Equal Pay Day 2018: "Transparenz gewinnt"

Am 18. März 2018 ist wieder Equal Pay Day (EPD). Es ist der Tag, an dem Frauen durchschnittlich genauso viel verdient haben wie Männer bereits zum Jahresende 2017. Das bedeutet, dass Frauen 77 Tage "umsonst" arbeiten, denn noch immer erhalten sie durchschnittlich einen 21 Prozent niedrigeren Bruttostundenlohn als Männer.

Entgelttransparenzgesetz: Ein erster Schritt

Um einen Aspekt der Lohnlücke schließen zu können, ist im Juli 2017 das "Gesetz zur Förderung der Entgelttransparenz zwischen Männern und Frauen" (Entgelttransparenzgesetz) in Kraft getreten. "Transparenz gewinnt" ist darum das Motto des Equal Pay Day 2018.

Die Einführung des Entgelttransparenzgesetzes war ein erster Schritt. Dass es überhaupt zustande gekommen ist, dazu hat auch die kontinuierliche Lobbyarbeit der kfd beigetragen.

Das Gesetz untermauert das Verbot der Entgeltdiskriminierung aufgrund des Geschlechts. Frauen haben nun in Betrieben ab einer Größe von 200 MitarbeiteiterInnen das Recht, zu erfahren, welche Kriterien ihrem Entgelt zugrundliegen und für andere Tätigkeiten gelten, die sie für gleich oder gleichwertig erachten (individueller Auskunftsanspruch).

Sie können zudem das Vergleichsentgelt erfragen - um Anonymität zu wahren, muss die Vergleichsgruppe aus mindestens sechs Personen bestehen.

Unter bestimmten Voraussetzungen haben Unternehmen die Pflicht, regelmäßig einen Bericht zur Gleichstellung und Entgeltgleichheit von Frauen und Männern in ihrem Betrieb abzugeben.

Entgeltgleichheit: Es bleibt noch viel zu tun

Das Entgelttransparenzgesetz geht jedoch nicht weit genug: Ein Großteil aller angestellten Frauen arbeitet in Betrieben mit weniger als 200 Mitarbeitenden, für die das Gesetz nicht gilt. Außerdem: Allein das Wissen um eine schlechtere Bezahlung von Frauen in einem Betrieb ist noch keine Lösung.

Deshalb ist ein allgemeines Entgeltgleichheitsgesetz mit einem Verbandsklagerecht nötig, das alle Betriebe verpflichtet, fair zu bezahlen. So bleibt den Betroffenen erspart, selbst ihre ArbeitgeberInnen zu verklagen und die damit verbundenen Konsequenzen tragen zu müssen.

Die kfd unterstützt die Ziele des Equal Pay Day. Jedes Jahr machen kfd-Frauen zu dem Termin in zahlreichen Pfarrgemeinden und Diözesen auf die bestehende Lohnungleichheit zwischen Frauen und Männern aufmerksam.