Aktion "Zwangsprostitution verhindern - Perspektiven für Frauen schaffen"
"Frauenhandel und Zwangsprostitution sind menschenverachtende Zustände, die ein Ende finden müssen": 100.023 Menschen bekräftigten dies durch ihre Unterschrift und unterstützten die politischen Forderungen der Aktion "Zwangsprostitution verhindern - Perspektiven für Frauen schaffen". Noch im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 war auf Initiative der kfd diese bundesweite Kampagne von insgesamt 15 katholischen Frauenverbänden und dem DJK-Sportverband gestartet worden.
Die Aktion forderte für Frauen, die von Zwangsprostitution betroffen und Opfer von Menschenhandel sind, einen gesicherten Aufenthaltsstatus von mindestens drei Monaten. Darüber hinaus sollte ihre Mitwirkung in Prozessen gegen Menschenhändler unterstützt sowie die finanzielle Absicherung von Fachberatungsstellen gewährleistet werden. Insbesondere sollten in den Herkunftsländern der Betroffenen Aktionen gefördert werden, die zur Aufklärung und zur eigenständigen Existenzsicherung von Frauen beitragen. Diese und weitere politische Forderungen an die Bundesregierung waren identisch mit denen der Kampagne "Abpfiff - Schluss mit Zwangsprostitution" des Deutschen Frauenrates.
Unterschriftenübergabe in Berlin

Insgesamt 180.000 Unterschriften wurden am 16. Januar 2007 in Berlin Bundestagsvizepräsidentin Dr. Susanne Kastner übergeben. Die 100.023 Unterschriften der katholischen Verbände überreichte kfd-Bundesvorsitzende Magdalena Bogner (rechts im Bild). Sie hob hervor, dass es den katholischen Verbänden mit ihrem Engagement gelungen sei, "in den Bereich der Kirche hinein für die Probleme von Frauenhandel und Zwangsprostitution Sensibilität zu wecken".
Das Statement von Magdalena Bogner finden Sie nachstehend als PDF-Datei zum Herunterladen.
kfd-Engagement auf allen Verbandsebenen

kfd-Mitglieder hatten auf allen Verbandsebenen mit hohem Engagement, Einsatzbereitschaft und Kreativität die Werbetrommel gerührt. Der kfd-Bundesverband präsentierte die Aktion 2006 bei Großveranstaltungen wie dem Kölner Seniorentag und dem Katholikentag in Saarbrücken. Auf kfd-Diözesanverbandsebene gelang es den Münchnerinnen, am Tag des WM-Eröffnungsgottesdienstes Bundespräsident Horst Köhler (Foto) und Bischof Wolfgang Huber, Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), zum Unterschreiben zu gewinnen. Die Freiburgerinnen baten beim 2. Diözesantag der Erzdiözese den Apostolischen Nuntius in Deutschland, Erzbischof Erwin Josef Ender, erfolgreich um seine Unterschrift zur Aktion, die auch vom Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch unterstützt wird.
Volle Unterstützung signalisierte ebenfalls der Hamburger Erzbischof Werner Thissen. Nachdem ihn Diözesanvorsitzende Brigitte Frodermann angeschrieben hatte, wurde auf seine Initiative noch vor der Fußball-Weltmeisterschaft eine Pressekonferenz einberufen, bei der Brigitte Frodermann - die als Einladende firmierte - die Problematik vorstellen konnte, wobei sie von der evangelischen Bischöfin Maria Jepsen und Schwester Lea Ackermann ("Solwodi") unterstützt wurde. Auf Schalke sorgten die Essenerinnen im ökumenischen Kirchenzelt dafür, dass das Thema Zwangsprostitution und Frauenhandel dort während der laufenden WM einen ganzen Tag im Mittelpunkt stand. Auch sie fanden viel Unterstützung durch ihren Bischof und weitere Persönlichkeiten: Im Kirchenzelt diskutierte Weihbischof Franz Vorrath mit, und die Übergabe von Spenden an zwei Beratungsstellen übernahm im Beisein von Stadtdechant Otmar Vieth die Essener Polizeipräsidentin Stephania Fischer-Weinsziehr. Die Übergabe erfolgte im Rahmen der Wanderausstellung "Ohne Glanz und Glamour - Prostitution und Frauenhandel im Zeitalter der Globalisierung", die zu Teilen im Katholischen Stadthaus Essen und im Bischöflichen Generalvikariat in der Essener Innenstadt zu sehen war.
Auch auf Pfarrebene legten sich kfd-Frauen ins Zeug. Es gab zahlreiche Gottesdienste, bei denen Priester und kfd-Frauen über das Thema Zwangsprostitution und die Unterschriftenaktion informierten. Unterschriftensammlungen erfolgten auf Wochenmärkten, bei Pfarr-, Sommer- und Feuerwehrfesten, ja sogar bei privaten Familienfeiern. In Friseursalons und Arztpraxen lagen die Listen ebenso aus wie bei katholischen Gremiensitzungen, zum Beispiel der Vollversammlung des Diözesanrates Berlin.
Resonanz aus dem In- und Ausland
Betroffen und angesprochen fühlten sich offenbar auch Personen und Gruppierungen, die nicht in direktem Bezug zur kfd oder den anderen beteiligten Verbänden stehen.
Auch über die Landesgrenzen hinaus fand die Aktion Beachtung und Unterstützung. Tausende von Unterschriften kamen aus dem europäischen Ausland. Aus Rumänien zum Beispiel schickte "the Romanian Leadership Conference of Women Religious" 376 Unterschriften, verbunden mit dem Hinweis "We ask the Lord's blessing for your work". Die Länder in alphabetischer Reihenfolge: Belgien, Frankreich, Griechenland, Italien, Liechtenstein, Luxemburg, Niederlande, Polen, Portugal, Rumänien, Schweiz und Tschechien.
Die Aktion "Zwangsprostitution verhindern - Perspektiven für Frauen schaffen" wurde von folgenden Verbänden getragen: Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands, Berufsgemeinschaft der Pfarrhaushälterinnen, Berufsverband katholischer Arbeitnehmerinnen in der Hauswirtschaft, Bund katholischer deutscher Akademikerinnen, Caritas-Konferenzen Deutschlands, Deutsche Sacré Coeur Vereinigung, DJK-Sportverband, Gemeinschaft katholischer Gemeindereferentinnen, IN VIA - Katholischer Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit, Katholischer Berufsverband der Familienpflegerinnen und Dorfhelferinnen, Katholischer Berufsverband für Pflegeberufe, Kreis katholischer Frauen im Heliand-Bund, Maria von Magdala - Initiative Gleichberechtigung für Frauen in der Kirche, Solwodi - Solidarität mit Frauen in Not, Vereinigung der Ordensoberinnen Deutschlands, Verein katholischer deutscher Lehrerinnen.
"Frauenhandel" als kfd-Thema
Nicht erst im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft hat sich der große Frauenverband kfd den Themen Frauenhandel und Zwangsprostitution gestellt. Beispiele aus jüngerer Zeit: "Frauen stärken - Frauenhandel stoppen" (Titel einer kfd-Tagung im März 2005), "Menschenhandel verhindern - Perspektiven für Frauen schaffen" (Erklärung der kfd-Bundesversammlung im Mai 2005), "Frauen als Ware? Frauenhandel in der globalisierten Welt" (Beitrag in der aktuellen kfd-Arbeitshilfe "Frauen stärken - Gewalt gegen Frauen überwinden"). Auch in der "Heppenheimer Erklärung zur Halbzeit der ökumenischen Dekade zur Überwindung von Gewalt", an der die kfd mitgewirkt hat, wird auf "Frauenhandel und Zwangsprostitution" eingegangen. Das Thema wird auch im "Mutmach-Papier" der Dekadekonferenz des Christinnenrates aufgegriffen, zu dessen Gründungsmitgliedern die kfd gehört.
Alle oben aufgezählten Beiträge finden Sie nachfolgend als Dateien zum Herunterladen. Außerdem ist der Aktionsaufruf mit den politischen Forderungen als Download eingestellt.
Tagungsbericht "Frauenhandel stoppen" (PDF-Dokument zum Herunterladen, 43 KB)
Erklärung der kfd-Bundesversammlung zum Menschenhandel (PDF-Dokument zum Herunterladen, 48 KB)
Buchauszug "Frauen als Ware?" (PDF-Dokument zum Herunterladen, 42 KB)
Auszug aus der "Heppenheimer Erklärung" (PDF-Dokument zum Herunterladen, 60 KB)
"Mutmach-Papier" des Christinnenrates (PDF-Dokument zum Herunterladen, 123 KB)
Aktionsaufruf mit politischen Forderungen (PDF-Dokument zum Herunterladen, 377 KB)

