie sollen die wichtige Forderung nach einer geschlechtergerechten Kirche weiter artikulieren und in ihrem Einsatz und mit ihren Aktionen für dieses Thema nicht nachlassen. "Wir müssen die Kräfte stärken, die eine Öffnung und Veränderung insgesamt wollen. Dafür sind solche Aktionen gut."

Beim Synodalen Weg leitet Bischof Bode (gemeinsam mit Dorothea Sattler) das Forum "Frauen in Diensten und Ämtern in der Kirche." In ihm sieht Mechthild Heil, kfd-Bundesvorsitzende und Herausgeberin der Zeitschrift, einen bedeutenden Fürsprecher für die Anliegen der Frauen.

Auseinandersetzung muss weitergehen

"Es tut gut zu erleben, dass nach jahrzehntelangem Einsatz unsere Anliegen auf dieser Ebene endlich gehört und gesehen werden. Der Bischof befürwortet in unserem Interview den Diakonat der Frau und räumt ein, dass die Auseinandersetzung zum Thema Priesterinnen weitergehen muss. Das ist für uns ein wichtiges Signal zur richtigen Zeit."

Heil und Bode sind sich zuletzt bei der Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) im März 2019 in Lingen begegnet, als die kfd mit ihrer Aktion "Macht Licht an" die Aufarbeitung von sexuellen Missbrauchsfällen und eine Erneuerung der Kirche forderte. Damals überreichte ihm die kfd mehr als 30.000 Unterschriften und stieß so einen neuerlichen bundesweiten Widerstand gegen Geschlechter-Ungerechtigkeit in der Kirche an.

Purpurkreuz etabliert sich als Symbol

Als Symbol dieses Widerstandes hat sich das "Purpurkreuz" etabliert, das kfd-Frauen seit 2019 bei allen großen kirchlichen Veranstaltungen am Revers oder auf Plakaten tragen und an Mitstreiter*innen und Würdenträger verteilen:

Zuletzt bei der DBK-Frühjahrsvollversammlung in Mainz im März 2020. Damals nahm im Zeichen des "Purpurkreuzes" Bischof Bode als Mitglied des Synodalpräsidiums weitere 130.000 Unterschriften mit der Forderung nach einer geschlechtergerechten Kirche entgegen.

Befürworter in der Mehrheit

Die Symbole, den Einsatz und die Aktionen für die geschlechtergerechte Kirche haben die Kirchenverantwortlichen wahrgenommen - und viele fühlen sich dadurch bestärkt, davon ist Bode überzeugt. Im Interview sagt er: "Sie sehen doch (...), dass das in der Bischofskonferenz und beim Synodalen Weg die große Mehrheit ist."

Frauen in Leitungsfunktionen: Gern mehr als 30 Prozent

Auch beim Thema "Frauen in Leitungsfunktionen" sieht Bode noch Luft nach oben. Die anvisierten 30 Prozent, die sich die DBK bis 2023 vorgenommen hat, hält er für einen Minimalwert. Es dürfe "auf jeden Fall" auch mehr sein.

Mechthild Heil freut sich über die endlich praktizierte Offenheit und nimmt den Bischof beim Wort: "Selbst wenn Corona den Protest vor Ort mutmaßlich etwas schwieriger machen wird - wir werden dranbleiben und mit unserem Purpurkreuz überall da sein, wo es erforderlich ist!"

Kontakt
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Stand: 18.06.2020
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