Der kfd-Bewusstseinsbildungs-Prozess "Charismen leben – Kirche sein"

Der kfd-Bundesverband begrüßt es sehr, dass die Deutsche Bischofskonferenz - angeregt durch den kfd-Prozess "Charismen leben - Kirche sein" - sowohl in ihrem Papier "Gemeinsam Kirche sein" von 2015 als auch in ihrer neuen Arbeitshilfe von 2016 Wege sucht, die Charismen von Frauen und Männern stärker in der pastoralen Arbeit zu würdigen (siehe auch die Seite "Gemeinsam Kirche sein" der Katholischen Arbeitsstelle für missionarische Pastoral).

Die Bischöfe vertrauen dabei auf die Vielfalt der Charismen aller Gläubigen, die sich in vielen unterschiedlichen Ämtern, Diensten und Berufungen äußern und entfalten kann (vgl. Gemeinsam Kirche sein, S. 26ff).

Die kfd sieht darin eine große Chance, die Glaubwürdigkeit der Kirche nach innen und außen zu stärken.

Vor diesem Hintergrund stellt der kfd-Bundesverband im Folgenden den Verlauf und die wichtigsten Dokumente des Prozesses "Charismen leben - Kirche sein" online, um erneut auf den eigenen Prozess, dessen Bedeutung und Wirkungsgeschichte aufmerksam zu machen.

"Charismen leben - Kirche sein": Zum Verlauf des kfd-Prozesses (2006 bis 2008)

Mit dem Prozess "Charismen leben - Kirche sein" wurde der Beschluss der außerordentlichen kfd-Delegiertenversammlung im Zusammenhang mit den Leitlinien '99 umgesetzt und folgende Selbstverpflichtung eingelöst: "Der Dialog über die Beteiligung von Frauen an Diensten und Ämtern in der Kirche wird im Wissen um die lehramtlichen Äußerungen und im Respekt vor dem eigenen Gewissen offen gehalten und fortgeführt."

Von 2006 bis 2008 führte die kfd den Bewusstseins- und Meinungsbildungsprozess auf allen Ebenen des Verbandes erfolgreich durch.

In der ersten Prozessphase wurden Frauen in der kfd angeregt, sich ihrer eigenen Fähigkeiten und Talente bewusst zu werden, diese bei sich und anderen zu würdigen und dies auch in Worte zu fassen.

Der Prozess regte eine Selbstreflexion an und trug dazu bei, dass Frauen sich ihrer Charismen mehr bewusst wurden und versuchten, diese auch zu leben.

Auch wenn sie an persönliche, institutionelle oder strukturelle Grenzen stießen, die unüberwindbar erschienen, so war es für sie besonders wichtig, sich auf die Berufung beziehen zu können, dass alle ChristInnen vor Gott durch Taufe und Firmung dazu berufen sind, ihre Charismen zu leben. 

Welche Bedeutung die Kirche dabei hat, war eine wichtige Frage, die auch heute noch aktuell ist. Wie hat eine Kirche auszusehen, in der alle Frauen und Männer ihre Charismen leben können? Welche Vision von Kirche haben kfd-Frauen? Welches Bild von Kirche wird vom Lehramt bevorzugt?

Die Broschüre "EinSichten - AusBlicke" war Grundlage, um die verschiedenen Themen in Gruppen und auf den unterschiedlichen Ebenen des Verbandes zu erarbeiten.

Das dazugehörige Begleitheft für MultiplikatorInnen enthält wichtige theologische Hintergrundinformationen und viele methodische Vorschläge zur Gruppenarbeit mit Frauen.

Eine quantitative und eine qualitative Studie wurden durchgeführt und in "Eine jede hat ihre Gaben" dokumentiert. Die Ergebnisse der Befragung mittels Fragebogen und die Auswertung der Interviews leiteten zur zweiten Phase über: Aus der Perspektive verschiedener theologischer Disziplinen wurden Herausforderungen für die künftige kfd-Arbeit formuliert.

In der dritten Phase des Bewusstseinsbildungs-Prozesses im Dialog mit VertreterInnen der kirchlichen Öffentlichkeit wurden Handlungsschritte (siehe Artikel "Aufbruch ins Handeln") entwickelt. Diese sollten langfristig dazu ermutigen, ein neues Bewusstsein von Kirchlichkeit zu leben.

Mit der Veranstaltung "Aufbruch ins Handeln" am 9. Februar 2008 in Mainz begann die Umsetzung der Handlungsoptionen, die die Gestaltungs- und Mitwirkungsmöglichkeiten von Frauen in der Kirche in den nächsten Jahren verbessern sollten.  

 

Hinweise:

In der rechten Spalte können Sie den Fragebogen sowie die Broschüre und das Begleitheft "Charismen leben - Kirche sein" herunterladen.

Exemplare der Broschüre und des Begleitheftes sind nur noch in geringen Mengen vorhanden. Diese können Sie telefonisch bestellen bei Gabriele Mai, Telefon: 0211/ 44 99 2-57.

Literatur:

Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (Hg.), Eine jede hat ihre Gaben. Studien, Positionen und Perspektiven zur Situation von Frauen in der Kirche. KlensVerlag 2008. (vergriffen)

Titel und Inhaltsverzeichnis des Buches "Eine jede hat ihre Gaben" sowie den daraus entnommenen Artikel "Aufbruch ins Handeln" finden Sie in der rechten Spalte.