01. April 2019 Presse

Frauen gestalten – interreligiös!

Christliche und muslimische Frauen wurden mit dem Zertifikat "Kulturmittlerin" ausgezeichnet. Foto: kfd/Marlène Meyer-Dunker

22 muslimische und christliche Frauen als "Kulturmittlerinnen" zertifiziert

"Grenzen überwinden - Gemeinsam lernen - Miteinander gestalten": Unter diesem Motto haben sich seit September 2017 in einer Kooperation des kfd-Bundesverbandes und der Frauenorganisation der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüs (IGMG) 22 christliche und muslimische Frauen zu "Kulturmittlerinnen" ausbilden lassen.

Der bundesweite Lehrgang schloss am Samstag, 30. März im Kölner Maternushaus mit der Präsentation der interreligiösen Projekte und Zertifikatsvergabe im Beisein von über 60 Gästen.

"Frauen sind schon immer Gestalterinnen unserer Gesellschaft. Gerade in Zeiten, wo Rechtspopulisten Hass und Angst schüren, müssen wir durch solche Projekte für ein friedliches Miteinander einstehen und daran arbeiten", so die Vorsitzende der Frauenorganisation der IGMG, Handan Yazιcι in ihrer Ansprache.

Kern der Fortbildung waren Wissensaneignung über die jeweils eigene und fremde Religion sowie Bewusstseinsschärfung für den eigenen Glauben: nur so ließe sich die Basis für einen fruchtbaren Dialog legen, sind die Veranstalterinnen überzeugt.

Interreligiöser Dialog: Unverzichtbar für das Zusammenleben

kfd-Bundesvorsitzende Mechthild Heil bekräftigt: "Interreligiöser Dialog ist unverzichtbar für das Zusammenleben von Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und Religionen. Er gelingt vor allem dann, wenn ich über meinen Glauben sprechen kann, seine Wurzeln kenne und mich mit meiner Kirche, religiösen Praxis und Gottesbild auseinandersetze. Der Lehrgang 'Kulturmittlerinnen' hat dies in der Praxis eindrucksvoll bestätigt."

Wichtige Elemente des Lehrgangs waren Besuche in Kirche und Moschee, das Lesen der jeweiligen heiligen Schriften, erste gemeinsame Gebete sowie Diskussionen über Glaubensbekenntnisse und Gottesbilder.

Im Rahmen des Lehrgangs haben die Teilnehmerinnen 13 interreligiöse und interkulturelle Projekte in ihren Heimatgemeinden angestoßen, die sie vor Ort weiterführen.

Projektbeispiel "hayat - haya - hajat - leben"

Aus der Beschreibung zu einem Teilprojekt im saarländischen Wiesbach:

Projekt: hayat (türkisch) - haya (arabisch) - hajat (persisch) - leben:

"Bei den monatlichen hayat-Treffen teilen muslimische, assyrische, katholische, kurdische, deutsche, türkische, afghanische Frauen Freude und Kummer, Lachen und Weinen miteinander in Frieden und in Vielfalt. Sie kochen und tanzen, machen Ausflüge und sprechen über die verschiedenen Religionen und Kulturen: über religiöse Rituale, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den jeweiligen Religionen bzw. in Koran und Bibel. Themen bisher: Ramadan, Zuckerfest, Fastenzeit mit Ostern, Advent und Weihnachten, Tod und Sterben, Suren und Bibelverse zu Frieden."

Dieser war nach 2009/10 und 2014/15 der bisher dritte Lehrgang "Kulturmittlerinnen" und erste in Zusammenarbeit der kfd und der Frauenorganisation der IGMG.

Gefördert wurde der Lehrgang durch das Projekt "Weißt du, wer ich bin?" der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) mit Mitteln des Bundesinnenministeriums. 

Kontakt
Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands Bundesverband e.V.

Prinz-Georg-Straße 44
40477 Düsseldorf

Telefon: 0211 44992-0
Fax: 0211 44992-75

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Stand: 01.04.2019
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