29. April 2021 Presse

Gerechtigkeit in der Kirche bedeutet Gleichberechtigung

Die Berufung von Frauen zur Diakonin anerkennen: Auf diese Forderung macht der Tag der Diakonin am 29. April aufmerksam. Foto: kfd/Angelika Stehle

Den sakramentalen Diakonat für Frauen fordert die kfd anlässlich des Tags der Diakonin gemeinsam mit Zdk, KDFB und dem Netzwerk Diakonat der Frau.

Zum diesjährigen Tag der Diakonin am 29. April bekräftigen die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands - Bundesverband e.V. (kfd), der Katholische Deutsche Frauenbund e.V. (KDFB), das Netzwerk Diakonat der Frau und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) erneut ihre Forderung zur Öffnung des sakramentalen Diakonats für Frauen.

Das Thema der heutigen Veranstaltung, die in diesem Jahr coronabedingt digital stattfindet, lautet "GERECHT". Die vier veranstaltenden Organisationen sind sich einig: Nur eine Kirche, in der sich Gerechtigkeit verwirklicht, ist eine glaubwürdige Kirche. Diakonisches Handeln gehört zu den Wesensmerkmalen der Kirche und ist nicht an ein Geschlecht gebunden. Frauen und Männer sind als Getaufte und Gefirmte in gleicher Weise berufen, den Dienst an den Nächsten zu verwirklichen.

Wenn die Kirche nicht bereit ist, die Gleichberechtigung von Frauen und Männern endlich anzuerkennen, dann steht ihr eine schlechte Zukunft bevor."

Prof'in Dr. Agnes Wuckelt, stellvertretende kfd-Bundesvorsitzende: "Der Tag der Diakonin zeigt auch in diesem Jahr die Bedeutung der gleichberechtigten Teilhabe von Frauen am sakramentalen Dienst des Diakonats auf. Zukunftsfähigkeit bedeutet für die Kirche, ihrer Sendung treu zu bleiben und die Menschen mit ihren Fragen, Nöten und Freuden zum Maßstab ihres Handelns zu machen. Wenn die Kirche nicht bereit ist, die Gleichberechtigung von Frauen und Männern endlich anzuerkennen, dann steht ihr eine schlechte Zukunft bevor."

Irmentraud Kobusch, Vorsitzende des Netzwerks Diakonat der Frau: "Die beharrliche Forderung nach der sakramentalen Weihe von Frauen zu Diakoninnen gehört unbedingt zum Einsatz für mehr Gerechtigkeit. Seit das 2. Vatikanische Konzil das Amt des Ständigen Diakonats leider nur für Männer wiedereingeführt hat, steht sie im Raum. Dass die Kirche die Berufung von Frauen zur Diakonin bis heute nicht anerkennt, wird nicht mehr verstanden.

Der Tag der Diakonin macht seit mehr als 20 Jahren auf eine schmerzliche Form der Diskriminierung von Frauen aufmerksam."

Weiter sagt Kobusch: "Frauen stehen bereit. Sie wissen sich von Gott gerufen. Mit ihrem diakonischen Handeln, ihrer Liebe zu Gott und den Menschen und auch mit ihrem Schmerz über die Nichtanerkennung ihrer Berufung machen sie sichtbar, was der Kirche fehlt. Ein zuletzt wieder ins Gespräch gebrachtes Sonderamt für Frauen ohne sakramentale Weihe ist keine Lösung. Der Tag der Diakonin macht seit mehr als 20 Jahren auf eine schmerzliche Form der Diskriminierung von Frauen aufmerksam."

Eine glaubwürdige Kirche ist einladend und nicht ausgrenzend

Dr. Maria Flachsbarth, KDFB-Präsidentin: "Es ist eine Frage der Gerechtigkeit, allen Getauften und Gefirmten den Zugang zu allen Diensten und Ämtern in der Kirche zu öffnen. Alle Menschen müssen ihrer Berufung folgen können, weil sie als Abbild Gottes gleich an Wert und Würde sind. Eine glaubwürdige Kirche ist einladend und nicht ausgrenzend. Frauen, die sich zum diakonischen Dienst berufen fühlen, sollen ihren Charismen und Fähigkeiten entsprechend ausgebildet werden und die sakramentale Weihe erhalten. Ein 'Diakonat light', wie manche Bischöfe sich dies vorstellen, ist keine Option, sondern eine Fortsetzung des Status Quo. Wer das will, erteilt der Zukunftsfähigkeit der Kirche eine Absage."

Ohne das Engagement der Frauen heute würde die diakonische Arbeit in der Kirche und den Kirchengemeinden zusammenbrechen." 

Prof. Dr. Dr. Thomas Sternberg, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken: "Die Lehre Jesu Christi drängt Gläubige zum Dienst für Gerechtigkeit. Wir wehren uns gegen pauschale Urteile über Menschen, über Frauen und Männer. Nachweislich hat es bis zum Mittelalter weibliche Diakone gegeben. Und ohne das Engagement der Frauen heute würde die diakonische Arbeit in der Kirche und den Kirchengemeinden zusammenbrechen. Die sakramentale Weihe der Diakonin wieder zu beleben, ist ein Akt der Gerechtigkeit und der Notwendigkeit."

Festtag der Hl. Katharina von Siena

Seit Jahrzehnten setzen sich die beteiligen Verbände und Organisationen dafür ein, dass Frauen zu Diakoninnen geweiht werden. Der Tag der Diakonin stellt dieses Anliegen in den Mittelpunkt. Seit 1998 wird er immer am 29. April, dem Festtag der Hl. Katharina von Siena, begangen.

Die heutige Veranstaltung wird außerdem unterstützt durch: AGENDA - Forum Katholischer Theologinnen e.V., Aktionsbündnis für Gleichberechtigung in der Kirche München, Diözesanrat der Katholiken der Erzdiözese München und Freising, Landeskomitee der Katholiken in Bayern.

Kontakt
Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands Bundesverband e.V.

Prinz-Georg-Straße 44
40477 Düsseldorf

Telefon: 0211 44992-0
Fax: 0211 44992-75

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Stand: 29.04.2021
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