10. Dezember 2020 Presse

"Die Bischöfe müssen verstehen, durch welche Hölle die Opfer gegangen sind."

#MachtLichtAn! Die katholische Kirche muss endlich ihre Verantwortung gegenüber den Opfern sexueller Gewalt wahrnehmen und darf die Täter nicht mehr länger schützen. Foto: kfd

kfd-Bundesvorsitzende Mechthild Heil: "Nur mit einer schonungslosen Aufklärung lässt sich die Glaubwürdigkeit der Institution Kirche wiederherstellen." Foto: kfd/Anne Orthen

kfd: Bischöfe müssen persönliche Verantwortung übernehmen – Aktion #MachtLichtAn jährt sich zum zweiten Mal

Anlässlich des zweiten Jahrestages ihrer #MachtLichtAn-Aktion erneuert die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) - Bundesverband e.V. ihre Kritik am Umgang mit dem Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche, der teilweise durch Bistumsleitungen sogar bewusst behindert wird.

"Die Bischöfe müssen endlich einsehen, dass sie dies nicht nur um der katholischen Kirche willen tun müssen, sondern weil sie ehrlich bereuen und verstehen müssen, durch welche Hölle die Opfer gegangen sind."

Die Orientierung an den betroffenen Menschen müsse im Vordergrund stehen. "Die Bischöfe müssen Führungsverantwortung übernehmen. Das heißt in der Konsequenz möglicherweise auch, dass Rücktritte notwendig werden, selbst wenn keine Schuld im strafrechtlichen Sinne vorliegt", sagt Heil. 

Wer vertuscht, macht sich mitschuldig."

Auch angesichts der bekanntgewordenen Vertuschungsvorwürfe gegen den Kölner Erzbischof, Kardinal Rainer Maria Woelki, appelliert Heil: "Die Bischöfe dürfen sich nicht nur an ihren Worten messen lassen."

Kardinal Woelki hatte in der Vergangenheit betont, er werde zurücktreten, sollte man ihm eine Beteiligung an der Vertuschung von Missbrauch nachweisen. "Worten müssen auch Taten folgen. Wer vertuscht, macht sich mitschuldig", sagte Heil.

#MachtLichtAn

Vor zwei Jahren, am 12. Dezember 2018, folgten tausende Menschen dem Aufruf #MachtLichtAn der kfd: An über 160 Orten in ganz Deutschland leuchteten sie mit Taschenlampen auf dunkle Kirchentüren, um sinnbildlich Licht ins Dunkel der zuvor bekanntgewordenen kirchlichen Missbrauchsfälle zu bringen.

Die kfd ruft die deutschen Bischöfe erneut auf, sich ihrer Verantwortung zu stellen. Mechthild Heil: "Bringen Sie endlich Licht ins Dunkel! Übernehmen Sie Verantwortung; gerade im Sinne all jener Frauen, Männer und Kinder, die sexualisierte und/oder geistliche Gewalt erfahren haben."

Der Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche und die Ergebnisse der MHG-Studie im Jahr 2018 waren auch Auslöser für den Synodalen Weg.

Diesen hatten die Deutsche Bischofskonferenz und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken 2019 ins Leben gerufen, um sich der Situation zu stellen und das zu reformieren, was im klerikalen System zum verübten Unrecht beigetragen und es maßgeblich begünstigt hat. Die kfd ist mit drei Delegierten am Reformprozess beteiligt.

Aktion in den Sozialen Medien

Die kfd ruft am Jahrestag der #MachtLichtAn-Aktion auch in den Sozialen Medien zum Mitmachen auf. Auf Facebook, Instagram und Twitter können Nutzer*innen sich mit einem #MachtLichtAn-Plakat fotografieren lassen und dieses unter dem Hashtag #MachtLichtAn veröffentlichen.

Außerdem hat die kfd einen Facebook-Rahmen (Suchbegriff: #MachtLichtAn) erstellt, mit dem Nutzer*innen im Profilbild auf die Aktion aufmerksam machen können.

Kontakt
Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands Bundesverband e.V.

Prinz-Georg-Straße 44
40477 Düsseldorf

Telefon: 0211 44992-0
Fax: 0211 44992-75

kontaktat-Zeichenkfd.de

Stand: 10.12.2020
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