Nachhaltigkeit und Klimaschutz

Die kfd-Bundesversammlung hat im Jahr 2015 einstimmig die Entschließung "Zukunft: nachhaltig und geschlechtergerecht" angenommen.

Die Positionen der kfd

"Zukunft: Nachhaltig und geschlechtergerecht"

Wir sind überzeugt, dass Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit und Geschlechterdimension untrennbar zusammengehören, um die drängenden Probleme der Weltgemeinschaft zu lösen. Eine zukunftsfähige Gesellschaft erfordert einen verantwortungsvollen Umgang mit den globalen Ressourcen ebenso wie die Beseitigung jeder Diskriminierung von Frauen und Mädchen.

Wir sind uns sicher, dass es hierfür einen grundlegenden Wandel des einseitig wirtschaftlich orientierten weltweiten Denkens und Handelns geben muss. Geschlechtergerechtigkeit und Nachhaltigkeit müssen zentrale Kriterien sowohl für die Entwicklungspolitik als auch für die bilateralen und multilateralen Abkommen Deutschlands sein.

Die kfd tritt in vielfältiger Weise in ihrer verbandlichen Arbeit für weltweite Geschlechtergerechtigkeit und Nachhaltigkeit ein. In Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit rufen wir dazu auf, Lebensstile und Konsumverhalten selbstkritisch zu prüfen und an Kriterien von Nachhaltigkeit, Geschlechter- und Klimagerechtigkeit auszurichten.

Die kfd unterstützt Kampagnen zur Durchsetzung von menschenwürdigen Arbeitsbedingungen für Frauen und Männer weltweit, z.B. das Bündnis für nachhaltige Textilien, mit dem Ziel sozialer, ökologischer und ökonomischer Verbesserungen entlang der gesamten Textillieferkette. Wir engagieren uns praktisch und politisch auf sämtlichen verbandlichen Ebenen für fairen Handel und bemühen uns bei allen Aktivitäten um einen verantwortungsvollen Umgang mit den globalen Ressourcen und um eine Reduktion der CO²-Emissionen.

Quelle: Entschließung der kfd-Bundesversammlung "Zukunft: nachhaltig und geschlechtergerecht" am 5. Juni 2015 einstimmig beschlossen

 

Die Positionen der CDU

Klimaschutz und Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen sind existenziell wichtig

  • Wertschätzung moderner bäuerlicher Landwirtschaft und der Vielfalt der Familien-betriebe, die weiter erhalten und gefördert werden sollen. Leitbild ist eine vielfältige, nachhaltige, wettbewerbsfähige, bodengebundene und flächendeckende Landwirtschaft in bäuerlicher Hand.
  • Ablehnung der Klonierung von Tieren
  • Im Bereich Tierwohl/Tierschutz soll eine Nutztierhaltungsstrategie eingeführt werden, die das Tierwohl stärker berücksichtigt. Angestrebt werden EU-weite einheitliche Standards.
  • Energieversorgung muss langfristig sicher, sauber und bezahlbar sein:
    • Ausstieg aus der Atomenergiegewinnung soll bis 2023 vollzogen sein
    • Umbau auf erneuerbare Energien, Voraussetzungen für den Ausbau der großen Übertragungsnetze bis 2023 sind bereits geschaffen
  • Umweltbelastungen der Städte müssen schnell und deutlich reduziert werden. Bis 2020 soll die europäische Norm wieder eingehalten werden.
  • Hohen Belastungen mit Stickoxiden und Feinstaub werden mit gezielten Verkehrs-strategien begegnet, ein generelles Fahrverbot für bestimmte Fahrzeugtypen wird jedoch abgelehnt. Stattdessen soll Fahrrad- und Elektromobilität vor allem in den Großstädten weiter ausgebaut werden.
  • Chancen von Digitalisierung müssen stärker genutzt werden um drohende Umweltschäden frühzeitig zu erkennen bzw. bereits frühzeitig zu vermeiden.

Quelle: CDU/CSU: Für ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben. Regierungsprogramm 2017 – 2021 (3. Juli 2017):  S. 7, S. 16f, S. 47f , S. 69 

 

Die Positionen der SPD

Es ist Zeit für eine gesunde und saubere Zukunft

  • Der CO²-Ausstoß soll bis 2020 um 40% im Vergleich zu 1990 reduziert werden, Energie-erzeugung soll bis 2050 nahezu treibhausgasneutral stattfinden.
  • Energiewende sicher, bezahlbar und umweltverträglich machen. Dazu müssen die verschiedenen Sektoren besser miteinander vernetzt werden.
  • Wechsel von begrenzt verfügbaren Energiequellen zu unerschöpflichen und von schad-stoffhaltigen zu -armen und erneuerbaren Ressourcen wird konsequent vorangetrieben,  gleichzeitig werden Ressourcen eingespart
  • Umweltpolitik heißt Umweltgerechtigkeit – eine zerstörte Umwelt vertieft soziale Un-gleichheit, deswegen sind frische Luft, gesunde Böden, saubere Gewässer, eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt, gesunde Meere und eine intakte Atmosphäre existenziell für eine gerechte Gesellschaft – national wie international, aktuell wie zukünftig.
  • Bis Mitte des Jahrhunderts nahezu treibhausgasneutrale Gesellschaft – mit Vorbildfunktion von Verkehrs-, Energie- und Gebäudesektor (Förderung ÖPNV und Elektromobilität)
  • Gesunde, nachhaltige, gentechnikfreie Landwirtschaft, die dem Umwelt- und Naturschutz, den Verbraucherinteressen und dem Tierwohl Rechnung trägt
  • Fördermittel erhält nur, wer sich an entsprechende Vorgaben hält – Betriebe, die sich v.a. Umweltschutz oder artgerechter Tierhaltung verschreiben, werden besonders gestärkt.
  • Verbandsklagerecht für Tierschutzverbände und besondere Kennzeichnung von Lebens-mitteln aus artgerechter Haltung (Einführung eines Tierschutzlabels)

Quelle: Sozialdemokratische Partei Deutschland: Es ist Zeit für mehr Gerechtigkeit: Zukunft sichern, Europa stärken. Regierungsprogramm 2017 – 2021 (26. Juni 2017): S. 45-49, S. 84

 

Die Positionen von Bündnis 90/ Die Grünen

Klimaabkommen von Paris als Meilenstein zur Rettung der Umwelt

  • Ab 2030 sollen nur noch abgasfreie Fahrzeuge zugelassen werden.
  • Bis 2030 sollen 100% der verbrauchten Energie (Strom, Wärme) regenerativ erzeugt werden (Solar, Wind- und Wasserenergie). Der Ausbau dieser Netze muss gemeinsam mit Natur- und Landschaftsschutz durchgeführt werden.
  • Nachhaltige Versorgung: Energieversorgung soll grün und sicher werden, das bedeutet eine komplette Abschaffung von Kohleabbau und Atomkraft. Die 20 dreckigsten Kohlekraftwerke werden unverzüglich, bis 2022 der letzte Atommeiler, vom Netz genommen.
  • Wert von sauberem Wasser, gesunden Böden und guter Luft muss erkannt werden,
    um unbesorgt, frei und gesund leben zu können – darum sollen Schutzstandards
    für Gewässer (Plastik, Gülle etc.) und die blaue Umweltplakette zur Verringerung
    der Schadstoffbelastung der Luft eingeführt werden.
  • Ökologischer Landbau gilt als Leit- und Vorbild – Verbot von Glyphosat und Änderung der Zulassungsverfahren für weitere Gifte und Düngemittel
  • Nachhaltigen Konsum ermöglichen: Transparente Lieferkette, soziale und ökologische Mindeststandards, Konsumenten werden gestärkt
  • klare Kennzeichnung der Waren zu Haltungsbedingungen der Tiere – Ende der industriellen Massentierhaltung in den nächsten 20 Jahren
  • Handelsabkommen müssen neu und dabei transparent verhandelt werden. Dabei sollen sie an ökologischen und menschenrechtlichen Kriterien ausgerichtet sein. 

Quelle: Bündnis 90 Die Grünen: Grünes Wahlprogramm zur Bundestagswahl 2017: Zukunft wird aus Mut gemacht. (27.Juni 2017), Kapitel: Wir sorgen für saubere, bezahlbare und bequeme Mobilität S. 4, Wir steigen um – komplett auf grüne Energien S.2, Wir retten das Klima S. 2ff, Wir sorgen für gesunde Lebensmittel und beenden das Tierleid, Wir machen den Welthandel fair. https://www.gruene.de/ueber-uns/2017/gruenes-wahlprogramm-zur-bundestagswahl-2017-zukunft-wird-aus-mut-gemacht.html?pk_campaign=programmentwurf-bh-start

 

Die Positionen der FDP

Zeit für vernünftige Politik, die Artenvielfalt und artgerechte Tierhaltung sichert und dabei Land- und Fortstwirtschaft unterstützt statt behindert!

  • Grundlage des Handelns sind die Nachhaltigkeitsagenda 2030 der Vereinten Nationen und das Pariser Klimaabkommen, Steuerung der Zielerreichung über marktwirtschaftliche Instrumente
  • Energiewende als gesamteuropäisches Projekt mit den Zielen Wirtschaftlichkeit, Versorgungssicherheit und Umweltschutz
  • Emissionshandel als globales Klimaschutzinstrument soll weiterentwickelt und dafür internationale Kooperationspartner gewonnen werden.
  • Vielfältiger Energiemix – erneuerbare Energien als wichtiges Element, jedoch auf fossile Brennstoffe soll zunächst nicht komplett verzichten werden
  • Faktenbasierte und ergebnisoffene Bewertung neuer Technologien
  • Artenvielfalt und artgerechte Tierhaltung sichern und Land- und Forstwirtschaft unterstützen statt behindern
  • Ausreichende Verfügbarkeit von verschiedenen Mitteln für den Pflanzen- und Vorratsschutz für eine verlässliche Versorgung mit Nahrungsmitteln
  • Verbesserung der Nutztierhaltung durch Agrarinvestitionsförderung statt starre Vorgaben und Tierwohl-Zertifikate

Quelle: Freie Demokratische Partei: Beschluss des 68. Ord. Bundesparteitages der FDP, Berlin, 28. – 30. April 2017 (01. Mai 2017): S. 17, 23f, 72ff

 

Die Positionen von Die Linke

In die Zukunft investieren – Wirtschaft und Politik sozial und ökologisch umbauen

  • Finanzierung einer echten Energiewende, in der die fossilen, umweltschädlichen Energien durch regenerative ersetzt werden. Bis 2050 soll der Ausstoß von CO² um 95% im Vergleich zu 1990 verringert werden
  • Mehr Lebensqualität vor Ort durch Maßnahmen gegen Umgebungs-, Straßen-, Schienen- und Fluglärm, für ökologische, barrierefreie und bezahlbare Verkehrsverhältnisse
  • Es soll eine ökologisch verträgliche Lebensweise für alle ermöglicht und bezahlbar gemacht und damit Ungleichheiten abgebaut werden – ärmere Personen hinterlassen einen kleineren ökologischen Fußabdruck als reiche, sind aber umso stärker von Umweltbelastungen betroffen.
  • Öko-Abwrackprämie bei Austausch von alten Haushaltsgeräten
  • Ökolandbau soll ausgebaut und regionale Produktions- und Verkaufsstrukturen gefördert werden.
  • Verbot von Massentierhaltung hin zu einer flächengebundenen Nutztierhaltung mit regionalen Obergrenzen, die auf einheimische Nachfrage bezogen ist
  • Stärkung eines umfassenden Verbraucherschutzgesetzes – VerbraucherInnen haben ein Recht, über Herstellungsbedingungen des Produktes informiert zu werden.

Quelle: Die Zukunft für die wir kämpfen: SOZIAL.GERECHT.FÜR ALLE. Linkes Programm zur Bundestagswahl 2017 (Juni 2017): S. 85ff

 

Die Positionen der AfD

Wir stehen dafür, dass wir gegenüber nachfolgenden Generationen eine Verant¬wor-tung haben. Wir wollen eine intakte und vielfältige Natur erhalten. Eine gesunde Umwelt ist die Lebensgrundlage für alle Menschen und zukünftige Generationen. Naturschutz darf nicht zu Lasten der Menschen gehen.

  • Klimaschutzplan der Bundesregierung soll aufgehoben und das Pariser Klimaabkommen gekündigt werden.
  • Ausbau der Windenergie soll gestoppt werden.
  • Wasserversorgung gehört in öffentliche Hand.
  • mehr Verbraucherschutz durch Produktprüfungen, Stärkung der Gewerbeaufsichten, transparente Kennzeichnung von Lebensmitteln mit genauen Angaben zu Herkunft, Inhaltsstoffen und Qualität
  • Verbot des betäubungslosen Schlachtens aus religiösen und kulturellen Gründen – "Handel, Bewertung und Einfuhr von Fleisch aus tierquälerischer Schlachtung wird abgelehnt"
  • Förderung landwirtschaftlicher Familienbetriebe und von Direktvermarktung auf dem regionalen Markt

Quelle: Alternative für Deutschland: Programm für die Wahl zum Deutschen Bundestag am 24.September 2017 (18. Mai 2017). S. 64f., 69, 71 ff.