15. April 2020 Aktuelles

Geistlicher Impuls im April

Geistlicher Impuls im April. Foto: kfd/pixabay

Unsere Erde, ihre Schönheit, ihre Bedrohung und unsere Schöpfungsverantwortung stehen im Mittelpunkt der Monatsimpulse. Im April: Der Sonnengesang des heiligen Franz von Assisi.

Ungezählte Male haben die Kinder des Kindergartens und der katholischen Grundschule bei den Gottesdiensten, die ich mit ihnen während meiner Kaplanszeit gefeiert habe, dieses Lied gesungen: "Laudato si, o mio Signore". Manchmal wurde es mehr gegrölt als gesungen, besonders der Kehrvers: ein "Schlager" schlechthin.

Als im vergangenen Sommer ein Brautpaar dieses Lied für den eigenen Trauungsgottesdienst vorschlug, wusste ich innerlich nicht, ob ich lachen oder weinen sollte: ein Loblied auf den Schöpfer, den Schöpfergott, der Himmel und Erde, Frau und Mann nach seinem Abbild geschaffen hat - passt doch!

Aber ist es nicht ein Kinderlied? Oder doch ein Lied für einen Hochzeitsgottesdienst?

Als "Laudato si" im Frühjahr 2015 als Enzyklika Papst Franziskus' veröffentlichte wurde, fiel gar nicht auf, dass nicht ein lateinisches Wortpaar den Beginn zierte, sondern der Einstieg des "Sonnengesanges" des Heiligen Franziskus von Assisi in italienischer Sprache (vgl. Sonnengesang im Gotteslob Nr. 19,2).

Gottes Schöpfung in Fauna und Flora des Heiligen Franziskus

Dieser Umstand hindert auch nicht daran, dass dieses Dokument oft zitiert wird - inner- wie außerkirchlich. Die faszinierende Achtsamkeit und Ehrfurcht vor den "Kreaturen Gottes", vor Gottes Schöpfung in Fauna und Flora des Heiligen Franziskus ist in unnachahmlicher Weise spürbar in seinem Sonnengesang.

In unserer Zeit begegnet uns oft der Begriff "auf Augenhöhe" im Sinne von gleichberechtigt, von gleich wichtig; im Sonnengesang geht es nicht um "Augenhöhe", sondern darum zu verinnerlichen, dass es eine wesenshafte Beziehung, eine untrennbare Verwandtschaft aller "Kreaturen" gibt, da alles aus einer Hand kommt: "Laudato si, o mio Signore!"

Viele, immer mehr Menschen setzen sich - privat wie öffentlich - inzwischen für Arten-, Klima- und Umweltschutz ein. Ein Recht auf die Zukunft wird eingefordert, mitunter verknüpft mit dem Pauschalvorwurf, dass die letzten zwei, drei Generationen auf Kosten der Kinder, der Enkelkinder gelebt hätten. Schwierig zu sagen, ob der Heilige Franziskus das auch mitbedacht hat, als er sein "Laudato si, o mio Signore!" formulierte, dichtete, betete.

Dieser "Signore" ist der Schöpfergott, den wir Christen erkennen und bekennen: Er hält die ganze Welt in seiner Hand! Das ist auch ein mögliches Lied für einen Trauungsgottesdienst, aber nicht nur dafür.

Pater Dominik Kitta OPraem
(Präses des kfd-Bundesverbandes)

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Stand: 15.04.2020
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